Spitzengespräch gescheitert: EVG schließt Streik nicht aus

Spitzengespräch gescheitert: EVG schließt Streik nicht aus

, aktualisiert 19. November 2014, 11:15 Uhr
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Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky (l-r), Ulrich Weber, Vorstand der Deutschen Bahn AG im Bereich Personal und Alexander Kirchner, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Ein Spitzentreffen brachte keine Einigung.

Bahnreisende müssen weiter vor Streiks bangen: Ein Spitzengespräch der beiden Gewerkschaften EVG und GDL mit der Bahn hat die erhoffte Verständigung nicht erreicht. Nun wird an getrennten Tischen weiterverhandelt.

Ein Spitzengespräch über den Tarifkonflikt bei der Bahn hat keine Einigung gebracht. Das teilten die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) nach dem Treffen in Köln am späten Dienstagabend mit. Es sei nicht gelungen, sich auf ein Verfahren für künftige gemeinsame Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zu verständigen, berichtete die EVG.

Nun werden an diesem Freitag in Frankfurt getrennte Tarifverhandlungen geführt. Die Bahn wird nach eigenen Angaben zunächst mit der EVG verhandeln und anschließend mit der GDL. Sie werde beiden Gewerkschaften bis Freitag jeweils ein Angebot zu deren Forderungen vorlegen, kündigte das bundeseigene Unternehmen an.

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Das sind die Bahngewerkschaften GDL und EVG

  • Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer

    Die 1867 als Verein Deutscher Lokomotivführer gegründete GDL hat rund 34.000 Mitglieder. In ihr sind nach Gewerkschaftsangaben rund 80 Prozent der Lokführer bei der Deutschen Bahn und zahlreiche Zugbegleiter organisiert. Die GDL gehört dem Deutschen Beamtenbund an.

  • Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft

    Die EVG entstand 2010 aus der Fusion von Transnet und GDBA und hat rund 210.000 Mitglieder. Die Vorgängerin Transnet wurde 1896 gegründet und gehörte zum Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Die 1948 gegründete Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamter und Anwärter (GDBA) hatte Mitglieder aus allen Sparten von Bahn bis Bus. Sie gehörte dem Deutschen Beamtenbund an, kooperierte zuletzt aber in einer Tarifgemeinschaft mit Transnet.

Zu dem Gespräch in Köln waren GDL-Chef Claus Weselsky, der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner und Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber zusammengekommen. Ziel war es, sich auf eine Basis für gemeinsame Verhandlungen der drei Tarifparteien zu verständigen. Kirchner sprach von einem Scheitern: „Wir hatten die Chance, die Spaltung der Belegschaft zu verhindern, das ist am Widerstand der GDL gescheitert.“ Die GDL war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

EVG: Streik nicht auszuschließen

Die EVG habe es in dem Spitzengespräch erneut abgelehnt, dass es bei der Bahn „innerhalb einer Berufsgruppe unterschiedliche Tarifverträge gibt“, erläuterte Kirchner. Die EVG stehe für Tarifeinheit und werde „für dieses Ziel mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln kämpfen“.

Daher schließt sie auch einen Streik nicht aus. „Das hängt vom Verhandlungsverlauf mit der Deutschen Bahn ab“, sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner am Mittwoch in Köln. „Wenn wir da konstruktiv weiterkommen, ist von unserer Seite kein Streik nötig.“ Anderenfalls sei ein Streik nicht auszuschließen. „Das ist aber kein Mittel, das wir leichtfertig ausrufen“, betonte Kirchner.

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Die Bahn stellte fest, bei dem Treffen sei „kein Einvernehmen über parallele Verhandlungen wie zum Beispiel im öffentlichen Dienst erzielt“ worden. Ziel des Unternehmens bleibe es aber, konkurrierende Regelungen für eine Berufsgruppe zu vermeiden.

Erklärtes Ziel der GDL ist es, eigene Tarifverträge für ihre Mitglieder beim gesamten Zugpersonal durchzusetzen - etwa für Zugbegleiter oder für Lokrangierführer. Für die Lokführer hat die Gewerkschaft das bereits vor Jahren erreicht.

Für ihr Anliegen hatte die GDL seit Anfang September sechs Mal zum Streik aufgerufen. Dadurch wurde der Bahnverkehr jeweils empfindlich getroffen, etwa zwei Drittel der Personenzüge fielen aus.

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