Sal. Oppenheim-Prozess: „Kaum Unterschied zwischen Esch und der Bank“

Sal. Oppenheim-Prozess: „Kaum Unterschied zwischen Esch und der Bank“

, aktualisiert 25. September 2014, 13:35 Uhr
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Strafprozess in Köln: Thomas Middelhoff (r.) sagt gegen Immobilienunternehmer Josef Esch aus.

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff sagt im Strafprozess gegen die ehemalige Führung der Bank Sal. Oppenheim aus. Das Verfahren läuft bereits seit anderthalb Jahren.

Der frühere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat den Immobilienunternehmer Josef Esch als eine Hauptfigur in der früheren Spitze des Bankhauses Sal. Oppenheim dargestellt. „Aus der damaligen Sicht gab es keinen großen Unterschied zwischen der Bank und Herrn Esch“, sagte Middelhoff am Donnerstag als Zeuge im Kölner Strafprozess gegen Esch und die ehemalige Führung von Sal. Oppenheim. „Meine Wahrnehmung ist, dass Herr Esch wesentlichen Einfluss auf die Bank hatte“, sagte Middelhoff. Wenn Esch gesprochen habe, sei für ihn klar gewesen: „Da spricht die Bank.“

In dem Prozess geht es unter anderem um die Frage, ob Esch eine Art „Graue Eminenz“ der Bank gewesen ist - was seine Verteidigung bestreitet. Offiziell hatte er keine Position in dem Geldinstitut inne. „Josef Esch hatte keine Detailkenntnis der Strukturen des Bankhauses“, hatte sein Anwalt Eberhard Kempf im vergangenen Jahr betont. Nur in Einzelfällen habe er an Sitzungen der Bankspitze teilgenommen: „Darüber hinaus hatte Josef Esch keinen Einblick in das Bankhaus.“

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Middelhoff, der als prominentester Zeuge des Prozesses gilt, schilderte am Donnerstag detailliert den Einstieg von Sal. Oppenheim bei Arcandor („KarstadtQuelle“) auf dem Höhepunkt der internationalen Finanzkrise im September 2008. Middelhoff brauchte dringend neues Geld für das kriselnde Unternehmen. Bei Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz war schon nichts mehr zu holen. In dieser dramatischen Situation habe er am 24. September 2008 bei einem Besuch in Eschs Heimatort Troisdorf gefragt, ob Sal. Oppenheim einen „Finanzierungsbeitrag“ leisten könne. Drei Täge später überbrachte ihm Esch am Telefon die Nachricht, dass sich die Bank in der Tat engagieren könne.

In dem seit eineinhalb Jahren dauernden Strafverfahren vor dem Landgericht Köln sind das einstige Führungsquartett von Sal. Oppenheim sowie Esch teils wegen Untreue im besonders schweren Fall, teils wegen Beihilfe dazu angeklagt. Sie bestreiten die Vorwürfe. Das Schicksal der früher größten europäischen Privatbank und des von Middelhoff geführten Handelskonzerns waren während der Finanzkrise eng miteinander verbunden. Als Großaktionär wurde Sal. Oppenheim von der Arcandor-Insolvenz im Sommer 2009 mit in den Abwärtsstrudel gezogen. Die Deutsche Bank übernahm Sal. Oppenheim Anfang 2010 in stark verkleinerter Form.

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