Schlechte Prognose: Deutsche Bahn: Gewinn bricht ein

Schlechte Prognose: Deutsche Bahn: Gewinn bricht ein

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Die Deutsche Bahn korrigiert seine Gewinnprognose für die nächsten Jahre um Milliarden nach unten.

von Christian Schlesiger

Das Debakel in Mainz, Unwetter und hohe Sanierungskosten bremsen die Deutsche Bahn aus. Der Konzern korrigiert seine Gewinnprognose für die nächsten Jahre um Milliarden nach unten.

Es gab Zeiten, da wollte die Deutsche Bahn mit dem Schienennetz in Zukunft richtig viel Geld verdienen. Bis 2017 sollte das Geschäft mit den Personenbahnhöfen und den Gleisen die bisherige Cash Cow, den Regionalverkehr, als wichtigste operative Gewinnmaschine ablösen. An den Zielen gab es zwar heftige Kritik von Politik und Wissenschaft. Doch die Bahn hielt an ihnen fest.

Nun muss Bahnchef Rüdiger Grube seine Ziele begraben. Innerhalb nur eines Jahres hat sich der konjunkturelle Rückenwind, der den Konzern 2012 noch zu einem Rekordjahr verhalf, zu einem heftigen Gegenwind gedreht. Zwischen 2014 und 2017 erwartet das Staatsunternehmen nun rund 3,7 Milliarden Euro weniger Gewinn als noch vor gut einem Jahr prognostiziert. Das zeigen Konzernpapiere, aus denen die Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

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Hauptgrund für die gekappte Prognose ist das Schienennetz. Das Geschäft mit den Trassen und Bahnhöfen wird bis 2017 voraussichtlich zwei Milliarden Euro weniger erwirtschaften als ursprünglich geplant. Damit ist die Netz-Tochter für mehr als die Hälfte des prognostizierten Umsatzminus verantwortlich. Grund sind laut Reuters vor allem die gestiegenen Kosten für die Instandhaltung. Aber auch weniger Einnahmen aus dem Verkauf von Grundstücken sowie höhere Mitarbeiterkosten nach der Teil-Sperrung des Mainzer Hauptbahnhofs aufgrund von Personalmangel im Stellwerk.

Mitleid ist aber dennoch nicht angebracht. Für dieses Jahr geht der Bahn-Vorstand noch mit einem Betriebsergebnis (Gewinn vor Steuern und Zinsen - Ebit) in Höhe des Vorjahresniveaus von 2,2 Milliarden Euro aus. 2015 soll es auf 2,55 Milliarden steigen.

Bislang hatte die Bahn für das kommende Jahr allerdings mit 3,6 Milliarden Euro kalkuliert. Neben den Problemen im Netz begründet der Konzern die schwächeren Zahlen auch mit einer pessimistischeren Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung. Dies trifft zum einen die internationale Logistik-Tochter Schenker (LKW, Schiff, Flugzeug). Beim Schienen-Güterverkehr, der seit längerem nur knapp in den schwarzen Zahlen ist, wird die Ergebnisprognose bis 2017 mehr als halbiert.

Auch beim Umsatz erwartet Grube einen deutlichen Dämpfer. In den vier Jahren bis 2017 werden die Einnahmen insgesamt um rund 15 Milliarden Euro niedriger ausfallen als gehofft. Die Bahn wird so die Schwelle von 50 Milliarden Euro Umsatz erst 2018 überschreiten, eigentlich sollte sie sie schon zwei Jahre früher nehmen. Das Ziel des Bahnchefs, bis 2020 einen Konzernumsatz von rund 70 Milliarden Euro zu erreichen, rückt damit in weite Ferne.

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Für die Bahn könnte die nach unten korrigierte Gewinnprognose allerdings auch einen positiven Effekt auslösen. Schließlich zeigen die Zahlen den desolaten Zustand von Gleisen, Weichen und Brücken. Gelingt es der Bahn, der Politik gegenüber nachvollziehbar zu vermitteln, dass der Eisenbahnverkehr auf Verschleiß fährt, könnte die Bundesregierung höhere Finanzmittel für Investitionen bereit stellen.

Derzeit verhandeln Bund und Bahn über eine Anhebung der Sanierungsmittel für das Schienennetz. Seit fünf Jahren investiert der Bund jedes Jahr 2,5 Milliarden Euro für Erhaltungsmaßnahmen ins Netz. Die Bahn fordert mindestens eine Milliarde Euro mehr an Zuschüssen aus Steuergeld, für die rund 33.000 Kilometer Schiene. Möglich ist, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) angesichts der erschreckenden Zahlen ein Einsehen mit der Bahn hat.

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