Skifahren: Schnee? Sicher!

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Lake Tahoe: Beste Aussichten bei steilen Abfahrten

300 Tage Sonne im Jahr und pulvriger Schnee binnen Stunden be- eindrucken in den Skiorten Kaliforniens. Nach Jahren des Dornröschenschlafs erwacht das Skigebiet rund um den Lake Tahoe zu neuem Leben.

Für ein Ski-Ass wie Sandra Dübler kann der Blizzard gar nicht oft genug hereinschneien. „Innerhalb weniger Stunden fallen dann ein Meter Pulverschnee und mehr“, schwärmt die 22-Jährige über den Schneesturm in der Sierra Nevada. Und obwohl die Deutsche schon als Kind die Pisten der schönsten Skigebiete der Welt hinabgesaust ist, „ist das ein Schneefall, wie ich ihn noch nirgendwo gesehen habe“. Doch es sind nicht nur die pulvrigen Massen, die sie in die Region rund um den mit knapp 500 Quadratkilometern größten Bergsee der Welt locken. Für Dübler und andere Skifahrer gibt es nichts Schöneres, als morgens im T-Shirt über San Franciscos Fisherman’s Wharf zu schlendern und nachmittags, dick eingemummelt, hoch über der Baumgrenze die Nevada Mountains bis zum Lake Tahoe runterzusausen: „Das ist eine gigantische Aussicht, auch wenn Land unter ist.“

Mit „Land unter“ bezeichnen Anwohner wie Tourismusmanager Russ Pecoraro die weiße Pracht, unter der die Berge rund um den Lake Tahoe von Thanksgiving bis zum Memorial Day Ende Mai restlos verschwinden. Vom üblichen Pistenrummel sind die Skigebiete, die den riesigen See auf der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada umringen, dagegen noch weitgehend unberührt. Dabei herrscht nirgendwo in den Vereinigten Staaten eine größere Konzentration an Skigebieten als im als Sonnenstaat bekannten Kalifornien. Schon 1960 wurden hier, in Squaw Valley nordwestlich des Sees, die ersten jemals im Fernsehen übertragenen Olympischen Winterspiele ausgetragen. Und Heavenly im Südosten ist das zweitgrößte Skiresort der USA nach Vail. Schon Mark Twain empfahl: „To obtain the air the angels breathe, you must go to Tahoe.“

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Während es auf den weltberühmten Abfahrten von Vail und Aspen immer voller wird, fühlen sich Wintersportler in Heavenly & Co. eher wie an einem Neujahrsmorgen in der Frankfurter Innenstadt als in einem der schönsten Schneereviere der Welt. Das gilt selbst für die Wochenenden, an denen sich die Bewohner aus dem vier Autostunden entfernten San Francisco ein Stelldichein geben.

Das Besondere der Region sind neben den 300 Sonnentagen im Jahr die typisch kalifornische Service-und-gute-Laune-Mentalität und das Nachtleben in zahllosen Casinos und Bars rund um den Lake Tahoe. Dass der See selbst im Bewusstsein der Amerikaner eher als Sommer- denn als Winterparadies gilt, mag vornehmlich an der mächtigen Konkurrenz in den Rocky Mountains liegen. In der Zeit, in der die Skizentren in Colorado mächtig aufgerüstet haben, dämmerte der „Lake in the Skys“ in einer Art Winterschlaf vor sich hin.

Vor allem Squaw Valley wärmte sich jahrzehntelang am Ruhm vergangener Tage. Noch heute brennt das olympische » Feuer am Eingang des Skigebiets. Nicht wenige Skilifte muten an wie Erbstücke aus einem St. Moritz längst vergangener Tage: Sicherheitsbügel sind ebenso wenig vorgesehen wie moderne Schutzhauben oder gar ein bisschen Geschwindigkeit bei der Auffahrt. Wären da nicht der dauerblaue Himmel, die Tonnen professionell präparierten Pulverschnees und der bis ins Detail durchdachte Service – gegen laufende Nasen gibt’s an den Liften Kleenex-Tücher, gegen kalte Füße einen Becher Kaffee gratis –, Europäer könnten sich zurückversetzt fühlen in die alpine Bergwelt der Sechzigerjahre. Dabei gehören die steilen Olympiaabfahrten in Squaw Valley bis heute zu den anspruchsvollsten in den ganzen USA. Erst jüngst haben sich die Besitzer besonnen und mit der Modernisierung der Anlagen begonnen.

In Heavenly erkannten Investoren früher das Potenzial der Region. Mit dem Ziel, Heavenly zu einer Weltklasse-Destination auszubauen, nahmen die Vail Resorts Inc. das Gebiet 2002 unter ihre Fittiche. Innerhalb von nur fünf Jahren haben die Manager von Vail, Beaver Creek, Breckenridge und Keystone mehr als 250 Millionen US-Dollar in die lange notwendige Auffrischung investiert: in moderne Liftanlagen, Schneemaschinen, Skifahrzeuge, neue Hotels, Restaurants und Shops in der Fußgängerzone.

In diesem Winter hat Heavenly ein neues, bislang ungenutztes Waldgebiet auf der Nevadaseite eröffnet. Ein Express-Lift verbindet die drei Tiefschnee-Abfahrten künftig mit der Bergstation. Und mit Beginn der Skisaison 2009 soll Heavenlys erster Luxushotelkomplex mit 477 Zimmern, Convention Center, Spa, Shops, Restaurants und eigenem Park an den Start gehen.

Das abwechslungsreiche Terrain von Heavenly Mountain liegt auf 3060 Meter Höhe. 94 Pisten und 30 Lifte warten auf Gäste. Die Gondelfahrt vom Skiort South Lake Tahoe bis zur Bergstation lässt erahnen, warum die Skipisten hier nicht immer die Hauptsache sind. Nach links, Richtung East Peak Lodge, geht der watteweiße Horizont unvermittelt in die weitläufige Wüste der Sierra Nevada über. Und wer sich nach rechts Richtung Snow Beach wendet, ist nicht selten überwältigt angesichts des mächtigen Lake Tahoe. „Die Leute sind auf der Piste so begeistert vom See, dass sie regelmäßig im Schnee landen“, sagt Heavenly-Manager Russ Pecoraro.

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