René Obermann: Ex-Telekom-Chef an die Lufthansa-Spitze?

René Obermann: Ex-Telekom-Chef an die Lufthansa-Spitze?

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Nach 27 Tagen bei Ziggo wieder auf Jobsuche - René Obermann.

Quelle:Handelsblatt Online

Kaum hatte Ex-Telekom-Chef René Obermann seinen neuen Posten beim niederländischen Kabelnetzbetreiber Ziggo angetreten, ist er auch schon wieder auf dem Sprung. Der Chefposten bei der Lufthansa könnte das Ziel sein.

„Näher an den Maschinenraum“ zu rücken, das war der Wunsch René Obermanns als er im vergangenen Jahr den Abschied bei der Telekom einläutete. Der Chefposten bei einem im Vergleich zur Deutschen Telekom kleinen und feinen niederländischen Kabelunternehmen sollte es werden – doch dort kam ihm ein Großkonzern in die Quere. Gerade erst im Amt bei Ziggo, schluckt der US-Medienmogul John Malone mit seinem Konzern Liberty Global die Niederländer.

Das Ergebnis für Obermann: Er ist wieder auf dem Sprung. Und aus dem angestrebten Maschinenraum könnte über den Umweg in den Niederlanden ein Flugmaschinen-Hangar in Frankfurt werden. Nach Informationen des Handelsblatts hat der Aufsichtsrat der Lufthansa Kontakt mit Obermann aufgenommen.

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Die Sparprogramme der Lufthansa

  • Programm 1993 (1993)

    Nach dem Golfkrieg Anfang der neunziger Jahre brach der Luftverkehr ein und die Lufthansa rutschte wegen zu hoher Kosten und Überkapazitäten an den Rand der Pleite. So startete der 1991 zum Vorstandschef gewählte Jürgen Webers sein erstes Sparprogramm, bei dem er mit Zustimmung der Gewerkschaften 8000 Stellen abbaute. Das Programm war ein Erfolg, nicht zuletzt, weil es die Lufthansa zur Schicksalsgemeinschaft machte und die Arbeit im Sparteam die späteren Konzernchefs Wolfgang Mayrhuber und Christoph Franz zu engen Vertrauten machte.

  • Programm 15 (1996)

    Trotz der Erfolge der Sanierung knickte der Lufthansa-Gewinn 1996 wieder ein. Die nach wie vor zu hohen Kosten sollte das Programm 15 drücken, von 17 Pfennigen um einen Passagier einen Kilometer weit zu transportieren auf höchstens 15, was einer Einsparung von einer Milliarde Mark oder fünf Prozent des Umsatzes entsprach. Das Programm erreichte das Sparziel eine Milliarde, doch am Ende scheiterte es, weil andere Kosten die Lufthansa wieder zu einem der teuersten Anbieter der Branche machte.

  • Operational Excellence (1999)

    Trotz boomender Wirtschaft sanken Ende der neunziger Jahre die Lufthansa-Gewinne, nicht zuletzt wegen der wachsenden Konkurrenz durch Billigflieger. Darum sollte Operational Excellence nicht nur die Kosten senken, sondern auch die Qualität und besonders die Pünktlichkeit steigern, damit die Lufthansa ihre höheren Preise rechtfertigen konnte. In Sachen Pünktlichkeit half das Programm. Doch zum Qualitätsführer machte es Lufthansa nicht, nicht zuletzt, weil der Bordservice trotz hoher Investitionen unter dem Branchenstandard blieb.

  • D-Check / D-Check akut (2001)

    Noch vor dem Ende des New Economy-Booms sackte 2000 der Lufthansa-Gewinn. Weil bisherige Sparprogramme kaum langfristig wirkten, wollte Konzernchef-Jürgen Weber mit D-Check – benannt nach der Generalüberholung eines Flugzeugs – die Arbeitsweise des Unternehmen verändern und die Kosten nachhaltig um eine Milliarde Euro senken. Nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 kam D-Check akut und wurde dank Streckenstreichungen und Lohnzugeständnissen von gut 200 Millionen Euro mit fast 1,5 Milliarden Euro Ersparnis das einzige erfolgreiche Sparprogramm des Jahrzehnts.

