Reise-Flatrates: All you can fly - Fliegen zum Festpreis

Reise-Flatrates: All you can fly - Fliegen zum Festpreis

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Mit ihrer Reise-Flaterate "All you can fly" tat sich die insolvente Fluggesellschaft American Airlines keinen Gefallen.

von Rebecca Eisert

American Airlines warb Ende der 80er Jahre mit lebenslang gültigen All-you-can-fly-Tickets. Eine schlechte Idee, wie sich herausstellte. Doch das Flatrate-Reisen hat nach wie vor Konjunktur.

250.000 Dollar kostete das Dauerflugticket von American Airlines. 66 Passagiere schlugen zu und wurden zu stolzen Besitzern eines "AAirpass" - dem ultimativen All-you-can-Fly-Ticket. Damit ließ sich ein Leben lang, wie die Airline versprach, in der ersten Klasse fliegen, wohin der Fluggast es wünsche.

Einer davon war der Texaner Jacques Vroom. Im amerikanischen Sender National Public Radio NPR erzählte er kürzlich wie das damals war. "Ich rief an, wie kann ich die Tickets kaufen? Und sie sagten: 'Kommen Sie mit 400.000 Dollar.'" Vroom kaufte nicht nur für sich eine Dauerticket, sondern legte für einen Mitreisenden noch 150.000 Dollar oben drauf.

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Airline zieht Dauertickets wieder ein

20 Jahre lange flog der Geschäftsmann bis zu viermal pro Woche erster Klasse mit American Airlines - manchmal geschäftlich, manchmal gönnte er sich mit seiner Frau einen Trip nach Tokio oder flog quer durch die USA zum Football-Spiel seines Sohnes nach Maine. All das berichtet der heutige 67-Jährige im Gespräch mit dem Radiomoderator. Wahrscheinlich würde Vroom noch weitere 20 Jahre durch die Gegend düsen, hätte American Airlines ihm nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er habe seinen Begleitplatz an fremde Personen weiterverkauft, warf ihm die Airline vor und das Ticket eingezogen. Auch andere AAirpass-Inhaber bekamen Post von der Airline. Vroom schimpft: "Sie wollten uns loswerden, weil wir zu teuer waren." Der rüstige Texaner hat die Fluggesellschaft verklagt. Weil das Unternehmen insolvent ist, ruht das Verfahren jedoch zur Zeit.

Eine interne Untersuchung kam zu dem Schluss, dass die Airline mit jedem All-you-can-fly-Ticket-Inhaber rund eine Million Dollar Verlust gemacht hat. Da liegt es nahe, dass die Airline Jagd auf ihre ehemaligen Premium-Kunde machte und Gründe fand, ihnen den Flatrate-Pass wieder abzunehmen. Zumal die Inhaber auch noch Meilen sammelten und durch ihre exzessiven Nutzung der Karte Höchststände erreichten, die die Airline belohnen musste.

All-inclusive-Angebote nur noch häppchenweise

Die Reise-Flaterate war für American Airlines ein desaströses Geschäft. Dennoch bieten Fluggesellschaften und Bahnunternehmen Dauertickets an. Das prominenteste Beispiel ist in Deutschland die BahnCard 100 der deutschen Bahn. Für 6690 Euro gibt es ein Erste-Klasse-Ticket für ein Jahr. Bis auf wenige Ausnahmen gilt es für beliebig viele Fahrten bundesweit in allen Zügen der Deutschen Bahn. Für die zweite Klasse kostet der Dauer-Fahrschein 3990 Euro.

Die Lufthansa bietet keine Flugflatrate à la American Airlines an. Allerdings gibt es ab und an Aktionen mit zeitlich und räumlich begrenzten All-you-can-fly-Tickets. 2010 etwa konnten Passagiere auf dem Streckennetz von Lufthansa Italia einen Monat lang für 999 Euro kreuz und quer durch die Gegend jetten. Andere Angebote wie der Asia Airpass bündeln bis zu zehn Flüge in einer bestimmten Region auf ein Ticket und bieten dafür Rabatt. Weltreisende sollen vom Round the World Tarif gelockt werden. Auch wenn es der Name suggeriert, der Preis variiert mit den zurückgelegten Flugmeilen und je nach angesteuerten Zielen.

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In Amerika gibt es eine Reihe von All-you-can-fly Angeboten. Surfair etwa verspricht "nie wieder in der Wartschlange stehen" und "unbegrenzte Flüge". Mit Maschinen mit bis zu acht Passagieren sollen die Mitglieder von Surfair kurzfristig Tickets buchen können. Die Kosten sind über den Mitgliedsbeitrag gedeckt. Wie das Ganze im Detail funktionieren soll, bleibt allerdings offen. Das Projekt möchte im Laufe des Jahres an den Start gehen. Einmal bezahlen, immer erste Klasse fliegen, das gab es eben nur bei American Airlines.

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