Rickmers auf Note „C“ gesenkt: Es wird eng für die Reederei

Rickmers auf Note „C“ gesenkt: Es wird eng für die Reederei

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Die Schifffahrtskrise mach Rickmers zu schaffen.

von Jacqueline Goebel, Henryk Hielscher und Saskia Littmann

Vor der krisengebeutelten Reederei liegen heikle Monate. Wie die WirtschaftsWoche berichtete, muss Rickmers Schulden begleichen und restrukturiert möglicherweise die Anleihe. Nun sackt das Rating der Reederei auf Ramschniveau herab.

Bertram Rickmers ist an der ganzen Nordseeküste bekannt, sein Name steht für 180 Jahre Familientradition in der Schifffahrt. Doch die Erfahrung schützte sein Unternehmen nicht vor der Schifffahrtskrise, die seit nunmehr zehn Jahren anhält. Rickmers ist hoch verschuldet, das Unternehmen kämpft um seine Zukunft.

Nun hat die zuständige Ratingagentur die Bewertung für Rickmers auf die Note „C“ gesenkt. Damit bescheinigt Creditreform Rickmers ein „hohes bis sehr hohes Insolvenzrisiko“.

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Wie die WirtschaftsWoche zuvor berichtet hatte, entscheiden die kommenden Monate über das Schicksal der Reederei. Denn noch im März muss eine Rickmers-Tochter einen Kredit von 60,9 Millionen Dollar (rund 57 Millionen Euro) begleichen. Und im April drohen neue Abschreibungen auf die Rickmers-Schiffe, wenn Vorstandschef Ignace van Meenen die Geschäftszahlen vorstellt. "Wir werden auch in diesem Jahr unsere Schiffswerte genau unter die Lupe nehmen", sagt van Meenen.

Rickmers Die Reederei nähert sich dem Abgrund

Der traditionsreiche Schiffsvermieter Rickmers treibt immer näher an den Abgrund. Das Eigenkapital schrumpft, Anleger müssen um ihr Geld fürchten.

Die Hamburger Traditionsreederei Rickmers machte zuletzt hohe Verluste. Quelle: dpa Picture-Alliance

Rickmers verhandelt nun mit den Banken, um Lösungen zu finden. "Wir sind in Gesprächen mit den Banken, um unsere Kreditfälligkeiten zu verlängern", sagt van Meenen. Schon im Juli wird auch die nächste Zinszahlung von rund 25 Millionen Euro an die Anleihegläubiger von Rickmers fällig.

Für die Anleger, die Rickmers vor vier Jahren insgesamt 275 Millionen Euro geliehen hatten, wird es eng. An der Börse wird die Anleihe derzeit nur zu rund 15 Prozent des Nominalwerts gehandelt. Im Rickmers-Reich werde darüber nachgedacht, die Anleihegläubiger zu bitten, auf einen Teil der Forderungen zu verzichten, heißt es in Branchenkreisen. Ein Münchner Berater soll bereits den Auftrag erhalten haben, einen Vorschlag zu erarbeiten. Rickmers-Chef van Meenen will das nicht kommentieren.Die Tochter des Alleingesellschafters Bertram Rickmers hat sich derweil aus dem Aufsichtsrat des Familienbetriebs zurückgezogen. Sie will sich künftig um ihr Start-up kümmern, einen Onlineversand für Kaschmir-Pullover.

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