Rhön-Übernahme: Fresenius baut sein Klinik-Imperium aus

Rhön-Übernahme: Fresenius baut sein Klinik-Imperium aus

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Ulf Schneider, der Vorstandsvorsitzende des Medizinkonzerns Fresenius SE, will die Rhön-Kliniken schlucken.

von Rebecca Eisert

Der Gesundheitsriese Fresenius wird noch größer. Für mehr als drei Milliarden Euro will er Konkurrent Rhön-Klinikum schlucken. Was der Mega-Deal für die Branche bedeutet.

Es wird ein Mega-Deal bei dem der größte private Krankenhaus-Riese in Deutschland entsteht: Der Gesundheitskonzern Fresenius hat am Donnerstag ein Übernahmeangebot für den Konkurrenten Rhön-Klinikum angekündigt. Rund 3,1 Milliarden Euro will Fresenius für den Klinikbetreiber bieten.  Fresenius hatte bereits die privaten Klinikbetreiber Damp in Schleswig-Holstein und das Katholische Klinikum Duisburg übernommen. Im Interview mit der WirtschaftsWoche hatte Fresenius-Chef Ulf Schneider Mitte April bereits angekündigt weiter expandieren zu wollen. Man sei keine Kaufmaschine, halte aber die Augen offen. 

Jetzt scheint Schneider ein appetitlicher Happen ins Auge gesprungen zu sein. Die Rhön-Kliniken bestehen aus 53 Häusern. Sie sollen mit den 75 Helios Kliniken von Fresenius zusammengeführt werden. Fresenius ist bereits der größte private Klinikbetreiber in Deutschland. Mit der Fusion entstünde der mit Abstand größte private Klinikkonzern Deutschlands mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro.

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Für jede Rhön-Aktie bietet Fresenius 22,50 Euro und damit rund 50 Prozent mehr als den aktuellen Kurs. Rhön-Gründer Eugen Münch, der gemeinsam mit seiner Frau 12,45 Prozent an der Rhön-Klinikum AG hält, ist laut Mitteilung mit dem Geschäft einverstanden und will auch den übrigen Aktionären die Annahme empfehlen. Die Übernahme kommt nur bei einem Angebot von 90 Prozent und einer Aktie zustande.

Stiller Riese

Fresenius gilt als stiller Riese im Dax. Die Geschäfte laufen seit Jahren stabil. 2011 hat der Konzern seinen Gewinn um 17 Prozent auf 770 Millionen Euro gesteigert und den Umsatz um drei Prozent auf 16,5 Milliarden Euro. Von 2007 bis 2011 hat Fresenius die Gewinne verdoppelt. Auch in den Krisenjahren 2008 und 2009 legte der Gesundheitsriese zu. 

Die Rhön-Klinikum AG

  • Mitarbeiter

    Die Rhön-Klinikum AG beschäftigt mehr als 39.000 Ärzte, Schwester und Pflegepersonal.

  • Patienten

    Im ergangenen Jahr behandelten die Kliniken des Rhön-Verbunds rund 2,2 Millionen Patienten.

  • Entwicklung

    Das Unternehmen startete 1973 mit 66 Mitarbeitern. Rhön-Gründer Eugen Münch brachte das Unternehmen 1989 an die Börse. Seit 1996 ist das Unternehmen im MDax.

Das Unternehmen entwickelt sich seit Jahren deutlich besser als der Dax. Wer vor zehn Jahren 1000 Euro in Fresenius-Aktien investierte, verfügt heute über rund 3.400 Euro. 2012 soll der Umsatz laut Prognose des Unternehmens währungsbereinigt um 10 bis 13 Prozent zulegen, das Konzernergebnis um acht bis elf Prozent. Diese Zahlen nannte Konzern-Chef Ulf Schneider erst kürzlich in einem Interview mit der WirtschaftsWoche.

Hehre Ziele

Schneider sagte der WirtschaftsWoche, von Krankenhäusern, die neue in die Gruppe kämen, erwarte er, dass sie innerhalb von fünf Jahren einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von 15 Prozent des Umsatzes erreichen. 2010 erlöste die Rhön-Klinikum AG einen Umsatz von 2,55 Milliarden Euro und ein Ebitda von 307,3 Millionen Euro. Damit entspricht einem Prozentsatz gut 12 Prozent. Eine gute Ausgangsposition für die Rhön-Kliniken.

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Fresenius will die Übernahme mit einem Kredit und einer Anleihe finanzieren. Bereits im zweiten vollen Jahr soll sich die Transaktion positiv auf den Gewinn pro Aktie auswirken. Die Nachricht von den Übernahmeplänen belastete den Fresenius-Kurs am Donnerstag. Die Aktie gab im frühen Handel um 5,6 Prozent nach.

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