Red Dot Design Award: "Design ist die beste Wirtschaftsförderung"

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Red Dot Design Award: "Design ist die beste Wirtschaftsförderung"

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Hinter dem Signet des "red dot award" im Design Zentrum in Essen Fußballschuhe, die wegen ihrer Gestaltung und neuartiger Technologie ausgezeichnet wurde.

von Lothar Schnitzler

Peter Zec, Chef des Red Dot Design Awards über die deutsche Dominanz bei den internationalen Designwettbewerben, die Bedeutung der Wettbewerbe für die Wirtschaft und die Bedeutung des Designs für den Standort.

Wirtschaftswoche: Herr Zec, wozu Designpreise? Tragen sie dazu bei, dass Konsum- und Investitionsgüter schöner werden?

Peter Zec: Absolut. Am Beispiel der Büromöbelbranche konnten Sie das während der vergangenen zwanzig Jahre gut beobachten. Damals gab in Deutschland im Wesentlichen nur zwei Hersteller, Vitra und Wilkhahn, dazu noch ein paar internationale Büromöbelbauer, die Designqualität lieferten. Das ist inzwischen vollkommen anders. Heute gibt es eine ganze Reihe deutscher Produzenten, die gelungene Entwürfe auf den Markt bringen.

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Und das haben wir tatsächlich den Designpreisen zu verdanken?

Ja, weil die Unternehmen voneinander lernen. Wenn ein Hersteller mit Designpreisen hervorsticht und sie erfolgreich in der Werbung einsetzt, machen die Wettbewerber das nach. Mehr noch: Wer einen Designpreis gewinnen will, muss zwangsläufig auch an der Qualität arbeiten. Design ohne Qualität geht nicht. So fördern die Awards nicht nur das Design, sondern auch die Qualität.

Sie und der red dot retten also die Weltwirtschaft?

Das haben Sie so gesagt. Aber Spaß beiseite: Designwettbewerbe sind das beste Förderinstrument, das Sie sich vorstellen können. Diese Form der Wirtschaftsförderung kostet die Steuerzahler keinen Cent, weil der red dot, aber auch viele andere Wettbewerbe ohne öffentliche Zuschüsse auskommen.

Für junge Kreativen sind die Wettbewerbe allerdings zu teuer. Mit allen Folgekosten kann die Teilnahme am red dot oder anderen Wettbewerben über 2500 Euro kosten.

Das gilt nur für die Gewinner, die anschließend die Kosten für die Aufnahme in den Katalog oder die Ausgaben für Ausstellung der Siegerobjekte mittragen. Die Anmeldekosten betragen bei uns rund 200 Euro. Im Übrigen: Die wenigsten Designer zahlen das selbst. In der Regel tragen die Hersteller der Objekte die Kosten, weil sie später mit der Auszeichnung werben. Um auch jungen Designern, die noch keine fünf Jahre am Markt sind, eine Chance zu geben, übernehmen wir die Kosten für fünfzig Anmeldungen.

Was bringt eine Auszeichnung wie der red dot den Formgebern?

Wir stärken mit dem Award auch die Position der Designer. Die müssen oft für die Durchsetzung jeder Idee hart kämpfen. Und in vielen Unternehmen sehen die Marketingleute oder Ingenieure, die oft das Sagen haben, Design als schön, aber überflüssig an. Wenn Gestalter ausgezeichnet werden, können sie im Unternehmen sagen: ‚Seht her, es hat sich gelohnt‘. Es gibt ja keine objektiven Maßstäbe im Design. Selbst bei einem Verkaufserfolg wissen Designer nie, ob ihre Arbeit die Ursache ist.

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