Reiseveranstalter: Gerüchte um Schieflage bei FTI unwahrscheinlich

Reiseveranstalter: Gerüchte um Schieflage bei FTI unwahrscheinlich

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Die Gerüchte um angebliche finanzielle Engpässe beim Reiseveranstalter FTI halten sich hartnäckig. Woher sie stammen ist unklar, vielleicht hat mancher die Ansage der TUI künftig mehr eigene Reisen und weniger von Fremdanbietern zu verkaufen falsch gedeutet.

von Hans-Jürgen Klesse

Dem Münchener Reiseveranstalter FTI soll angeblich eine finanzielle Schieflage drohen. Aus der Faktenlage lässt sich das schwerlich ableiten. Steckt die Konkurrenz hinter den Gerüchten?

Dem Münchner Reiseveranstalter FTI, mit rund 1,8 Milliarden Euro Umsatz die Nummer 4 der Reiseanbieter in Deutschland, droht angeblich eine finanzielle Schieflage, war heute im Handelsblatt zu lesen. Sehr wahrscheinlich ist das nicht, erst am Mittwoch hatte Unternehmensgründer Dietmar Gunz die Zahlen für das letzte Geschäftsjahr vorgelegt und die sind nicht weiter auffällig.

FTI hat für das zu Ende gehende Geschäftsjahr einen operativen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 32 Millionen Euro ausgewiesen, was einer Umsatzrendite von 1, Prozent entspricht. Das ist nicht zum Niederknien, entspricht aber den in der Branche üblichen Größenordnungen.

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Ziemlich mau ist allerdings, was unter dem Strich tatsächlich hängen blieb: Wegen Abschreibungen auf den Firmenwert von Zukäufen und Währungsverlusten waren das gerade mal 2,6 Millionen Euro. Andererseits: FTI wächst schnell und Gunz hat genug auf der hohen Kante, um auch mal ein finanziell schwaches Jahr durchzustehen. Zudem gehört die VR Meine Raiffeisenbank Altötting mit einer Beteiligung von acht Millionen Euro zu den stillen Gesellschaftern von FTI.

Aus der Faktenlage lassen sich die Gerüchte also schwerlich ableiten. Andererseits tauchten auch bei der WirtschaftsWoche schon vor Wochen Gerüchte aus dem Kreis von Insolvenzverwaltern auf, in Süddeutschland habe "ein großer Reiseveranstalter mit F" mit finanziellen Engpässen zu kämpfen. Auch Gunz wusste offenbar um die kursierenden Gerüchte, zeigte er sich bei der Vorlage der Zahlen Mitte der Woche doch offen wie sonst selten.

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Möglich - auch solche Gerüchte gibt es -, dass die Nachrichten über die angebliche Schieflage von einem Konkurrenten gestreut wurden. Tatsache ist, dass der Wettbewerb in der Reiseindustrie härter wird und FTI gehört zu den Preis-aggressiven Anbietern, was nicht allen gefällt. Andererseits grenzt das Streuen solcher Gerüchte schon fast an Rufmord, denn Reisebüros sind nach der geltenden Rechtsprechung gehalten, keine Veranstalter zu verkaufen, bei denen die Gefahr besteht, dass Urlauber irgendwo in der weiten Welt hängen bleiben, weil der Organisator klamm ist. Die Pleite von GTI vor einigen Monaten ist noch in frischer Erinnerung.

Vielleicht beruht aber alles auch nur auf einem großen Missverständnis. Die TUI hatte vor einigen Wochen ihre eigenen Reisebüros angewiesen, in Zukunft mehr eigene, TUI-Pauschalreisen zu verkaufen und dafür den Anteil fremder Veranstalter wie FTI zurückzufahren. Möglich, dass einige TUI-Agenturen das in den falschen Hals bekommen haben.

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