Saatchi & Saatchi-Chef Kevin Roberts: "Facebook wird es in drei Jahren nicht mehr geben"

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InterviewSaatchi & Saatchi-Chef Kevin Roberts: "Facebook wird es in drei Jahren nicht mehr geben"

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Kevin Roberts

von Peter Steinkirchner

Kevin Roberts, Chef des Werbeagenturriesen Saatchi & Saatchi, sagt den Tod von Facebook voraus, trimmt seine Mitarbeiter auf Turbotempo – und versendet handschriftliche E-Mails.

WirtschaftsWoche: Mr. Roberts...

Roberts: ...Kevin bitte.

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Okay, also Kevin, wie fühlt sich das an, mit einem Maschinengewehr auf offener Bühne einen Getränkeautomaten zu Schrott zu schießen?

(lacht) Business ist ein Bloodsport – im Ernst: Das war bei einem hochkarätigen Dinner mit 56 kanadischen Pepsi-Abfüllern in der Zeit der giftigen Debatte über das Freihandelsabkommen mit den USA. Ich war für den Freihandel, und Pepsi hatte gerade zum allerersten Mal Coca-Cola in Kanada beim Marktanteil überholt. Das Fernsehen wollte beim Dinner drehen, da konnte ich der Gelegenheit nicht widerstehen...

...und haben was gemacht?

Während meiner Rede brachten auf ein Stichwort Helfer einen Automaten unseres Konkurrenten Coca-Cola auf die Bühne. Daraufhin griff ich unter das Rednerpult, holte ein Maschinengewehr hervor und habe das verdammte Ding zu Klump geschossen. Die Damen in ihren langen Kleidern warfen sich zu Boden und kreischten, die Männer standen da und waren völlig entgeistert – und das lief dann zur besten Sendezeit im Fernsehen.

Zur Person

  • Kevin Roberts

    Roberts, 64, ist seit 1997 CEO von Saatchi & Saatchi. Frühere Stationen des Engländers sind Procter & Gamble und Pepsi. 2004 veröffentlichte er mit „Lovemarks“ eine Theorie über Marken. 2015 steigt Roberts zum Executive Chairman der Saatchi Fallon Group auf und soll als „Head Coach“ der Publicis-Gruppe die Top-Führungskräfte auf Trab bringen.

Eine Maschinengewehrsalve inmitten des Publikums?

Ehrlich gesagt, ich hatte den Coca-Cola-Automaten vorher mit kleinen Sprengladungen gespickt und in Wirklichkeit mit Gummipatronen geschossen.

Bei Saatchi & Saatchi beziehungsweise Ihrem französischen Mutterkonzern Publicis ging der Schuss in anderer Hinsicht nach hinten los. Die geplante Fusion mit Ihrem Konkurrenten Omnicom scheiterte im Frühjahr kläglich. Was nun?

Ja, wir wollten wirklich gern mit Omnicom zusammengehen. Wir dachten, diese Fusion unter Gleichen würde einen unaufhaltsamen Spieler schaffen, der in dieser neuen Welt der Größe und Skaleneffekte mitspielt. Zusammen wären wir weltweit mit Abstand die Nummer eins geworden. Aber am Ende haben wir auch emotional nicht alle Beteiligten vor den Altar schleppen können.

Die größten Werbe-Holdings der Welt

  • Dentsu/Aegis, Tokio

    Umsatz: 5,2 Milliarden Dollar

    U.a.: Dentsu, Carat, McGarry Bowen

    Quelle: WPP

  • Interpublic Group, New York

    Umsatz: 7,1 Milliarden Dollar

    U.a.: McCann, Lowe, FCB

  • Publicis, Paris

    Umsatz: 9,2 Milliarden Dollar

    U.a.: Saatchi & Saatchi, Leo Burnett, Vivaki, Bartle Bogle Hegarty

  • Omnicom, New York

    Umsatz: 14,6 Milliarden Dollar

    U.a.: BBDO, DDB, TBWA

  • WPP, London

    Umsatz: 17,3 Milliarden Dollar

    U.a.: JWT, Ogilvy, Y&R, Grey

Warum ist Größe in der Werbebranche so wichtig, obwohl auch kleinere unabhängige Agenturen wie Heimat große Erfolge erzielen?

Weil sich die Kräfteverhältnisse im Medien- und Werbegeschäft weltweit komplett neu justieren. Um uns herum konsolidieren die großen Medienkonzerne ihr Geschäft, dazu kommen die neuen Riesen wie Google, Facebook und Instagram.

Wie können Saatchi & Saatchi und Publicis da mithalten?

Da wir das Problem der geringen Größe nun nicht mithilfe einer Fusion lösen können, ist unsere Antwort: Geschwindigkeit. Wir müssen in allem noch viel schneller werden. Wenn wir schon nicht die Größten sind, dann müssen wir die Schnellsten sein, die Flexibelsten.

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