Ryanair-Chef O´Leary: "Nur eine der drei Golf-Airlines wird überleben"

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Michael O´Leary. Der Chef von Ryanair sieht die Fluglinie durch die neue EU-Richtlinie zu Flughafen-Beihilfen nicht in Gefahr und will eine Service-Initiative starten

von Rüdiger Kiani-Kreß

Ryanair-Chef Michael O’Leary gibt nur einer der drei Golf-Fluggesellschaften Emirates, Etihad und Qatar eine dauerhafte Überlebenschance

„Die machen im Umkreis nur einer Flugstunde alle das Gleiche“, sagte er in der neuen Ausgabe der WirtschaftsWoche. „Aber irgendwann verlieren die Regenten den Spaß an ihren subventionierten Symbolen nationaler Potenz. Dann wird wohl Emirates gewinnen, und die anderen werden aufhören oder fusionieren.“

Ebenso wenig fürchtet der Chef der größten europäischen Billigfluglinie die neue EU-Richtlinie, wonach Subventionen für kleinere Flughäfen, die vor allem von Gesellschaften wie Ryanair angeflogen werden, künftig untersagt sind. „Zurzeit laufen, glaube ich, gegen 17 unserer Flughäfen Beihilfe-Verfahren. Von den Verfahren werden wohl 15 sterben“, sagte O’Leary. Zudem erwarte er, dass sich Regierungen gegen die EU stellen werden, wenn diese Subventionen für defizitäre Flughäfen untersage: „Ich kann mir kaum vorstellen, dass die französische Regierung im Jahr elf reihenweise Provinzairports schließt.“

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Tabu-Bruch: Mehr Service und Rabattprogramm für Vielflieger

Europas größter Billigflieger Ryanair erwägt ein Rabattprogramm für treue Kunden und will seinen Service deutlich stärker verbessern als bisher bekannt. „Ryanair bietet vom Frühjahr an einen Familienservice wohl mit einer eigenen Web-Seite und niedrigeren Gebühren für Sitzreservierung oder aufgegebenes Gepäck“, erklärte Michael O’Leary. „Unsere 175 Euro pro Flug für eine fünfköpfige Familie sind nicht nett. Vielleicht streichen wir für Kinder diese Gebühren sogar ganz.“ Ryanair-Mitarbeiter dürfen zudem künftig auch ein Auge zudrücken, wenn Gepäck etwas größer sei als erlaubt.

Weiter ausbauen will Ryanair auch das Angebot, besseren Service zukaufen zu können. Dazu zählen laut O’Leary auch „umbuchbare Tickets und die Möglichkeit, gegen Gebühr bei der Sicherheitskontrolle den schnelleren Fast-Track zu nutzen.“ Sorgen, dadurch teurer als die Konkurrenz zu werden, hat der Raynair-Chef nicht. „Auch wenn wir für diese Extras höhere Preise verlangen, kosten unsere Tickets im Schnitt nur die Hälfte dessen, was die etablierten Linien verlangen“, sagte O´Leary.

Einem Tabubruch bei Ryanair kommt O’Learys Ankündigung gleich, die Einführung eines Rabattprogramms für treue Kunden zu erwägen. „Bei Kundenbindungsprogrammen schließe ich nichts aus“, erklärt er gegenüber dem Magazin. „Wir machen kein bürokratisches Monster wie das Lufthansa-Vielfliegerprogramm Miles & More, sondern aufgrund des bisherigen Reiseverhaltens ein maßgeschneidertes Angebot aus Rabatten und besserem Service.“

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