Scheine mit der Scheibe: Wer am Darts-Boom verdient

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Scheine mit der Scheibe: Wer am Darts-Boom verdient

Steigende Zuschauer- und Umsatzzahlen machen Darts jetzt auch in Deutschland zu einem boomenden Wirtschaftsfaktor. Wer profitiert von der Beliebtheit des Spiels mit den drei Pfeilen?

Spätestens seit der WM ist Darts, so scheint es, nicht mehr nur in England Volkssport, sondern entwickelt sich auch in Deutschland immer mehr vom Nischen- zum Massenphänomen. Es könnte so zum großen Wurf für zahlreiche Unternehmen werden.

Denn rund ums Pfeilewerfen hat sich ein sportlich-industrieller Komplex gebildet, der am Wandel vom Kneipen- zum Breitensport mitverdienen will. Sportartikelhersteller und Händler weiten ihre Sortimente aus. TV-Spartensender übertragen stundenlange Darts-Duelle, und die Automatenindustrie will mit neuen Geräten das Online-Geschäft für sich erobern.

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Jedes Jahr ein Event mehr

Keine Frage, der wohl im Mittelalter von ein paar englischen Bogenschützen ersonnene Zeitvertreib gegen die Langeweile hat mit ein paar Jahrhunderten Verzögerung auch Deutschland erreicht.

Vor allem die Turniere der Professional Darts Corporation (PDC) erleben hierzulande einen Boom. Kamen 2010 etwa 12 000 Zuschauer zu den PDC-Wettkämpfen in Deutschland, strömten 2014 schon rund 100 000 Fans zu den insgesamt sieben Veranstaltungen. Bei einem durchschnittlichen Ticketpreis von 20 Euro flossen rund zwei Millionen Euro allein an Eintritt in die Kassen – Tendenz steigend.

Unterhaltungsautomaten und Sportspielgeräte in Deutschland

  • Unterhaltungsautomaten ohne Geldgewinn

    2013: 34.800 Automaten

  • Unterhaltungsautomaten mit Geldgewinn

    2013: 263.000 Automaten

  • Sportspielgeräte

    2013: 18.000 Geräte

  • Quelle

    Statista; Januar 2015

Entsprechend möchte die Organisation die Zahl der Darts-Wettkämpfe weiter steigern. „Wir wollen jedes Jahr ein Event mehr schaffen“, kündigt Sebastian Mayer an, Sprecher der PDC Europe. Der Verband hoffe auf zusätzliche Einnahmen durch einen großen Sponsor: „Wir haben viele kleinere Partner, die uns unterstützen, aber noch keinen großen Hauptsponsor wie etwa in England“, sagt Mayer.

Bestes Argument für Verhandlungen mit Geldgebern sind die steigenden Übertragungszeiten von TV-Sendern. Spartenkanäle wie Eurosport, Sport1 und seit Oktober 2014 Sportdeutschland.TV, der Internet-Sender des Deutschen Olympischen Sportbundes, zeigen Darts.

Vor allem Sport1 – ehemals DSF – weitet seine Übertragungen aus. Der Sender hat den Präzisionssport seit 2004 im Programm. „Darts ist eine Erfolgsgeschichte für uns“, sagt Sprecher Michael Röhrig. Anfangs war die Weltmeisterschaft das einzige Turnier im Programm, mittlerweile sind fast alle wichtigen Wettbewerbe zu sehen. „2014 haben wir 190 Stunden Darts live im Free-TV übertragen“, sagt Röhrig. Die Einschaltquoten steigen stetig an.

2014 schauten durchschnittlich 280 000 Menschen zu, der Marktanteil lag bei 1,1 Prozent. Quotenhighlight war das WM-Finale Anfang 2015, das bis zu 1,86 Millionen Zuschauer verfolgten. Insgesamt sei der Sport mit den drei Pfeilen aktuell angesagter als etwa die Basketballbundesliga, heißt es bei Sport1. Das will der Sender auch jenseits des Bildschirms nutzen und verkauft über seine Homepage Darts-Devotionalien und allerlei Zubehör.

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