Reise: Malaysia: Mit dem Jeep durch den Dschungel

Reise: Malaysia: Mit dem Jeep durch den Dschungel

Bild vergrößern

Holprige Wege weit und breit. Hier müssen alle mit anpacken

Wer eine Abenteuertour bei einem Autohersteller bucht, geht viel zu Fuß. Eine Reise durch Malaysia.

Das Dorf der Semai gibt der Dschungel in der Dunkelheit nur noch schemenhaft preis. Der Häuptling schläft schon. Trotzdem laden wir eine halbe Tonne Reis auf seinem Dorfplatz ab. Als Zeichen der Gastfreundschaft. Schließlich wollen wir uns nichts vorwerfen lassen, der Konvoi aus Autos muss noch durch das Reservat der malaysischen Ureinwohner. Eine Traube der Einheimischen bildet sich. Sie schauen uns an, als ob sie ganz und gar nicht verstünden, warum wir uns bei strömenden Regen mitten in der Nacht im Auto durch den Dschungel quälen. Und bis in einigen Kilometern dieser Tag zu Ende geht, fragen sich das heimlich auch einige der Teilnehmer der Experience Tour. Die Antwort ist: Der Wunsch nach einem Abenteuer. Eines, das die Deutschen mit dem Auto im reglementierten Straßenverkehr der Heimat nicht mehr erleben können. Ein Abenteuer, das einem das Gefühl vermitteln soll, dass es die legendäre Camel Trophy trotz Zigarettenwerbeverbot noch immer gebe. Ein Abenteuer, das sie im Katalog gebucht haben.

Der Weg ist das Ziel

Automobile Erlebnisse, das ist es, was viele Hersteller für kleine Gruppen anbieten. Wünsche erfüllen, die die Werbung erweckt, die Realität jedoch selten erfüllen kann. Wünsche nach Vollgas, unbegrenzter Freiheit oder Einsamkeit. In Malaysia verheißt Land Rover mit seiner Experience Tour, dass es nicht nur darum geht, geschützt im klimatisierten Fahrgastraum den Allradantrieb zuzuschalten, sondern mit dem Auto die Herausforderung der Piste zu überstehen.

Anzeige

Zehn Tage führt diese Reise durch den Dschungel Malaysias, über 1000 Kilometer, von der Insel Langkawi an der Westküste bis nach Terrengganu an der Ostküste. Der Weg ist dabei natürlich das Ziel, und den Weg dürfen wir, die 14 Teilnehmer, mit einem GPS-Gerät suchen. Die Orientierungspunkte hat Dag Rogge verteilt. Er organisiert die Ausfahrt durch den Regenwald und ist so etwas wie unser Häuptling. Nummer 220 ist der letzte Wegpunkt für heute – 5; 25; 48,64 nördliche Breite, 101; 07; 47,08 östliche Länge, dort soll das Camp liegen. Nicht mehr weit soll es sein – eigentlich, hätten wir für die letzten sechs Kilometer nicht acht Stunden gebraucht.

Nomadenvolk im Dschungel

Das Dorf der Semai hat keinen GPS-Punkt, auf der Karte ist nur die Tankstelle eingetragen, an der wir den Reis gekauft haben. Es ist einer der wenigen Orte auf dieser Reise, an dem wir Menschen treffen. Die Semai sind einer von drei Orang-Asli-Stämmen, den „ursprünglichen Menschen“ Malaysias. 60.000 der 23 Millionen Einwohner des Landes sind Orang Asli, ein Nomadenvolk. Sie ziehen durch den Tieflanddschungel und lassen immer dann ihr Zuhause hinter sich, wenn einer der ihren gestorben ist. Der Ort ist dann verflucht. Seit 15.000 Jahren geht das schon so.

Aber jetzt will sie die Regierung zum Bleiben erziehen, damit sie nicht überall im Dschungel Holz schlagen. Das will die Regierung lieber selber machen. Eine Weltreligion sollen die Orang natürlich auch haben, aber nicht mehr die christliche. Die frühere aktive Missionarsarbeit hat die Regierung verboten, nur noch islamische Missionare dürfen offiziell in die Dörfer. Vor allem aber sollen die Orang Asli Palmöl anbauen. Seit Erdöl teuer ist und aus dem orangefarbigen Fruchtfleisch der 30 Meter hohen Bäume fünfmal effizienter Energie erzeugt werden kann als aus Raps, wachsen in Malaysia mehr Ölpalmen als irgendwo sonst auf der Welt.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%