Sixt-Zahlen: Autovermieter mit gutem ersten Halbjahr

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Sixt-Zahlen: Autovermieter mit gutem ersten Halbjahr

von Hans-Jürgen Klesse

Beim Autovermieter Sixt geht es weiter bergauf - Umsatz, Investitionen und Vorsteuergewinn sind im ersten Halbjahr gewachsen. Gebremst werden könnte die positive Entwicklung allerdings durch die politischen Krisen.

Für den größten deutschen Autovermieter Sixt ist das erste Halbjahr 2014 gut gelaufen: Die Vermietungserlöse stiegen in den ersten sechs Monaten um 9,8 Prozent auf fast 508 Millionen Euro, die Leasingerlöse um 4,9 Prozent auf knapp 205 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz des Sixt-Konzerns – dazu zählen neben den Umsätzen aus den beiden Kerngeschäftsfeldern Vermietung und Leasing auch die Verkaufserlöse von Leasingrückläufern und der Umsatz des gemeinsam mit BMW betriebenen Car-Sharing-Unternehmens DriveNow – stieg um 6 Prozent auf fast 824 Millionen Euro.

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Das Geschäft von Sixt

  • Das Unternehmen

    Die Sixt SE ist Deutschlands größter Autovermieter sowie einer der größten banken- und herstellerunabhängigen Leasinganbieter. Nach eigenen Angaben verfügt das Unternehmen über mehr als 150.000 Fahrzeuge und rund 2000 Filialen weltweit. Das Unternehmen aus Pullach wurde 1912 gegründet und 1986 an der Börse notiert. Der Vorstandsvorsitzende Erich Sixt ist der Nachkomme des Firmengründers Martin Sixt.

  • Geschäftszahlen

    2013 erwirtschaftete Sixt einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro (2012: 1,5 Milliarden). Gut eine Milliarde Euro sind Erlöse aus dem Mietgeschäft. Knapp 400 Millionen stammen aus dem Leasinggeschäft. Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen 2013 einen Konzernüberschuss von 94,4 Millionen Euro.

  • Autovermietung

    Mit mehr als 30 Prozent Marktanteil ist Sixt in Deutschland Marktführer unter den Autovermietern. Zudem baut das Unternehmen sein Stationsnetz in anderen Teilen der Welt aus. In europäischen Ländern wie Frankreich, Spanien und Großbritannien ist Sixt mit eigenen Tochter-Unternehmen vertreten. In anderen Ländern kooperiert das Unternehmen mit Partnern und Franchisenehmern. Zurzeit versucht Sixt insbesondere seine Position in den USA zu stärken.

    Die Kernzielgruppe des Geschäftsbereichs Autovermietung sind Geschäfts- und Firmenkunden, zunehmend aber auch Privatkunden und Urlauber. Die klassische Autovermietung hat Sixt mittlerweile um verschiedene Zusatzdienste erweitert.

  • Von Trucks bis Luxus-Wagen

    Transporter, Lieferwagen, LKW, Ferienwagen: Sixt versucht mit speziellen Angeboten alle Bereiche des Mietwagenmarktes abzudecken. Für wohlhabende Kunden hat Sixt auch Limousinen (mit Fahrer) und Oberklasse-Fahrzeuge, Sportwagen und SUVs im Angebot. Während das Unternehmen sonst mit günstigen Preise wirbt, hat die Positionierung als Premiumanbieter für Sixt vor allem im Ausland an Bedeutung gewonnen.

  • Drive Now

    In Kooperation mit BMW betreibt Sixt den Car-Sharing-Anbieter Drive Now. Beide Unternehmen sind zu 50 Prozent beteiligt. Das Angebot gibt es bislang in den deutschen Großstädten Berlin, München, Hamburg, Düsseldorf und Köln. Laut Sixt haben sich mittlerweile mehr als 280.000 Kunden registriert. Damit gehört Drive Now zu den größten Anbietern in Deutschland.

  • myDriver

    Seit 2013 betreibt Sixt den Chauffeurservice myDriver und verspricht eine Luxus-Alternative zu Taxis und klassischen Limousinen-Services. Anders als bei Taxis wird nicht nach Minuten abgerechnet, sondern ein Festpreis angesetzt. Der soll - je nach Limousinen-Modell - nur knapp über dem Taxis-Preis liegen. Nach einjähriger Sondierungsphase, in der Sixt nur als Vermittler für rund 1000 Vertragspartner agierte, will das Unternehmen jetzt seine eigene Flotte ausbauen.

    Derzeit gibt es myDriver in Berlin, München, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Leipzig, Hannover, Bremen, Nürnberg und Dresden verfügbar. Europäische Städte wie Zürich, Wien und Amsterdam sollen folgen.

  • Leasing

    Abseits des Mietwagenmarktes ist das Leasing-Geschäft das zweite Standbein von Sixt. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeiten liegt dabei auf Angeboten für Firmen- und Geschäftskunden sowie dem Flottenmanagement. Zudem baut Sixt seine Leasing-Angebote für Privat-Kunden aus.

Positiv entwickelt hat sich in den ersten sechs Monaten auch die Ertragslage: Das Konzernergebnis vor Steuern stieg um 16,7 Prozent auf 67,5 Millionen Euro.  Was die Entwicklung für die zweite Jahreshälfte angeht, ist Unternehmenschef und Hauptaktionär Erich Sixt allerdings nicht ganz so zuversichtlich: Zwar führten die verbesserten gesamtwirtschaftlichen Bedingungen in den Kernmärkten Westeuropa und den USA zwar grundsätzlich zu einer höheren Nachfrage im Vermiet- wie im Leasinggeschäft.

Ein wachsendes Risiko sieht Sixt aber in den zunehmenden politischen Spannungen weltweit und insbesondere im Russland-Ukraine-Konflikt und den kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen und Mittleren Osten. Die beiden Krisenherde könnten zu einer Beeinträchtigung des internationalen Geschäftsreiseverkehrs führen, was sich dann auch ganz unmittelbar in der Sixt-Bilanz niederschlagen würde. Sixt geht davon aus, dass sein Unternehmen auf Basis des Gesamtjahres ein stabiles oder leicht steigendes Ergebnis vor Steuern erreicht.

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Wie sich die Profitabilität der einzelnen Geschäftsbereiche im Detail entwickelt hat, darüber schweigt sich das Unternehmen aus.  Ob der Car-Sharing-Ableger DriveNow zum Beispiel in absehbarer Zeit tatsächlich Geld verdient oder auf lange Sicht ein Zuschussgeschäft bleibt, ist ebenso wenig aus den neuen Zahlen erkennbar wie die wirtschaftliche Entwicklung im hart umkämpften deutschen Vermietmarkt.

Ob Sixt hierzulande mit der Autovermietung tatsächlich Geld verdient, oder ob das Deutschland-Geschäft durch die Erlöse aus dem Gebrauchtwagenverkauf und das womöglich lukrativere Auslandsgeschäft quersubventioniert wird, darüber kann nur spekuliert werden. Sicher ist aber, dass die Vermieterlöse im Ausland gut dreimal so stark wachsen wie in Deutschland. Gut ein Drittel der Umsätze stammen schon heute aus dem Ausland, und der Trend dürfte weiter anhalten.

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