Reiseportale: Unister hat das Vertrauen verspielt

KommentarReiseportale: Unister hat das Vertrauen verspielt

von Christian Schlesiger

Mit Portalen wie Ab-in-den-Urlaub oder Fluege.de ist Unister enorm erfolgreich – doch die Methoden dahinter sind dubios, Kunden müssen höllisch aufpassen.

Eigentlich gebührte Thomas Wagner größter Respekt für seine unternehmerische Leistung. Der Mittdreißiger baute aus einem Studentenportal ein gigantisches Netz an Reise-, Finanz- und Informationsportalen auf und macht damit inzwischen ein Vermögen. Der Umsatz liegt allein bei den Reiseportalen wie ab-in-den-urlaub.de, fluege.de und travel24.com geschätzt im hohen dreistelligen Millionenbereich. Wagner könnte einer dieser Unternehmer sein, die den Erfolg der deutschen Wirtschaft ausmachen. 

Doch Wagner entschied sich scheinbar für den Weg der Abzocke. Der derzeitige Kampf zwischen dem Springer-Blatt „Computer Bild“ und der Leipziger Unister fördert nur zu Tage, was Beobachter schon lange verfolgt haben. Wagners Geschäftsmodell basiert zumindest teilweise darauf, Kunden hinters Licht zu führen. Mitunter verstößt er dabei gegen geltendes Recht. So hat das Oberlandesgericht Dresden das Siegel "Verbraucherschutz.de empfohlen 2012", mit dem die Seite fluege.de für sich Werbung machte nun gekippt. Die Begründung: Es fehle dem Siegel ein objektives Prüfverfahren. 

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Manchmal sind die Methoden auch nur dreist. Aber immer müssen Kunden höllisch aufpassen.

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Schwerwiegende Vorwürfe

Wenn ein Häkchen bei einer Versicherungspolice voreingestellt ist – geschenkt. Doch die jüngsten Vorwürfe der „Computer Bild“ wiegen schwer: So sollen Altpreise ein Schnäppchen vorgaukeln, Service-Pauschalen als „Gebühren und Mehrwertsteuer“ getarnt worden sein und unechte Mitglieder-Profile die Zahl der zahlenden Abonnenten nach oben treiben. Unister widerspricht den Anschuldigungen energisch, derzeit klären Juristen was an den Vorwürfen dran ist.

 

Welche Praktiken gegen geltendes Recht verstoßen, müssen die Richter entscheiden. Unister argumentiert, dass Wagner eben ein bisschen geschickter agiere als die Wettbewerber. Auch das mag zutreffen. Doch das Vertrauen hat der Unister-Chef mit seinen Methoden längst verspielt. Am Ende entscheidet der Kunde, wo er etwa seine nächste Reise bucht.

 

Ich buche schon längst woanders.

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