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Rhön-Kliniken-Übernahme: Warum Helios-Kliniken erfolgreicher sind

von Anke Henrich

Fresenius will seine Tochter Helios-Kliniken mit Konkurrent Rhön verschmelzen und zum größten privaten Klinikbetreiber werden. Schon jetzt gilt Helios als die wirtschaftlich erfolgreichste Klinikkette. Wie machen die das?

Eine Mitarbeiterin bei Fresenius Medical Care Quelle: PR
Kommt es zu einer Übernahme der Rhön-Klinken durch Fresenius, entsteht durch eine Fusion mit den Helios-Kliniken Deutschlands größter privater Klinikbetreiber Quelle: PR

Mit dem Glockenschlag zu Mitternacht endete am Mittwoch das Übernahmeangebot für Aktien der Rhön-Kliniken. Der Medizinkonzern Fresenius hatte allen Rhön-Aktionären angeboten, für insgesamt 3,1 Milliarde Euro ihre Papiere zum Preis von 22,50 Euro das Stück zu übernehmen. Das sind 50 Prozent mehr als der letzte Kurs vor Bekanntwerden der Übernahmepläne. Der Schlusskurs gestern lag bei 18,52 Euro.

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Die Rhön-Klinikum AG

  • Mitarbeiter

    Die Rhön-Klinikum AG beschäftigt mehr als 39.000 Ärzte, Schwester und Pflegepersonal.

  • Patienten

    Im ergangenen Jahr behandelten die Kliniken des Rhön-Verbunds rund 2,2Millionen Patienten.

  • Entwicklung

    Das Unternehmen startete 1973 mit 66 Mitarbeitern. Rhön-Gründer Eugen Münch brachte das Unternehmen 1989 an die Börse. Seit 1996 ist das Unternehmen im MDax.

  • Bilanz 2011

    2011 erlösten die Rhön-Kliniken einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro - drei Prozentmehr als im Vorjahr. Das operative Ebitda lag bei 337 Millionen Euro (+ 10 Prozent). Der Konzerngewinn lag bei 161 Millionen Euro (+11 Prozent).

  • Das 1. Quartal 2012

    Das Rhön-Klinikum musste im ersten Quartal 2012 einen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Überschuss fiel um 10,3 Prozent auf 34,1 Millionen Euro. Damit ist der Rückgang stärker als erwartet. Gestiegene Patientenzahlen sorgten aber für einen Anstieg des Umsatzes um 5,4 Prozent auf 682,3 Millionen Euro.

Noch wackelt die Übernahme nicht nur aus kartellrechtlichen Gründen. Die Hamburger Konkurrenten Asklepios Kliniken erklärten gestern, 5,01 Prozent der Rhön-Anteile bei anderen Aktionären gekauft zu haben. Er könnte den Zusammenschluss der beiden Konkurrenten noch verhindern. Denn der DAX-Konzern Fresenius will Rhön nur übernehmen, wenn er 90 Prozent der Anteile plus eine Aktie angedient bekommt. Vermutlich Freitag will Fresenius bekannt geben, wie viel Prozent sie einsammeln konnten.

Deutschlands größter privater Klinikbetreiber

Falls die Übernahme doch klappt, entsteht aus der geplanten Fusion der Fresenius-Tochter Helios-Kliniken und den Rhön-Kliniken Deutschlands größter privater Klinikbetreiber. Der Wunsch mag manchen erstaunen, weil Deutschlands Krankenhäuser von Nord bis Süd lautstark die vermeintlich mangelhafte Finanzierung durch die Krankenkassen beklagen. Trotzdem gilt Helios schon jetzt als die wirtschaftlich erfolgreichste Klinikkette. Wie machen die das? Mit Kapital, straffem Management, Spardruck und harten Bandagen.

Übernahmeschlacht Fresenius-Konkurrent funkt dazwischen

Am Krankenhausmarkt tobt ein Nervenkrieg um den Branchenriesen Rhön. Die geplante Übernahme durch den Marktführer Fresenius könnte in letzter Minute von der Konkurrenz gestoppt werden.

