Reiseunternehmen: Warum TUI zum Mobilfunkanbieter wird

Reiseunternehmen: Warum TUI zum Mobilfunkanbieter wird

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TUI soll jetzt auch auf dem Mobilfunkmarkt durchstarten.

von Hans-Jürgen Klesse

Der Reisekonzern TUI wird ab Dezember zum Mobilfunkanbieter. Damit können die Kunden des größten europäischen Reiseveranstalters in Zukunft auch im Urlaub ohne hohe Roaming-Gebühren telefonieren und im Internet surfen.

Kaum hat TUI-Chef Friedrich Joussen die Übernahme der britischen 54-Prozent-Tochter TUI Travel abgeschlossen, da landet der frühere Vodafone-Chef den nächsten Coup: Die TUI wird in Joussens ehemaligem Betätigungsfeld aktiv - und gründet eine Mobilfunktochter.

TUI Connect, so der neue Ableger, hat kein eigenes Netz und ist auch nicht als Konkurrenz zu den Platzhirschen Telekom oder Vodafone aufgestellt. Vielmehr soll das Untenrnehmen eine Leistung anbieten, die urlaubende Menschen bisher vermissen: mobile Kommunikation zu tragbaren Kosten auch jenseits der eigenen Landesgrenzen.

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Mobilfunk-Tarife im EU-Ausland: ab 1. Juli 2014

  • Selbst getätigte Anrufe pro Minute

    1. Juli 2012: 0,29 €
    1. Juli 2013: 0,24 €
    1. Juli 2014: 0,19 €

    Alle Preise zzgl. MwSt.

  • Angenommene Anrufe pro Minute (sekundengenaue Abrechnung von Beginn)

    1. Juli 2012: 0,08 €
    1. Juli 2013: 0,07 €
    1. Juli 2014: 0,05 €

    Alle Preise zzgl. MwSt.

  • Verschickte SMS

    1. Juli 2012: 0,09 €
    1. Juli 2013: 0,08 €
    1. Juli 2014: 0,06 €

    Alle Preise zzgl. MwSt.

  • Eingegangene SMS

    1. Juli 2012: kostenlos
    1. Juli 2013: kostenlos
    1. Juli 2014: kostenlos

    Alle Preise zzgl. MwSt.

  • Datendienste pro Megabyte (MB)

    1. Juli 2012: 0,70 €
    1. Juli 2013: 0,45 €
    1. Juli 2014: 0,20 €

    Alle Preise zzgl. MwSt.

Bisher ist es recht teuer, wenn deutsche Urlauber vom Strand im türkischen Antalya nach Hause telefonieren oder - noch schlimmer – mit ihrem Smartphone im Internet surfen oder Mails checken. Der Grund sind die Roaming-Gebühren, die die jeweiligen ausländischen Netzbetreiber für ein- wie für ausgehende Anrufe und Datenkommunikation kassieren. TUI Connect will mit den jeweils stärksten Netzbetreibern der Ferienländer Verträge schließen, damit diese Gebühren weitgehend entfallen.

Kundenbindung per Telefon

Die Idee ist so clever, dass sich sofort die Frage aufdrängt, warum nicht längst schon jemand anders auf diese Idee gekommen ist. Möglich, dass es Joussens Blick von außen brauchte, um den Nutzen des neuen Serviceangebots zu erkennen – und seine jahrelange Erfahrung aus der Mobilfunkwelt. Denn im Prinzip könnte die TUI-Connect-Telefonkarte für den Reiseveranstalter zu dem werden, was die Meilenprogramme für die Fluggesellschaften oder die Hotelketten sind.

Zumal TUI Connect gleich mehrere Zwecke erfüllt. Für das Unternehmen ist es ein zusätzliches Kundenbindungsinstrument, dessen Konditionen sich so gestalten lassen, dass Loyalität sich auszahlt. Wer schon mehrmals TUI gebucht hat, könnte beispielsweise günstiger telefonieren als der Erstkunde oder ein zusätzliches Datenpaket zum kostenlosen Surfen bekommen. Zudem verhilft es dem TUI-Angebot zu einem weiteren Alleinstellungsmerkmal - weil es den Kunden einen zusätzlichen Nutzen bringt.

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Mindestens ebenso wichtig: Mit dem neuen Angebot verschafft sich der Veranstalter einen zusätzlichen Vertriebskanal, der bestens zur kurzfristigen Vermarktung lokaler Angebote am Urlaubsort geeignet ist. Der Phantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt: Verkauft werden kann alles, aus dem eigenen Bauchladen ebenso wie von örtlichen Partnern – vom Bootsausflug über den Bauchtanzkurs bis zum Restaurantbesuch oder zur Teppich-Verkaufsveranstaltung.

Quasi nebenbei sammelt die TUI einen Haufen Daten über die Nutzer des neuen Service. Die helfen dabei, die Kunden und ihre Interessen besser kennenzulernen, so dass sie bei nächster Gelegenheit mit individuell zugeschnittenen Angeboten versorgt werden können. Die Daten über das Kundenverhalten könnten irgendwann auch an Dritte verkauft werden – und somit zu einer zusätzlichen Einnahmequelle für das Unternehmen werden.

Last-but-least könnte TUI Connect auch ausgebaut werden: Zu einer Kundenkarte etwa oder zu einer Kreditkarte. Wie schon gesagt: Der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.

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