Sharing Economy: Wie neue Internet-Dienste ausgebremst werden

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Sharing Economy: Wie neue Internet-Dienste ausgebremst werden

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Der Dienst Uber vermittelt Limousinen samt Chauffeur und ist vielen Taxis-Unternehmen ein Dorn im Auge.

von Oliver Voß und Thomas Stölzel

Etablierte Anbieter bekämpfen mit aller Kraft die neue Konkurrenz aus dem Internet - und veraltete Paragrafen helfen ihnen dabei. Der Streit dreht sich vor allem um eine Frage: Wann ist ein Geschäft ein steuerpflichtiges Gewerbe?

Es war der 24. August, als die Regierung des größten Schweizer Kantons Graubünden verkündete: Ab sofort sei das Autofahren auf allen Straßen verboten, weil der Post- und Fahrverkehr mit Kutschen mehrfach gefährdet worden sei. Graubünden werde so zur „friedlichen Oase, in welcher man von all den Plagen des Automobils gesichert ist“. Das war 1900. Ein ganzes Vierteljahrhundert sollte es am Ende dauern, bis das Verbot fiel.

In einer ähnlichen Situation fühlt sich gerade der Limousinen-Vermittler Uber in Berlin – nur dass sich hier nicht Kutscher, sondern Taxibesitzer bedroht sehen. Denn vergangenen Monat erwirkte der Vorsitzende der Berliner Taxivereinigung, Richard Leipold, vor Gericht eine einstweilige Verfügung, die Uber das Geschäft in Berlin untersagt. Das US-Unternehmen habe keine Taxilizenz. Uber will im Ernstfall bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen. Der Rechtsstreit wird sich wohl Jahre hinziehen.

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Mit der App von Uber können Nutzer Luxuslimousinen samt Chauffeur ordern und bezahlen – zum Taxipreis. Die Fahrer sind meist selbstständige Kleinunternehmer. Seit Kurzem setzt Uber-Chef Travis Kalanick noch eins drauf: Mit dem Dienst UberPop kann jedermann Hobbychauffeur werden. Berlin ist nicht der einzige Ort, wo er auf Widerstand eingesessener Konkurrenz stößt. In Belgien wurde UberPop verboten, in Paris zertrümmerten Taxifahrer Autoscheiben.

Neues Feindbild Auch MyTaxi kritisiert Uber

Mit seiner App hat MyTaxi den Markt revolutioniert – zum Ärger der Taxizentralen. Das neue Feindbild der Taxiunternehmer heißt nun Uber und auch Mytaxi schießt gegen den Konkurrenten.

huGO-BildID: 34651425 mytaxi reagiert auf aktuelle Diskussion und passt neues Preismodell an. mytaxi führt neues Preismodell ein. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/82695 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/mytaxi". Quelle: obs

Uber ist nur eines vieler Web-Unternehmen, die von klassischen Anbietern mit allen Mitteln am Geschäft gehindert werden. Der Couch-Surfing-Anbieter Airbnb legt sich mit der Hotelbranche an und bekommt nun weltweit regulatorischen Gegenwind zu spüren – auch in Deutschland.

Anbieter in Abwehrhaltung

Je häufiger Unternehmen mithilfe des Internets in etablierte Märkte eindringen oder wirtschaftlich Brachliegendes zum Geschäft machen, desto mehr stoßen sie an rechtliche und politische Grenzen. Entweder sind die Gesetze für die neuen Geschäftsideen nicht ausgelegt. Oder etablierte Anbieter nutzen die einschränkenden Paragrafen, um ihre wirtschaftlichen Privilegien zu verteidigen. „Die klassischen Player sehen die digitale Transformation oft nur als Gefahr und versuchen die Entwicklung abzuwehren, statt selbst aktiv zu werden“, sagt Tobias Kollmann, Professor für E-Business und Vorsitzender des Beirats Junge Digitale Wirtschaft im Bundeswirtschaftsministerium.

Am deutlichsten zeigen sich die Konflikte in der neuen sogenannten Sharing Economy, frei übersetzt: dem Geschäft mit dem Teilen. Hier nutzen Privatpersonen Internet-Portale, um mit privaten Gütern Geschäfte zu machen, die aufgrund des hohen Informationsaufwandes bisher oft nicht möglich waren: etwa die eigene Wohnung ganz oder teilweise zu vermieten. Selbst das Auto lässt sich so gegen Geld verleihen, wenn es während der Arbeit im Büro oder der Geschäftsreise ungenutzt herumsteht.

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