KommentarSmartphones: Nokia am Tiefpunkt

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Nokias geplantes Comeback ist offenbar schwerer als erwartet - Trotz des hochgelobten Lumia 800

von Jürgen Berke

Nokias Wechsel zu Microsoft hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz. Auch das hoch gelobte Lumia 800 kann den Absturz des einstigen Weltmarktführers im Smartphone-Geschäft nicht stoppen.

Die Extreme könnten kaum größer sein. Auf der einen Seite der phänomenale Siegeszug der Kultmarke Apple, die mit dem iPhone von einem Verkaufserfolg zum nächsten eilt und allein im Weihnachtsquartal 2011 den Absatz auf 37 Millionen Geräte mehr als verdoppeln konnte. Auf der anderen Seite der fortschreitende Niedergang des entthronten Marktführers Nokia.

Auch die vielen Lobeshymen der Fachwelt auf das neue Lumia 800, das erste gemeinsam mit Microsoft entwickelte Smartphone, konnten nicht verhindern, dass die Finnen im Weihnachtsgeschäft weiter an Bedeutung verloren. Nur noch 19,6 Millonen Smartphones, also etwa halb so viel wie Apple, konnte Nokia zwischen Oktober und Dezember 2011 verkaufen. Die Folgen sind gravierend: Während Apple Gewinnrekorde meldet, stürzt Nokia ab und rutscht mit einem Verlust von über eine Milliarde Euro in die roten Zahlen.

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Scheitert das Comeback?
Das von Nokia-Chef Stephen Elop für dieses Jahr angekündigte Comeback ist offenbar schwerer als erwartet. Während Mobilfunkbetreiber wie die Deutsche Telekom und O2 offiziell verkünden, dass sich das neue Smartphone Lumia 800 seit der Premiere Anfang November „sehr gut verkauft hat“ beziehungsweise „zu den bestverkauften Geräten in unserem Weihnachtsgeschäft“ zählte, bleiben die echten Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurück. Gerade mal knapp über eine Million verkaufte Lumia-Geräte meldet Nokia in seinem Quartalsbericht.

Optimistische Analysten hatten mit deutlich höheren Absatzzahlen gerechnet. Erste Analysen in den Shops zeigen, dass sich Nokias Werbeoffensive nicht ausgezahlt hat. Viele Interessenten schauen sich zwar neugierig den neuen Nokia-Hoffnungsträger an. Doch die meisten ändern ihre schon vorher getroffene Kaufentscheidung zugunsten von Apple und Samsung nicht mehr, die deshalb weiter Marktanteile hinzugewinnen.

Nokias Ladenhüter
Besonders schlimm für Nokia-Chef Elop ist, dass die alten Smartphones mit dem auslaufenden Betriebssystem Symbian heute bereits Ladenhüter sind und schneller als erwartet vom Markt verschwinden. „Wir glauben inzwischen, dass wir weniger Symbian-Geräte verkaufen als wir ursprünglich planten“, gibt Elop kleinlaut zu und spricht sogar offiziell von einem „verstärkten Druck auf Symbian“. Um das erste Lumia-Smartphone in der Rekordzeit von sechs Monaten auf den Markt bringen, hatte Elop die besten Entwicklerteams von Symbian abgezogen.

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Das rächt sich jetzt: Nutzer von Symbian-Geräten beklagen technische Mängel, die es früher nicht gab und die auch durch Updates beim Betriebssystem nicht beseitigt werden können. Ein Stammkunde, der Hamburger Unternehmer Andreas Damm, reichte sogar Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg wegen Betrug und falscher Werbeaussagen ein, wie die WirtschaftsWoche exklusiv berichtete. Die Staatsanwaltschaft Hamburg prüft nun, ob sie Ermittlungen aufnimmt.

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