Solarindustrie: "Die Zeit, Module aufs Dach zu pflastern, ist vorüber"

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InterviewSolarindustrie: "Die Zeit, Module aufs Dach zu pflastern, ist vorüber"

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Torsten Henzelmann, Partner und Leiter des Competence Center Civil Economics, Energy & Infrastructure der Unternehmensberatung Roland Berger, im Interview mit WirtschaftsWoche.

von Dieter Dürand

Torsten Henzelmann, Partner und Energieexperte der Unternehmensberatung Roland Berger, sieht Chancen für einen Neustart der deutschen Solarmodul-Hersteller. Wie es weitergehen kann.

WirtschaftsWoche: Herr Henzelmann, Solarworld ist haarscharf der Insolvenz entgangen, doch die Lage bleibt prekär. Trauen Sie den deutschen Solarmodul-Herstellern einen Neustart zu?

Henzelmann: Mit den bisherigen Geschäftsmodellen wird das nur schwer funktionieren. Dafür haben die chinesischen Konkurrenten in der Massenproduktion zu große Standort- und damit Kostenvorteile. Die lassen sich nicht kompensieren. Dennoch sehe ich Chancen.

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Wie kann sich die Branche denn retten?

Die Zeit, einfach Module aufs Dach zu pflastern, ist vorüber. Künftig geht es darum, Fotovoltaik-Anlagen intelligent in die bestehenden Stromnetze zu integrieren.

Was heißt das konkret?

Anlagen, egal ob für Privathaushalte, Industrie oder Gewerbe, müssen so ausgelegt werden, dass sie möglichst wirtschaftlich einen hohen Eigenverbrauch des produzierten Stroms ermöglichen, bei privaten Anlagen in Kombination mit Batteriespeichern. Damit verknüpft ist der Aufbau dezentraler Erzeugungsstrukturen und zu einem späteren Zeitpunkt der Ausbau lokaler Energiemärkte. Sie werden helfen, das schwankende Energieangebot der Erneuerbaren auszugleichen und die Stromversorgung zuverlässiger zu gestalten.

Und das können Solarworld & Co. besser als die Chinesen?

Davon bin ich überzeugt. Wir haben in Deutschland hochinnovative Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik bis hin zur Integration der Solaranlagen in die Gebäudeautomation. Wir müssen sie nur zu einem System zusammenfügen und es um Dienstleistungen wie Vermarktung, Finanzierung und den Betrieb der Anlagen ergänzen. Das ergäbe ein wettbewerbsfähiges Paket.

Das auch im Ausland gefragt wäre?

Unbedingt. Länder wie Spanien, Italien und Frankreich stehen ebenfalls vor der Herausforderung, Sonnen- und Windstrom in ihre Energieinfrastruktur einzubinden. Wenn wir das hier erprobt haben, können wir das sicherlich überall verkaufen.

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