Platz 7: AVE Class 102
Kaum langsamer als die Velaro-Züge ist der spanische Vorgänger des AVE S-103: Der Hochgeschwindigkeitszug AVE Class 102 wird bereits seit 2005 von der spanischen Unternehmensgruppe Patentes Talgo zusammen mit dem deutsch-kanadischen Unternehmen Bombardier gebaut. Der Zug bringt es auf eine Betriebsgeschwindigkeit von 330 Stundenkilometern, der gemessene Rekord liegt bei 368 km/h. Das charakteristische Entenschnabeldesign soll neben aerodynamischen Vorteilen auch den Tunnelknall verhindern. Das Phänomen kann bei der Einfahrt von Hochgeschwindigkeitszügen in Tunnel entstehen, bei denen dem Zug eine Druckwelle mit Schallgeschwindigkeit vorauseilt, die am anderen Ende des Tunnels zu einem Knall führt.
Foto: Duncharris; Lizenz: CC-BY-SA

Daß ein angeblicher "Serienzug" wie von Siemens propagiert, die 400 kmh erreichen kann, deutet nur auf eine nicht-optimale Getriebeübersetzung für den täglichen Betrieb, wo er die 300 kmh ja nicht überschreiten darf.
Der "normale TGV" ist dagegen für seinen täglich praktizierten Geschwindigkeitsbereich ausgelegt, weshalb es schon einer Änderung seiner Getriebeübersetzung mit leicht grösseren Rädern bedurfte, um ihn dafür aber auf 515 kmh zu bringen (20% mehr als der Velaro).
Ein Sprinter zieht auch Spikeschuhe an, wenn er Rekord laufen will...
Anzumerken ist schon, daß sämtliche Wagen und Triebköpfe des damaligen TGV-Rekordzuges so "normal" waren, daß sie anschliessend in den normalen TGV-Zugdienst zurückgeführt wurden, wo sie inzwischen etliche Millionen Kilometer geleistet haben.
Sein deutscher Vorgänger Intercity-Experimental, der seinerzeit die Rekordmarke kurzlebig auf 406 hochgeschraubt hatte, ist nie in Dienst gestellt worden, sondern nach einem kurzen Leben als Prototyp ausrangiert.
Zusammengefasst: Ihre Reihung der schnellsten Züge ist ausgesprochen deutschlastig