Sicherheitsbericht: Bahnmitarbeiter werden bespuckt, angerempelt und geschlagen

Sicherheitsbericht: Bahnmitarbeiter werden bespuckt, angerempelt und geschlagen

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Das Sicherheitspersonal der Deutschen Bahn versucht zunehmender Aggressivität von Fahrgästen entgegenzuwirken.

Die Deutsche Bahn hat den Sicherheitsbericht 2013 vorgelegt. Während der Metalldiebstahl seinen Höhepunkt offenbar überschritten hat, kommt es immer häufiger zu Gewalt in den Zügen.

1200 tätliche Angriffe auf Mitarbeiter und 560 Aufbrüche von Ticketautomaten registrierte die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr.  In beiden Fällen ist das ein 20-prozentiger Anstieg im Vergleich zu 2012. Während sich die Wut gegen Angestellte der Bahn also rasant ausbreitet, kommt es an Bahnhöfen unter Bahnkunden, Passanten und Rowdies insgesamt nicht zu deutlich mehr Attacken. Die Zahl der registrierten Taten mit Körperverletzungen stieg von 14.000 auf 14.600. Diese und viele weitere Daten stellte das Logistikunternehmen am Mittwoch in Berlin im Rahmen des Sicherheitsberichts 2013 vor.

Positiv erwähnte die Bahn, dass es einen starken Rückgang beim Vandalismus und Buntmetalldiebstahl gab. 1750 Taten von Metalldieben wurden registriert, 40 Prozent weniger als in 2012. Der materielle Schaden bleibt aber unverändert bei 17,8 Millionen Euro. Die weiterhin hohen Materialpreise sind unter anderem auch ein Grund dafür, warum die Reparaturkosten trotz der rückläufigen Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben sind. Noch nicht eingerechnet sind dabei die Personalkosten, die für Ermittlungen und Reparaturen anfallen sowie Schäden, die der DB durch Zugausfälle entstehen. 340 Täter wurden festgenommen. „Auch wenn wir Erfolge verzeichnen, ist jede Straftat bei der Bahn eine zu viel“, sagte Gerd Becht, für die Konzernsicherheit zuständiger Konzernvorstand.

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Werner Knallhart Deutsche Bahn gesteht: Auf die DB-App ist kein Verlass

Der DB-Navigator ist eigentlich toll. Die App bietet Fahrpläne und spuckt direkt auf dem Handy die Fahrkarte aus. Sogar Verspätungen zeigt sie an. Das Blöde: Die stimmen oft nicht. Das hat die Bahn jetzt zugegeben.

Eine Anzeigetafel der Bahn Quelle: AP

Bei den Übergriffen gegen Mitarbeiter sind zu zwei Drittel Sicherheitskräfte betroffen, hier ist ein starker Anstieg zu verzeichnen. Rund 80 Prozent  dieser Zwischenfälle entstehen bei Fahrkartenkontrollen. „Diese Entwicklung ist absolut inakzeptabel. Das meiste passiert dann, wenn unsere Mitarbeiter das Hausrecht durchsetzen. Aber auch im Zusammenhang mit Fahrscheinkontrollen bei scheinbar ganz normalen Reisenden“, so Becht. Laut des Berichtes werden Mitarbeiter der Deutschen Bahn sogar beim Hinweis auf Rauchverbote, der Leinenpflicht für Hunde oder bei der Bitte, Flucht- und Rettungswegen freizuhalten, angespuckt, geschlagen und gestoßen. Der Bericht weist darauf hin, dass die Bundespolizei mit 5000 Beamten bundesweit auch für die Sicherheit in den Zügen und Bahnhöfen verantwortlich ist.

„Unsere gemeinsame Ordnungspartnerschaft ist ein Erfolgsmodell“, sagte DB-Sicherheitschef Gerd Neubeck. Der größte Teil der Körperverletzungen wird an Wochenenden gezählt, wenn Jugendliche stark alkoholisiert an Bahnhöfen oder in Zügen unterwegs sind, aber auch im Umfeld von Massenveranstaltungen wie Fußballspiele, Volksfeste und Demonstrationen. Die Deutsche Bahn investiert rund 160 Millionen Euro pro Jahr in die Sicherheit.

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Infolge der 1750 Metalldiebstähle in 2013 haben etwa 10.000 Züge rund 135.000 Verspätungsminuten eingefahren. Immerhin: Die Zahl der betroffenen Züge ist um etwa 40 Prozent gesunken, die Zahl der Verspätungsminuten um 45 Prozent. Gestohlen werden vor allem Kupfer, Aluminium und Bronze, deren Rohstoffpreise in den vergangenen Jahren stark angestiegen sind. Besonders geklaut wird in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin/Brandenburg, Niedersachsen und im Ruhrgebiet.

Der materielle Schaden durch Buntmetalldiebstähle beträgt mehr als 17 Millionen Euro in 2013. Auch das Beschmieren von Zügen und Bahnhöfen mit Graffiti ist eine teure Angelegenheit. Die Schäden belaufen sich laut der Bahn auf etwa 6,6 Millionen Euro.

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