Service wird schlechter: Burger King: Sparkurs auf Kosten der Kunden

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exklusivService wird schlechter: Burger King: Sparkurs auf Kosten der Kunden

von Oliver Voß

Der Sparkurs von Burger King in Deutschland hat Folgen für die Kunden.

Mehrere Mitarbeiter bestätigen gegenüber der WirtschaftsWoche die Verschlechterung des Service. „Wir kommen kaum noch zum Saubermachen“, sagte zum Beispiel die Mitarbeiterin eines hessischen Burger Kings dem Magazin. „Die Wartezeiten sind länger, und die Beschwerden häufen sich“. Auch auf der Facebook-Seite von Burger King finden sich zahlreiche Beschwerden.

Die Service-Mängel resultieren aus Vorgaben, mit denen der neue Geschäftsführer der Burger King GmbH, Ergün Yildiz, nach Informationen der WirtschaftsWoche Kosten spart. Yildiz hatte im Mai die 91 firmeneigenen Restaurants von Burger King in Deutschland übernommen. In einem Schreiben, das dem Magazin vorliegt, hatte Yildiz nach der Übernahme für Personalkosten einen Anteil von 13 Prozent am Umsatz vorgegeben. Bislang waren nach Mitarbeiterangaben 17 oder 18 Prozent die Regel. Pro Schicht wird daher deutlich weniger Personal eingesetzt.

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Wegrationalisiert wurden nach Informationen der WirtschaftsWoche auch die Dienstwagen vieler Filialleiter und der Sicherheitsdienst, der die Tageseinnahmen abgeholt hat. Von Juli an müssen die Restaurantleiter selbst die Einnahmen zur Bank bringen. Dabei empfiehlt Burger King seinen Franchisenehmern Sicherheitsfirmen, „um möglichen Überfällen vorzubeugen“.

Yildiz wollte sich am Telefon nicht äußern, schriftliche Fragen blieben unbeantwortet. Die Zentrale von Burger King Deutschland erklärt, man führe mit dem neuen Besitzer „intensive Gespräche, um die gegenwärtigen Vorwürfe aufzuklären“.

Das alles schadet dem Image, zeigt eine Analyse des Kölner Marktforschers YouGov für die WirtschaftsWoche: Zu Jahresbeginn lag der Image-Wert bei minus 5,4, im Mai und Juni ist er auf minus 10,4 gefallen. McDonald´s konnte dagegen seit Mai zulegen und kam zuletzt auf einen Wert von minus 0,6. YouGov gibt den so genannten BrandIndex auf einer Skala von +100 bis -100 an.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

  • Methodik

    Einmal jährlich wählt das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown die wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden.

  • Platz 10

    Domino's Pizza - Markenwert: 620 Millionen Dollar

    Die zweitgrößte Pizzamarke der Welt kommt auf 9700 Filialen weltweit - in Deutschland gibt es allerdings nur 10 Niederlassung. Neben Pizza und Pasta sind auch Chicken Wings und Sandwiches auf der Karte zu finden.

  • Platz 9

    Taco Bell - Markenwert: 1,87 Milliarden Dollar

    Auch berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5700 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fastfood-Riesens Yum!-Brands.

  • Platz 8

    Burger King - Markenwert: 1,93 Milliarden Dollar

    Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.400 Filialen in 72 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

  • Platz 7

    Wendy's- Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

    Im Markenwert wird Burger King von einem US-Traditionsnamen sogar noch knapp überholt, obwohl die Kette nur auf 6.650 Filialen kommt - und das überwiegend in Nordamerika.

  • Platz 6

    Tim Hortons - Markenwert: 2,68 Milliarden Dollar

    Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

  • Platz 5

    Pizza Hut- Markenwert: 5,31 Milliarden Dollar

    Die 11.200 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt auf die klassische italienische Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

  • Platz 4

    Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 8,22 Milliarden Dollar

    Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

  • Platz 3

    Starbucks - Markenwert: 11,9 Milliarden Dollar

    Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser.

  • Platz 2

    Subway - Markenwert: 14,31 Milliarden Dollar

    Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gehen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von einem Konzern geschlagen.

  • Platz 1

    McDonald's - Markenwert: 81,02 Milliarden Dollar

    Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 33.000 Filialen in 119 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Gewerkschaft protestiert vor Burger-King-Filialen

Nach dem Verkauf der 91 firmeneigenen Burger King Filialen in Deutschland haben  zahlreiche Mitarbeiter erfolgreich gegen die neuen Besitzer geklagt. Nach WirtschaftsWoche-Informationen haben Angestellte in mindestens zwölf Fällen vor Arbeitsgerichten einstweilige Verfügungen erwirkt. Der neue Geschäftsführer der Burger King GmbH, Ergün Yildiz, wollte Umkleidezeiten nicht mehr bezahlen. Auch während der Betriebsratsarbeit sollten Mitarbeiter nicht entlohnt werden.

Einige Anordnungen wurden inzwischen zurückgenommen, so sollen Mitarbeiter wieder nach Tarif bezahlt, Umkleidezeiten und Betriebsratsarbeit ebenfalls entgolten werden. Dafür gehe Burger King nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) nun verstärkt juristisch gegen einzelne Betriebsräte vor. Zwei Kündigungsversuche gebe es bereits. „Das eskaliert zum Großkonflikt“, sagte Guido Zeitler, Referatsleiter Gastgewerbe bei der NGG, der WirtschaftsWoche. Er kündigte Protestaktionen an: „Wir werden vor den Restaurants auftauchen.“

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