  • Aktionsplan (2004)

    Kaum im Amt musste der neue Konzernchef Wolfgang Mayrhuber nach Krisen wie dem Nachfrageeinbruch durch die Lungenseuche Sars in China für das Jahr 2003 einen erneuten Gewinneinbruch verkünden und wollte mit dem Aktionsplan die Kosten um 1,2 Milliarden Euro senken. Parallel dazu versuchte die Lufthansa ihren Europaverkehr im Rahmen von „Zukunft Kont“ neu und effizienter zu organisieren. Am Ende fehlte dem Programm die klare Linie und weil Flughäfen und anderen Lieferanten kaum Sparbeiträge lieferten, blieb es unter den Erwartungen.

  • Upgrade (2007)

    Nach dem wenig erfolgreichen Aktionsplan rückte die Lufthansa in der nächsten Effizienzrunde wieder die Qualitätsverbesserung nach vorne. Doch das komplette „Upgrade to Industrie Leadership“ genannte Programm verpuffte, nicht zuletzt, weil in der 2008 beginnenden Finanzkrise den Kunden und besonders Geschäftsreisenden Qualität weniger wichtig war als ein guter Preis. Darunter litt besonders die Lufthansa, deren Service besonders im Vergleich zu Wettbewerbern wie Emirates eher dürftig ausfällt.

  • Climb 2011 (2009)

    Nach dem Misserfolg des Qualitätsprogramm Upgrade startete Christoph Franz seine Zeit als Chef das Fluggeschäfts mit einem klassischen Sparprogramm. Auch weil es erstmals Entlassungen androhte und einen – Hochverrats verdächtigen - Umbau der Europaflüge in Richtung der Billigflieger vorschlug, musste Franz zurück rudern. Doch weil der Spardruck bleib und der Versuch den Einkauf im Konzern zu zentralisieren, grandios scheiterte,  bleib am Ende eine magere Ersparnis von gut 600 Millionen - und an der unzeitgemäß aufwändigen Arbeitsweise änderte sich nichts.

  • Score (2012)

    Kaum Konzernchef, kündigte Christoph Franz den in drei wirkungslosen Sparrunden vermiedenen Komplettumbau an: mit zuvor unvorstellbaren Dingen wie Entlassungen, Entmachtung der Konzerntöchter zu Gunsten der Zentrale und dem Übergang der tiefroten Europafliegerei zur Billigtochter Germanwings. Die Aussichten sind gut, weil Franz Erfolge vorsichtig feiert, die Führung durch konzernfremde Manager ergänzte, der ganze Vorstand in Workshops für das Programm wirbt - und Franz beim Umbau der Tochter Austrian zeigte, dass er noch radikalere Dinge wie ein Ausflaggen nicht fürchtet.

Der zu Telekom-Zeiten nicht immer unumstrittene Manager scheint also nach wie vor begehrt zu sein. So ist aus gut informierten Kreisen zu hören, dass Lufthansa-Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Mayrhuber Interesse an Obermann hat. Er wurde als Kandidat für den Posten des Vorstandsvorsitzenden der größten europäischen Fluggesellschaft identifiziert.

Mayrhuber sucht einen neuen Chef für Europas größte Fluggesellschaft. Zwar gibt es mit Carsten Spohr, Vorstandschef des Passagiergeschäfts, seit längerem einen aussichtsreichen internen Kandidaten. Aber Mayrhuber, selbst bis 2010 Vorstandschef der Airline, will alle Optionen prüfen.

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„Die externe Suche ist keine Farce, Mayrhuber betreibt die absolut ernsthaft und meint es durchaus ernst“, heißt es im Umfeld der Lufthansa. Nach jüngsten Informationen führt Mayrhuber noch mit einem Kandidaten Gespräche. Ob das Obermann ist, ist allerdings offen. „Herr Mayrhuber hat nur einen sehr engen Kreis von Vertrauten eingeweiht. Er will erst an den Aufsichtsrat herantreten, wenn er auch was Handfestes vorweisen kann“, berichten Insider.

Quelle:  Handelsblatt Online
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