Rickmers-Anleihe: HSH will verpfändete Gelder freigeben

Rickmers-Anleihe: Böses Erwachen für die Anleger

HSH will verpfändete Gelder freigeben

Ohnehin ist bisher unklar, was von der Rickmers Gruppe nach der Sanierung noch übrig bleiben würde. Laut des Papiers will die Reederei einen Teil ihrer Schiffe verkaufen. Mit dem Geld aus den Verkäufen sollen dann Hypothekendarlehen bei der HSH beglichen werden. Um wie viele Schiffe es dabei geht, ist nicht bekannt.

Bertram Rickmers Imperium zerfällt. Noch gehört ihm das Unternehmen ganz allein, stimmen die Anleger zu, würden ihm nur noch 24,9 Prozent bleiben. Rickmers will außerdem rund 30 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen einzahlen, und auf ein Drittel seiner Aufsichtsratsbezüge verzichten. Auch seine Vorstände wollen auf einen Teil ihrer Boni verzichten.

Und auch die Mitarbeiter müssen wohl mit Einschnitten rechnen. So will Rickmers bei "Beratungs- und Personalkosten" sparen. Im Juni 2016 beschäftigte Rickmers rund 500 Mitarbeiter an Land und weitere 1700 auf dem Wasser.

Mini-Bonds für Anleger Zu schön um wahr zu sein

Ob KTG Agrar, German Pellets oder der Modekonzern Steilmann – seit Start des Börsensegments für Mittelstandsanleihen haben immer neue Pleiten das Segment erschüttert. So schützen sich Anleger vor Reinfällen.

In der Vergangenheit mussten Anleger von Mittelstandsanleihen Verluste hinnehmen. Dabei kann man sich vor ihnen schützen, die Beachtung einiger Regeln vorausgesetzt. Quelle: dpa

Immerhin, im Gegenzug zu den Maßnahmen verpflichtet sich nun die HSH als größter Gläubiger dazu, bereits verpfändete Gelder von Rickmers wieder freizugeben. Sonst könnte die Reederei im Juni nicht mal mehr die Anleihezinsen zahlen. Damit will Rickmers die Anleger nun ködern.

Bis zum 10. Mai können sie nun entscheiden, ob sie diesen Plan unterstützen wollen. Allerdings ist die Abstimmung nur gültig, wenn die Wähler mindestens die Hälfte aller Anleihen-Anteile halten. Sonst müsste ein zweites Treffen stattfinden, bei dem dann nur noch 25 Prozent der Gläubiger vertreten sein müssen.

Im Fall einer Insolvenz, warnt Rickmers seine Gläubiger, blieben wohl auch im besten Szenario nicht mal genug Geld übrig, um die Zinsen zu zahlen - also weniger als 24 Millionen Euro von ursprünglich mal 275 Millionen Euro plus Zinsen.

Anzeige

Das Anlegergeld bliebe damit für immer verschollen, irgendwo im Bermuda-Dreieck der Mittelstandsanleihen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%