Reiseportale im Check: Tarifchaos und hohe Zusatzgebühren

Reiseportale im Check: Tarifchaos und hohe Zusatzgebühren

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Warum Online-Buchen zur Reisekosten-Falle werden kann und welche Rolle die großen Vergleichsportale dabei spielen.

von Heike Schwerdtfeger und Saskia Littmann

Wer Online eine Reise bucht, muss immer stärker auf die Bedingungen achten, sonst wird es teuer. Vor allem, wenn sich Pläne ändern oder plötzlich Koffer mitgenommen werden müssen.

Der Koffer stammt aus der alten Reisewelt. In der neuen kommen oft nur noch Handgepäck-Trolleys kostenlos in den Flieger. Pech für eine vierköpfige Familie, die mit zwei großen Koffern am Frankfurter Flughafen anrollte. Ihre Freude auf die London-Reise war am British Airways-Schalter schnell verflogen. 144 Euro musste sie für die zwei Koffer bezahlen, die sie einchecken wollte – obwohl die allgemeinen Gepäckgrenzen von 20 Kilo je Koffer eingehalten wurden.

Für den Rückflug wäre dieser Betrag erneut fällig, wie ihnen die Stewardess am Check-In-Schalter süffisant mitteilte. „Ob man denn nicht wisse, dass schon seit zwei Jahren bei einer Buchung über Expedia.de Koffer extra berechnet würden – jeweils mit 72 Euro?“ Dies werde doch bei der Onlinebuchung in einer Tabelle deutlich dargestellt.

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Die Buchung lag Monate zurück. Da die Familie keinen Billigflieger gebucht hatte, wähnte sie sich in Sicherheit. Bei Fluggesellschaften wie British Airways rechnen die wenigsten mit einer derart hohen Koffergebühr. Solche Extra-Kosten sind eigentlich von sogenannten Billigfliegern wie Ryanair oder Norwegian bekannt. Umso mehr zeigt das Beispiel, dass Fluggäste bei der Buchung einer Reise extrem aufmerksam sein müssen, um nicht in eine Kostenfalle zu tappen.

Prominente Werbung

Das gilt insbesondere bei der Buchung über Online-Portale wie Expedia, Nix-wie-weg.de oder fluege.de. Diese locken zwar mit günstigen Preisen und prominenten Werbepartnern (Reiner Calmund, Michael Ballack), sind aber oft nicht so transparent wie nötig.

Rechtlich scheint die Situation nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für einen Billigflieger geklärt zu sein. Reiseanbieter und Fluggesellschaften müssen allerdings transparent auf die Zusatzkosten hinweisen. Passiert das? Die Familie hat daran ihre Zweifel.

Vor der Reise gab es zwar viele Mails von Expedia.de und auch den Hinweis, man möge die Gepäckrichtlinien der Fluggesellschaft ansehen. „Die Fluglinie kann für Aufgabegepäck oder andere optionale Leistungen Zusatzgebühren erheben“, heißt es dort.

Flugreise "Mit Koffern reisen ist teuer"

Wer mit seinen großen Koffern zum Flughafen fährt, zahlt heute häufig einige hundert Euro extra - und das nicht nur bei Billigfliegern. Reiserechtsexperte Ernst Führich erklärt die Tücken der Flugbuchungen.

Ein Flugzeug vor strahlend blauem Himmel Quelle: dpa

Für die Kundin war die unspezifische Mitteilung keine Hilfe, sie hätte sich einen konkreteren Hinweis gewünscht. Sie wurde auch nicht stutzig, als British Airways auf üppige Handgepäck-Freigrenzen hinwies. 23 Kilo könnten die Fluggäste dort in einen für Handgepäck zugelassenen Trolley packen und über den Köpfen anderer Fluggäste in den Handgepäckablagen verstauen. Da werde ja wohl ein normaler Koffer kein Problem sein? Das Gewicht des Koffers der Familie lag sogar unter dem zugelassenen Handgepäcksmaß, er sollte aber eben aufgegeben werden.

Nur zufällig erfuhr die Familie, dass sie die Koffer zumindest bei der Rückreise auch Online einchecken könnten und dann nur jeweils 22 Euro zahlen müssen, statt 72 Euro.

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