Reisekonzerne: Thomas Cook havariert

Reisekonzerne: Thomas Cook havariert

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Unter Wetter und politischen Unruhen hatte Thomas Cook dieses Jahr besonders zu leiden

Die schlimmsten Befürchtungen der Thomas-Cook-Aktionäre um das traditionell schwache Jahresendgeschäft wurden noch übertroffen. Der Aktienkurs des Reiseveranstalters brach um mehr zwei Drittel ein.

Für Europas zweitgrößten Reiseveranstalter Thomas Cook beginnt die Wintersaison verheerend. Kaum hatte der Konzern mitgeteilt, dass er mit Banken über höhere Kredite verhandelt, brach der Aktienkurs um zwei Drittel ein. Zeitweise sackten die Titel in London um 60 Prozent auf 17,70 Pence (in Frankfurt auf 0,13 Euro) und erlitten so im Tagesvergleich den größten Kursverlust in der Geschichte des Touristikunternehmens.

Zuvor hatte Thomas Cook hatte erklärt, dass die Geschäfte in einigen Bereichen zurückgegangen seien und es Probleme mit den Bargeldreserven gebe. Es gehe aber keinesfalls darum, dass man die bestehenden Kredite nicht zurückzahlen könne, versicherte der Konzern. Vielmehr wolle er sich rüsten, falls die Lage weiterhin schwierig bleibe oder sich sogar noch verschlimmere.

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Der Reiseriese braucht von seinen Gläubigerbanken dringend neue Kredite, um über den Winter zu kommen. Finanzdirektor Paul Hollingworth sagte, Thomas Cook benötige rund 100 Millionen britische Pfund, um auszuschließen, dass die Banken plötzlich die bestehenden Kredite kündigten. Erst im Oktober hatte der Konzern 100 Millionen Pfund an kurzfristigen Darlehen erhalten.

Tourismus leidet unter Lage in Nordafrika

Die für den 24. November angesetzte Veröffentlichung der vorläufigen Jahresergebnisse hat Thomas Cook verschoben. „In den vergangenen Monaten ist das Geschäft schlechter gelaufen, als wir vorausgesagt hatten“, sagte der Übergangs-Chef der Thomas Cook Group, Sam Weihagen, in einer Telefonkonferenz.

Auch in seinen Schätzungen für die letzten drei Monate 2011 – dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 – , blieb der Reiseveranstalter hinter den eigenen Erwartungen zurück. Deshalb sollten die vorläufigen Jahresergebnisse 2010/11 erst präsentiert werden, wenn das Unternehmen über neue Rücklagen verfüge. „Wir sind zuversichtlich, dass wir von unseren Kreditgebern Unterstützung bekommen.“

Grund für die schlechten Geschäfte sei vor allem die Euro-Krise und das derzeitige Klima in Europa. „Das regt nicht gerade die Nachfrage nach Urlaub an“, erklärte Weihagen. Zudem leide der Tourismus unter der Lage in Nordafrika. Vor allem in Frankreich, dessen Bürger gerne und oft nach Nordafrika reisen, sei der Markt eingebrochen.

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