Spenden: Hilfsorganisationen gegen neue Bilanzregeln

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Im Umgang mit deren Bilanzen halten sich viele Hilfsorganisationen nicht an die festgelegten Vorschriften.

von Harald Schumacher

Alarm schlagen führende Hilfsorganisationen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sowie das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen in Berlin (DZI): Sie fordern in der WirtschaftsWoche, die neuen Bilanzregeln für Spendenorganisationen wieder zu ändern.

Die Bilanzregeln wurden 2010 vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) erlassen und schreiben den Wohltätigkeitsorganisationen vor, eingehende Spenden nicht in dem Jahr zu verbuchen, in dem sie eingehen, sondern in dem Jahr, in dem sie verwendet werden. Dadurch ist in den Jahresberichten nicht mehr auf einen Blick zu erkennen, wie viele Spenden einer Organisation im Geschäftsjahr insgesamt zugeflossen sind.

DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke kritisierte gegenüber der WirtschaftsWoche, der IDW-Standard stelle bei insgesamt eigentlich verbesserten Jahresabschlüssen einen "kräftigen Rückschritt" dar. SOS-Kinderdörfer-Vorstand Wilfried Vyslozil beklagt den Verlust an Transparenz: "Kommunikativ ist dieser Standard ein Albtraum". Er müsse Spendern immer wieder erklären, warum SOS den Spendeneingang des Jahres 2013 nicht mehr in einer Gesamtsumme wiedergebe, sondern 4,7 Millionen Euro, die erst 2014 ausgegeben worden seien, separat ausweise.

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Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hält sich deshalb "nur eingeschränkt" und "mit begründeten Abweichungen" an den eigentlich verbindlichen Bilanzstandard. Unicef wendet ihn gar nicht an. Das DRK fordert, dass der umstrittene Standard "auf Sicht zurückgenommen oder geändert wird".

Das IDW weist die Kritik zurück: "Der Standard ist bei seriösen Spendensammlern und im Berufsstand akzeptiert. Der Wechsel vom Zufluss- zum Verwendungsprinzip erzeugt mehr Informationen und dadurch mehr Transparenz."

Führende Wirtschaftsprüfer aber setzen sich über das Dogma ihrer berufsständischen Führungsorganisation hinweg. Rödl & Partner in Köln und EY in Düsseldorf testieren die nicht IDW-konformen Jahresabschlüsse von Unicef und DRK. Manfred Lehmann vom Hamburger Wirtschaftsprüfer Schomerus & Partner fordert: "Der Standard HFA 21 muss dringend überarbeitet werden, und zwar praxisgerecht, adressatenorientiert und konform mit dem Handelsgesetzbuch."

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