SNCF: Franzosen fordern Verschmelzung von Bahngesellschaften

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exklusivSNCF: Franzosen fordern Verschmelzung von Bahngesellschaften

von Karin Finkenzeller

Die Bahnkonzerne in der EU sollen ihre Tochtergesellschaften für den Schienengüterverkehr zu einem oder zwei großen internationalen Güterverkehrsunternehmen verschmelzen.

Das fordert Pierre Blayau, der Chef von SNCF Geodis, der Frachtsparte des französischen staatlichen Bahnkonzerns SNCF. „Unsere wahre Konkurrenz ist der Güterverkehr mit Lastwagen. Dem muss man ein oder zwei europäische Bahnanbieter entgegensetzen, die die nötige Größe, das Know-how und die finanzielle Ausstattung haben, um insbesondere die Verbindung zwischen den europäischen Häfen zu gewährleisten“, sagte Blayau.

Derzeit lieferten sich die Güterbahnen in Europa einen „selbstmörderischen“ Konkurrenzkampf. „Keiner der Anbieter verdient heute Geld“, sagte Blayau. Um den Güterverkehr auf der Schiene zu stärken, fordert er zudem für den Güterverkehr reservierte Schienenwege. Der SNCF-Manager sieht in einem solchen Projekt auch die Chance, langfristig etwa eine Verbindung zwischen Asien und Europa aufzubauen. Er hoffe, dass Deutschland und Frankreich dabei voranschreiten könnten. Blayaus Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund eines Streits zwischen der SNCF und Euro Cargo Rail (ECR), der französischen Tochter der Deutschen Bahn, über wettbewerbswidrige Praktiken. Erst im Dezember hatte das französische Kartellamt SNCF zu einer Geldstrafe von 60,9 Millionen Euro verurteilt. Nun will ECR-Chef Alain Thauvette erneut die Wettbewerbshüter einschalten wegen fortgesetzter Dumpingpreise. Umgekehrt hat SNCF Geodis im Namen ihrer deutschen Tochter Captrain drei Klagen gegen die Deutsche Bahn laufen.

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