Servus TV in Deutschland: Sender ab 2017 nur noch im Internet sichtbar

Servus TV in Deutschland: Sender ab 2017 nur noch im Internet sichtbar

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Servus TV: Sender zieht sich aus Deutschland zurück

von Peter Steinkirchner

Servus TV stellt zum Ende des Jahres in Deutschland und in der Schweiz den Betrieb ein. Fans des Kanals, der zum Medienimperium des Red-Bull-Gründers Dietrich Mateschitz gehört, können jedoch online weiterschauen.


Noch bis Ende des Jahres wird Servus TV in Deutschland und der Schweiz im Fernsehen zu empfangen sein. Danach stellt der Sender hier den Betrieb ein und ist ab 2017 nur noch im Heimatland Österreich zu empfangen. Darüber hatte die Fachzeitschrift „Werben & Verkaufen“ als erstes berichtet.

In einer Stellungnahme dazu heißt es bei dem österreichischen Senderbetreiber Red Bull Media House, Servus TV fokussiere sich auf seinen Heimatmarkt und „seine österreichische Programmidentität. Als Konsequenz wird die Sendelizenz in Deutschland und der Schweiz zurückgelegt und der Sendebetrieb in diesen Ländern per Jahresende eingestellt".

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Deutsche Zuschauer, die dennoch nicht auf den alpinen Mix aus Opernübertragungen, Spielfilmen, Talk-Formaten und Reisereportagen verzichten möchten, können jedoch das Programm auch nach dem Sendeschluss im herkömmlichen Fernsehen weiterhin im Internet anschauen, bestätigte das Unternehmen gegenüber wiwo.de – das bisherige Angebot servustv.com bleibt demnach bestehen. Dort lassen sich die Sendungen einzeln abrufen.

Die Medienmarke Red Bull

  • Magazine: Kurs auf Profit

    Von Wien aus führt Wolfgang Winter die Geschäfte des Red Bull Verlags. Allerdings verweist nur das „Red Bulletin“ mit seinen Sport- und Hollywood- Berichten auf die Brausemarke. Winter will mit dem Wanderer-Heft „Bergwelten“, den Frauentiteln „#ICH“ und „Seitenblicke“ sowie der Land-Illustrierten „Servus in Stadt und Land“ den Verlag möglichst rasch profitabel machen.

  • Kinofilme: Gern mit Partnern

    2012 bestieg Bergsteiger David Lama nach vergeblichen Anläufen ohne Hilfsmittel den Cerro Torre in Patagonien. Red Bull machte daraus einen Kinofilm. Jedes Jahr kommen neue Streifen dazu, etwa über das Skirennen „Streif “. Gern auch in Co-Produktion mit anderen Marken – beim Surferfilm „Bending Colours“ etwa war die Modefirma O‘Neill mit an Board.

  • Fernsehen: Von Heimat bis Action

    Die TV-Aktivitäten des Brausekonzerns reichen vom Heimatsender Servus-TV, bei dem sich schon ZDF-Prominenz wie der frühere „Heute Journal“- Moderator Ruprecht Eser verdingte, über den gerade startenden Internetsender Red Bull TV bis zur Produktionsfirma Terra Mater. Die dreht vor allem Natur- und Geschichtsdokumentationen und gehörte früher zum öffentlich-rechtlichen ORF. Unter demselben Namen erscheint im eigenen Verlag auch ein aufwendig gemachtes Reportagemagazin.

Mit der Entscheidung für das lineare TV-Aus endet in Deutschland und der Schweiz der bizarre Zick-Zack-Kurs des Kanals, der im Mai für Aufsehen in der Medienbranche gesorgt hatte. Damals hatte Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz praktisch über Nacht das Aus für den seit Jahren defizitären Sender beschlossen. Grund war allerdings wohl vor allem sein Ärger um die geplante Gründung eines Betriebsrates. Mateschitz sagte damals, die Gründung eines Betriebsrates sei für die Unabhängigkeit des Senders „nicht gerade dienlich“. Als die Mitarbeiter auf die Gründung des Gremiums verzichteten, nahm Mateschitz die Einstellung zurück. Vom Aus wären 246 Mitarbeiter betroffen gewesen.

Ob das Aus in Deutschland und der Schweiz Konsequenzen auch für das Mutterhaus hat, wo das komplette Programm gemacht wird, ist offen. Fest steht, dass der kleine Kanal mit seinem vor allem auf den Alpenraum konzentrierten und durchaus anspruchsvollen Programm in Deutschland nur einen kleinen Kreis von Zuschauern ansprechen konnte. Der Marktanteil betrug nur verschwindend geringe 0,25 Prozent, eine Größenordnung, die den Verkauf von Werbezeiten sehr erschwert. Hinzu kam die Unsicherheit bei potenziellen Werbekunden, ob Mateschitz nach dem Hin und Her im Mai dem Kanal nicht doch noch den Strom abstellt. In Österreich dagegen liegt der Marktanteil immerhin bei 1,7 Prozent.

PremiumRed Bull Wie das Red-Bull-Imperium die Sportwelt erobert

Der Getränkeriese Red Bull instrumentalisiert Sport und Medien für seine Botschaften. Nun zündet Gründer Dietrich Mateschitz die nächste Stufe: Aus der Brausemarke soll ein weltweiter Medienkonzern werden.

Red Bull Quelle: Hassân Al Mohtasib

Nicht betroffen von dem Sende-Aus nördlich der Alpen sind indes die Magazine, die Red Bull Media House unter der Marke Servus auch an deutschen Kiosken vertreibt.

Spekulationen, neben dem Deutschland-Ableger von Servus TV gebe es auch Probleme mit dem anderen TV-Projekt des Medienablegers des Energy-Drink-Verkäufers Red Bull, dem Actionsport-Kanal „Red Bull TV“, bestätigte das Unternehmen nicht. Derzeit läuft im Internet unter „redbull.tv“ bereits ein lineares Internet-Fernsehprogramm, das sich aus Dokumentationen etwa über bekannte Surf-Marken, Berichten über Sportveranstaltungen wie Downhill-Radfahren und Konzertübertragungen zusammensetzt. Wie das Programm bislang von Zuschauern angenommen wird, ist derzeit nicht bekannt.

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