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Helios in Kürze: 20.000 Betten und damit vor Asklepios (18.500) und Rhön-Kliniken (15.900) der größte unter den großen privaten Klinikketten in Deutschland. 2011 setzten 65 Helios-Kliniken mit medizinischen Dienstleistungen 2,7 Milliarden Euro (plus 6 Prozent zum Vorjahr) um. 2015 sollen es schon 4,25 Milliarden Euro sein. Den für 2012 erhofften Betriebsgewinn bezifferte das Management mit 310 bis 320 Millionen Euro. Eine stolze Summe, erst Recht in einer Branche, in der manchem Experten jedes fünfte Krankenhaus als so gut wie insolvent gilt.

Wachstum durch Zukäufe

Im vergangenen März erläuterte Helios-CEO Francesco de Meo, wie er die Vorgaben in die Tat umsetzen will. Der Konzern soll in erster Linie durch Zukäufe wachsen. Deshalb auch der geplante Deal mit den Aktionären der Rhön-Kliniken.

Wer unter das Helios-Dach aufgenommen wird, bekommt es mit einem klaren Integrationsplan zu tun, so wie derzeit die bereits übernommenen Kliniken der Damp-Gruppe. Ab dem ersten Jahr der Integration sollen neue Kliniken ein operatives Ergebnis von drei Prozent (EBITDA) ausweisen, nach fünf Jahren sollen es 15 Prozent sein. Frei nach der Prämisse: Luft nach oben gibt es überall.

Für das Management vor Ort, so es an Bord bleibt, bedeutet das Expertenbesuch aus der Konzernzentrale. „Wir gehen mit Management- und Ärzte-Teams in die Kliniken und sehen nach: Was läuft hier anders“, so de Meo. Nach einer Potenzanalyse anhand der Altersstruktur und den behandelten Krankheiten wird das Konkurrenzumfeld der einzelnen Klinik unter die Lupe genommen.

Hinzu kommt, dass eine private Klinik schneller an frisches Geld für Investitionen kommt als eine kommunale Klinik oder ein sozialer Träger. Zudem kann ihnen nicht jeder um seine Wiederwahl besorgte Landrat ins Tagesgeschäft hineinregieren.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.06.2012, 08:49 UhrB.Giertz

    Mit Lohndrückerei kann man natürlich mehr Gewinn erziehlen ...
    Was ist uns die Arbeit einer Reinigungskraft in einem Krankenhaus wert,
    in einem hoch sensiblen bereich also, wo Infektionen jedes Jahr mehr Menschen töten als irgendwelche Gewaltverbrecher ?
    Dass die Herren manager und Conroller bei Helios dagegen vorzüglich verdienen, daran habe ich keinen Zweifel !

  • 28.06.2012, 14:43 Uhrein_Privatpatient

    Dass die Privaten Krankenversicherungen die "38 Privatkliniken mit Hotelcharakter" durchaus problematisch sehen, liegt vorallem daran, dass bis zum 31. Dezember 2011 hierdurch eine Gesetzeslücke durch Helios ausgenutzt wurde. So wurden Voll-Privatversicherte fast ausschließlich in diesen künstlichen Konstrukten einer Privatklinik GmbH aufgenommen und behandelt. Hierbei handelt es sich nicht selten um einzelne Flure des Plankrankenhauses, die durch eine Türe mit der Aufschrift "Privatklinik" getrennt sind. Die medizinische Behandlung sowie das ärztliche und pflegerische Personal sind dabei identisch zum Plankrankenhaus. Allerdings entzog sich Helios - wie auch einige andere Krankenhausträger - damit den Regelungen des Krankenhausentgeltgesetzes. Dabei wurde "das große Geld" nicht über Zimmerzuschläge für "Hotelkomfort" gemacht, sondern die Entgelthöhe für die medizinische Leistung verändert. Während eine Fallpauschale für eine bestimmte medizinische Behandlung somit in einem Plankrankenhaus die Entgelthöhe vorgibt, konnten über diese Privatkliniken für die identische Behandlung, durch dasselbe Personal wesentlich höhere Beträge erzielt werden. Nicht selten wurden auf diese Art Behandlungskosten in 4- oder 5-facher Höhe geltend gemacht. Zu Lasten der Privaten Krankenversicherungen und ihrer Versicherungsnehmer sind somit Zusatzkosten in erheblicher Millionenhöhe entstanden. Ein spürbarer Beitrag in der Rendite des Konzerns... Es ist gut, dass der Gesetzgeber durch eine Gesetzesänderung zu Jahresbeginn hier einen Riegel vorgeschoben hat, nach dem Motto "eine Behandlung zu gleichen Entgelten"...

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