Reiseportal-Betreiber Unister: Interne E-Mails könnten Gründer und Chef Wagner belasten

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Logo von Unister an der Firmenzentrale

von Christian Schlesiger

Seit mehreren Wochen ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden gegen den Gründer und Chef des Leipziger Internet-Unternehmens Unister, Thomas Wagner, wegen des unerlaubten Vertriebs von Versicherungsprodukten und Steuerhinterziehung.

Interne E-Mails, die der WirtschaftsWoche vorliegen, werfen nun die Frage auf, ob Wagner beim Verkauf der Versicherungsprodukte das Erlaubte überdehnt haben könnte. In einer internen E-Mail vom August 2011, die dem Magazin vorliegt, schrieb eine enge Mitarbeiterin Wagners an Unister-Manager unter Bezug auf ein Gespräch mit Wagner: „Wir sollen uns eine Art Umbuchungsschutz ausdenken, so dass wir eine zusätzliche Servicegebühr auf allen internationalen Portalen erheben können.“ Weiter heißt es: „Das ganze soll allerdings nicht als Versicherung deklariert sein, um den damit verbundenen Auflagen zu entgehen.“ Einkopiert in der Mail ist auch eine Anweisung Wagners: „Überlegt euch: Bedingungen, welche das Produkt nicht zu einer Versicherung machen.“

Mit den inhaltlichen Vorwürfen konfrontiert, teilte Unister-Sprecher Konstantin Korosides mit, Unister sei davon ausgegangen, dass solche Konstruktionen zulässig seien. Auch andere Reiseveranstalter, Mietwagenfirmen oder Flugportale seien „von einer ähnlichen Rechtsauffassung ausgegangen“ und hätten bis vor kurzem „sehr vergleichbare Produkte am Markt gehabt.“

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Die Finanzaufsicht BaFin hatte knapp drei Monate vor der zitierten Mail im Juni 2011 einen Stornoschutz auf dem Portal hotelreservierung.de entdeckt und Unister auf die Unzulässigkeit ausdrücklich in einem Brief hingewiesen: „Eine Erlaubnis zum Betreiben von Versicherungsgeschäften habe ich Ihnen nicht erteilt.“ Die BaFin drohte mit Strafen und schrieb, sie beabsichtige, die Versicherungsgeschäfte „unter der Androhung von Zwangsgeld zu untersagen.“

Zwar nahm Unister laut BaFin den unerlaubten Stornoschutz von der Seite. Doch ein Jahr später, im Mai 2012, tauchten die nächsten Versicherungsprodukte auf mehreren Unister-Seiten auf, so die BaFin gegenüber der WirtschaftsWoche. Die Produkte hätten zwar neue Namen gehabt, seien aber „im Wesentlichen gleich ausgestaltet“ gewesen. Unister bestreitet dies gegenüber der WirtschaftsWoche. Es habe „erhebliche Unterschiede der entsprechenden Leistungsbestandteile“ gegeben, die sich den jeweiligen Produktbeschreibungen entnehmen ließen.

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