Rundfunk: Tom Buhrow wird neuer WDR-Intendant

Rundfunk: Tom Buhrow wird neuer WDR-Intendant

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Tom Buhrow wird neuer Intendant des WDR und kehrt damit quasi zu seinen Wurzeln zurück.

„Tagesthemen“-Moderator Tom Buhrow wird neuer WDR-Intendant. Der 54-Jährige kehrt damit zu seinen Wurzeln zurück. Der New Yorker ARD-Korrespondent Thomas Roth hat gute Chancen auf die Nachfolge bei den „Tagesthemen“.

Der 54-Jährige erhielt im Rundfunkrat 41 von 47 Stimmen, wie aus Senderkreisen verlautete. Neben ihm standen noch der Intendant von Radio Bremen, Jan Metzger (vier Stimmen), und Stefan Kürten, Direktor bei der Europäischen Rundfunkunion in Genf (zwei Stimmen), zur Auswahl.

Neue Fernsehwelt

  • Programmdirektor Google

    Gemeinsam im Kreis der Familie um 20 Uhr die „Tagesschau“ angucken – die Fernsehsender verlieren ihr Privileg, mit einem festen Programmschema den Alltag der Zuschauer zu bestimmen. Der Zuschauer wählt künftig selbst je nach Stimmungslage und Zeitbudget eine geeignete Sendung aus und vertraut darauf, dass Suchmaschinen wie Google ihm aus einer kaum noch überblickenden Zahl von Programmen das Gewünschte herauspicken.

  • Entmachtete Netzbetreiber

    Bisher entschieden die Deutsche Telekom oder Kabel Deutschland, welche TV-Programme sie in ihre Netze einspeisen. Mit der Verbreitung von superschnellen Verbindungen im Festnetz und Mobilfunk lässt sich Fernsehen auch direkt über das Internet übertragen. IT-Dienstleister sorgen mit riesigen Rechnerparks dafür, dass auch große Datenpakete wie Live-Bilder von der Fußball-Bundesliga ohne Ruckeln auf Computer- oder Fernsehschirmen ankommen.

  • Gerätehersteller in Zugzwang

    Bisher zappen die Zuschauer mit der Fernbedienung durch die Programme. Künftig übernehmen Betriebssysteme wie Googles Android und Apples iOS auch das Kommando über den Fernseher. Die auf den Smartphones so populären Apps tauchen auch auf dem Bildschirm auf und führen die bisher strikt getrennten Computer- und TV-Welten zusammen. Statt mit der Fernbedienung steuert der Zuschauer Programme mit seiner Stimme oder durch Körperbewegungen an.

Für den 54-Jährigen, geboren in Troisdorf bei Köln, ist die Intendanz eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Er hat beim WDR volontiert und danach unter anderem bei dem Regionalmagazin „Aktuelle Stunde“ gearbeitet. Anschließend war er lange Korrespondent in Washington, bevor er 2006 als Nachfolger von Ulrich Wickert Moderator der „Tagesthemen“ wurde. Auf den neuen Intendanten kommt einiges zu. Im WDR muss weiter gespart werden. Der Streit mit den Verlegern um die „Tagesschau“-App und die Internetpräsenz allgemein schwelt weiter. Aus Sicht des Rundfunkrates muss sich der WDR außerdem noch stärker darum bemühen, sein Programm für ein jüngeres Zielpublikum attraktiver zu machen.

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Videoportal Youtube Themenkanäle für das Fernsehen von morgen

Youtube will die Zuschauer mit professionell produzierten Inhalten locken. Das Videoportal startet auch in Deutschland mehrere Themenkanäle. Damit arbeitet die Google-Tochter an den Spartensendern von morgen.

huGO-BildID: 28291829 Screenshot der YouTube-Seite, aufgenommen am 08.10.2012. Die Google-Videoplattform YouTube startet auch in Deutschland erste Themen-Kanäle. Bei den zwölf am 08.10.2012 angekündigten «Originalkanälen» geht es um Unterhaltung, Gesundheit, Sport, Comedy und Auto. Foto: dpa (zu dpa:«Google startet YouTube-Kanäle auch in Deutschland» vom 08.10.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Die bisherige WDR-Intendantin Monika Piel hatte nach sechs Jahren an der Spitze des WDR im Januar überraschend angekündigt, dass sie aus Gesundheitsgründen vorzeitig aufhören werde. Der letzte Arbeitstag der 62-Jährigen war bereits am 30. April. Piel hatte den Chefposten beim WDR seit April 2007 innegehabt. Erst im vergangenen Jahr war ihre Amtszeit bis 2019 verlängert worden. Das TV-Publikum wird sich nach Buhrows Wahl wohl an ein neues Gesicht bei den „Tagesthemen“ gewöhnen müssen. Nach einem Bericht des „Tagesspiegels“ hat der ARD-Korrespondent in New York, Thomas Roth, gute Chancen auf die Nachfolge. Der 61-Jährige könnte vom WDR ins Feld geschickt werden, weil der ARD-interne Proporz laut der Zeitung vorsieht, dass der WDR die eine, der NDR die andere der beiden „Tagesthemen“-Stellen besetzt. Trotzdem gehört auch NDR-Gewächs Ingo Zamperoni (39) zur Kandidatenliste, da er bereits jetzt ständiger Vertreter von Caren Miosga und Tom Buhrow ist. Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor sagte dazu: „Wir werden das mit der gebotenen Eile, aber auch mit der nötigen Sorgfalt prüfen.“

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