Bild: ScreenshotPlatz 10: Bonprix
Umsatz 2010: geschätzte 600 Millionen Euro*
Die Otto-Tochter Bonprix ist seit 1986 am Markt. Sie wirbt mit günstigen Preise für junge Mode und spricht damit in erster Linie Frauen an.
* Quelle: EHI Retail Institute - Die Otto-Töchter Bonprix und Witt werden einzeln ausgewiesen.
Bild: ScreenshotPlatz 9: Witt Weiden
Auf mehr als 100 Jahre Firmengeschichte kann die oberpfälzische Witt-Gruppe zurückblicken. Witt ist mittlerweile mit fünf Marken in 10 Ländern aktiv. Zielgruppe ist die Generation 50plus.
Umsatz 2010: 603 Millionen Euro
Bild: ScreenshotPlatz 8: Heine
Die Heine-Kataloge sind den Deutschen ähnlich bekannt wie Quelle oder Neckermann. Das Unternehmen entstand in den 50er Jahren, 1974 übernahm Konkurrent Otto den Heine Versand. 1996 startete Heine mit seinem Onlineangebot.
Umsatz 2010: 666 Millionen Euro
Bild: dapdPlatz 7: QVC
Quality, Value, Convenience Deutschland unterhält einen Teleshopping-Kanal und das Onlineportal qvc.de. QVC startete 1986 in den USA, zehn Jahre später kam das Unternehmen nach Deutschland. Neben den Vertriebskanälen TV und Internet ist QVC seit 2010 auch mobil mit Apps präsent.
Umsatz 2010: 719 Millionen Euro
Bild: ScreenshotPlatz 6: Klingel
Das Versandhaus Klingel führt unter anderem Schmuck des exzentrischen schwäbischen Designers Harald Glööckler. In Pforzheim unterhält Klingel ein Shoppingcenter auf 4000 Quadratmetern.
Umsatz 2010: geschätzte 740 Millionen Euro
Bild: PressebildPlatz 5: Conrad Electronic
Werkzeug, TV-Geräte, Glühbirnen - Conrad ist das Technik-Dorado der Schrauber und Bastler. Filialen, Katalog und Onlineportal führen mehr als 220.000 Produkte. Die Conrad-Gruppe geht zurück auf Max Conrad der 1923 das "Radio Conrad" gründete.
Umsatz 2010: geschätzte 785 Millionen Euro
Bild: dpaPlatz 5: Neckermann
Neckermann schafftte es als reiner Onlinehändler zuletzt noch auf Platz fünf. Seit dem 1. Oktober 2012 ist endgültig Schluss.
Umsatz 2010: 871 Millionen Euro
Bild: ScreenshotPlatz 3: Weltbild
Die Verlagsgruppe Weltbild beschäftigt mehr als 6.400 Mitarbeiter. Zum Sortiment gehören Bücher und E-Books, Musik und DVDs, Software und Games, Haushaltsartikel, Spielwaren und Geschenkartikel. Im Online-Buchhandel ist der Internetshop nach eigener Aussage bereits die Nummer zwei in Deutschland.
Umsatz 2010: geschätzte 1,15 Milliarden Euro
Bild: dpaPlatz 2: Otto
Otto vertreibt über seine Plattform otto.de mehr als 1,8 Millionen Artikel. Der Online-Anteil am Umsatz beträgt bereits 74 Prozent.
Umsatz 2010: 2,1 Milliarden Euro
Bild: dpaPlatz 1: Amazon
Der Konzern von Jeff Bezos schafft es auch in Deutschland auf Platz eins. Amazon.com startete 1995, heute ist das Unternehmen weltweit aktiv und beschäftigt mehr als 43 000 Voll- und Teilzeitkräfte.
Umsatz 2010: 2,6 Milliarden Euro
Platz 10: Bonprix
Umsatz 2010: geschätzte 600 Millionen Euro*
Die Otto-Tochter Bonprix ist seit 1986 am Markt. Sie wirbt mit günstigen Preise für junge Mode und spricht damit in erster Linie Frauen an.
* Quelle: EHI Retail Institute - Die Otto-Töchter Bonprix und Witt werden einzeln ausgewiesen.
Montagabend, 20 Uhr, Claudine Walter steht vor dem Spiegel und zupft an ihrer neuen Bluse. „Das Teil sitzt zu eng“, sagt die 31-jährige Freiberuflerin in Köln. Sie hat die Bluse beim Rumstöbern im Otto-Online-Shop gekauft. Also ruft sie beim zuständigen Hermes-Paketdienst an, der die Bluse zurück zum Absender befördern soll. „Wann sollen wir das Paket abholen?“, fragt die Stimme am Telefon. Beide einigen sich auf den nächsten Morgen um zehn Uhr.
Was nun in Gang kommt, ist eine logistische Meisterleistung: Über 1000 Kilometer wird die 38 Euro teure Bluse auf Deutschlands Straßen zurücklegen, über schier endlose Transportbänder rollen, von Menschenhand auf Beschädigungen geprüft, von Robotern in Hochregalen verstaut, bis sie erneut ausgeliefert wird.
Deutsche lieben es, Waren zurückzuschicken. Jeder zweite per Internet oder per Katalog bestellte Artikel geht zurück an den Absender – bei Damenoberbekleidung sind es sogar 70 Prozent. Retouren heißen die Rücksendungen in der Branche. Die Logistik dahinter gilt inzwischen als das existenzentscheidende Kriterium für den Erfolg eines Versandhändlers. Die Rentabilität „steht und fällt mit dem Retourenmanagement“, sagt Dieter Urbanke, Vorsitzender der Geschäftsführung Hermes Fulfillment, der Logistiktochter des Hamburger Otto-Konzerns.

Die Möglichkeit der Kunden, die Ware kostenlos zurückzuschicken, hat sich zu einem kostspieligen, aber unerlässlichen Wettbewerbsinstrument des Online-Handels entwickelt. Obwohl die Kunden Waren laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) erst ab einem Wert von 40 Euro kostenlos zurücksenden dürfen, übernehmen viele Händler die Retourenkosten grundsätzlich. Das belastet das Ergebnis, wie eine Studie der Uni Regensburg belegt: Jeder vierte Online-Händler wendet zwischen 7,50 und 10,00 Euro pro Retoure auf. Fast 70 Prozent dieser Kosten entfallen auf Bearbeitung und Wiedereinlagerung, nur 30 Prozent auf das Porto.
„Retouren gehören zum Geschäft“, sagt Christoph Wenk-Fischer, Chef des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (BVH). „Wenn wir uns nicht so kulant verhielten, würde es nicht so boomen.“ An dieser pragmatischen Grundhaltung wird auch das neue EU-Recht, das Ende 2013 in Kraft tritt, nichts ändern: Verbraucher sollen dann zwar Rücksendekosten ohne Ausnahme selbst tragen. „Doch da bleibt alles beim Alten“, prognostiziert Hermes-Logistiker Urbanke. „Wer will als Händler schon Kunden an die Konkurrenz verlieren.“
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