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Schnäppchenportal: Gefahr für das Image

Schnäppchenportal: Groupon stürzt Partner ins Rabattchaos

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Gefahr für das Image

Nachdem wir Ende April Deutschlands sympathischste Händler gezeigt haben, werfen wir heute einen Blick auf die "unbeliebtesten" Händler der Republik. Dass sind diejenigen Händlermarken, die in der aktuellen Marktwertstudie der Beratungsfirma Batten & Company die Plätze 16-30 belegen.

Bild: ZB

Doch das Kalkül geht längst nicht immer auf. Allein die Hoffnung der Unternehmen, sich mithilfe der Gutschein-Aktion einen guten Ruf zuzulegen, trügt. Denn Kunden, die mit einem Gutschein eine Ware oder eine Dienstleistung kaufen, verteilen offenbar schlechtere Noten als andere Kunden. Forscher der US-Universitäten Boston und Harvard haben 16.000 Gutschein-Aktionen und gleichzeitig die 56.000 Bewertungen eines Verbraucher-Portals ausgewertet. Dabei kam heraus, dass nach einer Gutschein-Aktion die Zahl der Bewertungen für ein Unternehmen zwar drastisch ansteigt, sie aber um 10 bis 20 Prozent negativer ausfallen als zuvor. Ebenso trügerisch ist der Glaube, Gutschein-Kunden kommen später wieder und zahlen dann voll. Überrennen reine Schnäppchenjäger ein Unternehmen, bleibt dieses auf den Kosten der Rabattaktion sitzen.

Schuldzuweisungen

Dass es zu solchen Dramen kommt, werfen sich die Betroffenen gegenseitig vor. Die Unternehmer klagen vor allem über Groupon. Vertriebsmitarbeiter des Gutscheine-Portals würden kleine Unternehmen nicht darauf aufmerksam machen, dass sie die Anzahl der angebotenen Gutscheine begrenzen könnten. Sie würden Kleingewerbetreibende zu horrenden Rabatten drängen, um Kunden anzulocken. Gebe es Probleme, würde Groupon nicht reagieren, heißt es bei vielen Händlern.

Groupon hält auf Anfrage der WirtschaftsWoche dagegen, die Außendienstmitarbeiter bekämen vor dem ersten Kundenkontakt eine einwöchige Schulung. Dabei werde ihnen erklärt, wie wichtig es sei, die Partner darüber zu informieren, dass sie die Zahl der zu verkaufenden Gutscheine begrenzen können. Dass Mitarbeiter die Unternehmen zu Rabatten von 70 Prozent drängen, streitet Groupon ab. Vielmehr könne der Rabattvorteil beliebig gewählt werden und liege meist um die 50 Prozent.

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Kenner von Groupon sehen als Grund für den Streit mit den Unternehmen die Vertriebsstruktur des Gutschein-Portals und die internen Vorgaben für die Mitarbeiter. „Früher haben Groupon-Mitarbeiter sich vergewissert, dass die Unternehmen dem Kundenansturm Herr werden können und ihnen empfohlen, die Zahl der angebotenen Gutscheine zu begrenzen“, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter. „Mit dem Börsengang ging es nur noch um Umsatz. Hauptsache die Vertriebsmitarbeiter holen viele Deals heran. Jeder Vertragspartner wurde genommen, alle Qualitätsmaßstäbe wurden über Bord geworfen.“

Kompromisslose Firmenpolitik

Groupon streitet zwar ab, dass sich seit dem Börsengang etwas an der Vertriebskultur geändert habe. Doch was aus dem Unternehmen nach draußen dringt, klingt anders. „Wer nach drei Wochen keinen Deal abgeschlossen hat, ist eigentlich weg“, sagt ein anderer Ex-Mitarbeiter. Andere ebenfalls ausgeschiedene Kollegen berichten, ihre Vorgesetzten bei Groupon hätten ihnen gerne mal freitags eine Kündigung in die Hand gedrückt und versprochen: „Wenn du in der kommenden Woche fünf Deals reinholst, nehmen wir sie zurück.“ Groupon-Geschäftsführer Jens Hutzschenreuter erklärte dazu gegenüber der WirtschaftsWoche: Erst wenn ein Mitarbeiter seine Zielvorgaben über mehrere Monate „nicht erreicht und auch weitere Schulungen nichts bewirken, trennen sich die Wege in beiderseitigem Interesse“.

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21 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.04.2013, 13:45 UhrCordes

    Wandwerke.de ist kein Ausnahmefall, und nicht Groupon ist schuld, so ist mein Eindruck. Letztes Jahr im Februar (!) über DailyDeal 3 Teile bestellt, noch direkt bei Wandwerke.de zugezahlt und warte bis heute noch auf Lieferung! Finger Weg von Wandwerke.de

  • 10.02.2013, 10:02 UhrBernd

    Ich bin ein weiterhin zufriedener Groupon-Kunde, allerdings gebe ich mir auch Mühe: bei Hotel-Gutscheinen frage ich vor der Buchung im Hotel nach, ob es auch wirklich zu meinem Wunschtermin klappen wird. Und bei Massage-Terminen gebe ich auch Trinkgeld, um nicht als billiger Jacob darzustehen. Von ca. 100x Groupon hatte ich 90x keine Probleme, 5x habe ich von Groupon nach Reklamationen Gutscheine für zukünftige Bestellungen erhalten, 3x kläre ich noch Falschlieferungen mit Firmen. 2x warte ich - allerdings schon zu lange - auf eine Rückmeldung von Groupon wegen berechtigter Mängel. Mein Fazit zu Groupon ist also insg. noch positiv denn ich habe viele Dinge gekauft und Erlebnisse genossen, die ich sonst nicht gehabt hätte.
    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass andere schon viel negativere Erfahrungen gemacht haben. Bernd.

  • 28.08.2012, 21:42 UhrGabriele

    Es ist klar, dass in so einem Artikel nur die Unzufriedenen zu Worte kommen. So kann ein Unternehmen wie Groupon durch schlechte Presse kaputt geschrieben werden! Ich war immer sehr zufrieden und wenn das Kleingedruckte nicht gelesen wird, konnte noch nie ein anderer für die eigene Dummheit haftbar gemacht werden.

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