Reisetrends: Geschäftsreisen ja, aber bitte günstig

Reisetrends: Geschäftsreisen ja, aber bitte günstig

von Hans-Jürgen Klesse

Die Zahl der Geschäftsreisen steigt, 2011 haben die Ausgaben dafür fast das Niveau des Rekordjahrs 2008 erreicht. Der Trend dürfte sich auch 2012 fortsetzen: Die meisten Unternehmen gehen davon aus, dass mehr gereist wird und die Ausgaben steigen.

Die Bemerkung fiel eher beiläufig: „Die Unternehmensberater in Deutschland müssen sich mehr und mehr auf technologieinduzierte Veränderungen im Klientenverhalten und in der Klientenkommunikation einstellen“, ergab die neue Studie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU). Was das heißt, erklärte BDU-Vize-Präsident Jörg Lennardt: „Viele Termine laufen nicht mehr Face-to-Face sondern über den Computer, vor allem, um Zeit und Reisekosten zu sparen.“

Videokonferenzen statt Dienstreisen

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Was der Geschäftsführende Gesellschafter der ExperConsult-Gruppe in Dortmund für seine traditionell besonders reisefreudigen Berufskollegen feststellte, ist einer von zwei nur auf den ersten Blick widersprüchlichen Trends:

  • Zum einen verfügen immer mehr Unternehmen über die notwendige Infrastruktur für Video- und Telefonkonferenzen, so dass ein Teil der Termine, die früher mit einer Dienstreise verbunden waren, heute virtuell abgearbeitet wird.

  • Und dennoch – und das ist der Gegentrend – sind die Mitarbeiter deutscher Unternehmen per saldo wieder deutlich öfter unterwegs als in der Krise.

Der scheinbare Widerspruch klärt sich bei näherem Hinschauen: Während Routine-Termine und Reisen zwischen den einzelnen Niederlassungen der Unternehmen immer öfter durch Video-Konferenzen ersetzt werden, überwiegt bei Kundenbeziehungen nach wie vor der persönliche Kontakt.

Dienstreisen

  • Wie viel deutsche Unternehmen für Dienstreisen ausgeben

    Deutsche Unternehmen gaben im Jahr 2007 48,7 Milliarden Euro für Dienstreisen aus. Die Anzahl lag mit etwa 167 Millionen über den Zahlen der Folgejahre. (2008: 163,1 Mio.; 2009: 145,1 Mio., 2010: 154,8 Mio.; 2011: 163,4 Mio.). Die Zahl für 2011 beruht noch auf Schätzungen.

  • So teuer werden Economy-Flüge

    Die wahrscheinliche Kostenentwicklung für 2012 sieht wie folgt aus:

    Economy-Flüge

    Wer innerhalb Europas reist, muss sich auf Steigerungen von bis zu vier Prozent einstellen.

    Für USA-Flüge könnte ein Aufpreis von zwei bis fünf Prozent verlangt werden.

    Auch für Dienstreisende nach Asien kann es bis zu fünf Prozent teurer werden.

    Wer nach Lateinamerika will, muss ebenfalls mit bis zu sechs Prozent höheren Preisen rechnen.

  • Was auf Reisen am meisten kostet

    Flugkosten sind der größte Kostenfaktor bei den Dienstreisen (26 Prozent). Diesen ersten Platz teilen sie sich mit den Kosten für die Übernachtungen (Hotelkosten: 26 Prozent). Weitere Dinge, die in das Budget mit einfließen sind kosten für Bahnreisen (16 Prozent) und die Aufwendungen für Verpflegung (12,5 Prozent).

  • Preissteigerungen in der Business-Class

    Business-Flüge

    Die Preise in der Business-Class werden in diesem Jahr voraussichtlich ebenfalls steigen:

    Wessen Flugziel innerhalb Europas liegt, wird mit einer Kostensteigerung von drei bis sieben Prozent rechnen müssen.

    Wer in die USA will, muss wahrscheinlich drei bis fünf Prozent mehr zahlen, Ziele in Asien werden sogar um sechs bis zehn Prozent teurer.

    Lateinamerika-Reisende müssen mit Aufschlägen von fünf bis acht Prozent rechnen.

  • Wie die Hotelpreise steigen werden

    Auch bei den Hotelpreisen wird es wohl teurer werden.

    Experten von American Express Business Travel Forecast erwarten, dass die Kosten für Übernachtungen in Europa um bis zu fünf Prozent steigen.

    Bis zu sechs Prozent teurer sollen Hotelaufenthalte in den USA werden, bis zu zehn Prozent mehr muss für Übernachtungen in Asien bezahlt werden.

    Fünf bis sechs Prozent mehr werden voraussichtlich Übernachtungen in Lateinamerika kosten.

Zahlreiche Ein-Tages-Reisen

Längst vergessen sind mittlerweile die Monate Ende 2008 und das Jahr 2009, als große Unternehmen wie SAP von heute auf morgen ein totales Reiseverbot verfügten und die Flugzeuge auch morgens und abends zu den Hauptverkehrszeiten halb leer blieben. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Dienstreisen erstmals wieder leicht über der von 2008, dem letzten Boomjahr vor der der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Für 2008 kam die jährlich durchgeführte Geschäftsreiseanalyse des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR) auf gut 163 Millionen Geschäftsreisen und ein Ausgabenvolumen von 46,6 Milliarden Euro.

Die genauen Zahlen für das vergangene Jahr liegen zwar erst im Frühsommer vor, wenn die VDR-Geschäftsreiseanalyse 2012 vorgelegt wird, erste Highlights sind aber schon bekannt. So hat sich der Trend zu kürzeren Reisen fortgesetzt: Über die Hälfte der Dienstreisen waren 2011 Ein-Tages-Reisen – mit 53 Prozent war der Wert seit Beginn der VDR-Erhebung 2003 noch nie so hoch.

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