Schlechtes Internet im Zug: Deutsche Bahn und Deutsche Telekom räumen Fehler ein

Schlechtes Internet im Zug: Deutsche Bahn und Deutsche Telekom räumen Fehler ein

von Christian Schlesiger

Der Mobilfunk- und Internetempfang in den Zügen ist noch immer unbefriedigend. Nun geben Deutsche Bahn und die Deutsche Telekom zu, die Anforderungen unterschätzt zu haben.

Wenig oder gar kein Netz im Zug – die Deutsche Bahn und die Deutsche Telekom haben jetzt Versäumnisse beim Ausbau der Mobilfunk- und WLAN-Netze im ICE eingeräumt. „Zu den Hauptverkehrszeiten können wir aktuell trotz vielfacher LTE-Anbindung der Züge nicht immer den Datenhunger der Smartphones komplett stillen. Das führt dann auch mal zu temporären Einschränkungen“, sagte Telekom-Deutschland-Chef Niek Jan van Damme dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

„Das ist uns natürlich auch aufgefallen, und an diesen technischen Problemen sind wir gerade dran“, sagte Bahn-Experte Michael Peterson, der verantwortlich für die Produkte in Fernzügen ist. „Die Telekom hat sich dazu verpflichtet, die 5500 ICE-Bahnkilometer mit LTE zügig auszustatten.“

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Unerwartet hohe Nachfrage

Bahnkunden nutzten Smartphones und Laptops immer häufiger und intensiver in den Zügen, sagte van Damme. Trotz des noch laufenden Ausbaus des schnellen LTE-Netzes entlang der ICE-Strecken habe man mit einer solch hohen Nachfrage der Datendienste nicht gerechnet.

Die Ausrede der Unternehmen ist jedoch wenig überzeugend. Vor allem die Telekom ging in den vergangenen Jahren immer von einer Vervielfachung des Datenvolumens aus, das Kunden verbrauchen, um im Internet zu surfen. Warum ausgerechnet die Smartphone-Nutzung in den Zügen geringer sein sollte, erschließt sich kaum.

Auch die Bahn hat in der Vergangenheit beim Thema Mobilfunkempfang und WLAN-Anbindung in Zügen keine glückliche Figur gemacht. Bahnchef Rüdiger Grube verwies bis vor wenigen Jahren bei Kritik am schlechten Empfang immer auf die Verantwortung der Telekom, die für den Ausbau der Sendemasten an der Strecke zuständig sei. Erst als die preiswerten Fernbusse nach der Marktliberalisierung 2013 kostenloses WLAN im Bus wie eine Selbstverständlichkeit angeboten hatten, dämmerte es auch der Bahnführung, die Kundenwünsche ernst zu nehmen.

Kostenlos nur in der ersten Klasse

Vielmehr scheint es also, als hätten die Unternehmen schlichtweg nicht genug Geld in den Ausbau von leistungsfähigen Repeatern in den Zügen und Sendemasten an der Strecke investieren wollen.

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Mit deutlicher Verspätung bietet die Bahn immerhin jetzt WLAN in den Zügen an. Kostenlos ist dies zunächst aber nur für Kunden in der ersten Klasse. Die zweite Klasse soll 2016 folgen. Dadurch soll das Datenvolumen, das durch WLAN-Router und Repeater im Zug fließt, noch künstlich gering gehalten werden. Derzeit reichen die technischen Voraussetzungen noch nicht aus, um mehr Kunden an das WLAN anzuschließen.

Ob der Zeitplan 2016 allerdings zu halten sein wird, scheint angesichts der Äußerungen der Bahn- und Telekom-Manager fraglich.

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