Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen: DFB droht möglicherweise auch Steuer-Ärger

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von Florian Zerfaß

Auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB) könnte wegen der ungeklärten Zahlung über 6,7 Millionen Euro an den Weltverband FIFA auch Ärger mit den Finanzbehörden zukommen.

Wie ein DFB-Mitarbeiter der WirtschaftsWoche sagte, besteht intern die Sorge, dass die Angaben gegenüber dem Finanzamt falsch gewesen sein könnten, weil die Zahlung an die FIFA vermutlich nicht für den angegebenen Zweck – das FIFA-Kulturprogramm bei der Weltmeisterschaft 2006 – verwendet wurde. Die Unregelmäßigkeiten um die Überweisung der 6,7 Millionen Euro im Jahr 2005 hat der DFB bereits eingeräumt und eine Untersuchung eingeleitet.  Fraglich sei laut dem Mitarbeiter, ob die Summe als Betriebsausgabe angesehen werden kann und bei der Steuer abgesetzt werden darf.

Die Fakten zum FIFA-Skandal

  • Die Vorwürfe

    Mehr als zehn Personen werden im neuen Fußball-Skandal um den Weltverband FIFA vom US-Justizministerium beschuldigt. Ihnen wird unter anderem organisiertes Verbrechen, Überweisungsbetrug und verschwörerische Geldwäsche und die Teilnahme an Korruption im internationalen Fußball zur Selbstbereicherung zur Last gelegt.

  • Die Ermittlerin

    Loretta E. Lynch steht schon seit ihrer Zeit als New Yorker Staatsanwältin an der Spitze der Ermittlungen in den USA gegen die verdächtigten FIFA-Mitglieder. Die 55-Jährige ist mittlerweile Justizministerin der Vereinigten Staaten. Sie hat den Posten erst im vergangenen Monat übernommen, war am 27. April vereidigt worden. Lynch, im November vergangenen Jahres von US-Präsident Barack Obama vorgeschlagen, ist die erste Afroamerikanerin in diesem Amt.

  • Die FIFA

    Die Fédération Internationale de Football Association - kurz FIFA - wurde 1904 in Paris gegründet. Mittlerweile ist die FIFA auf 209 Mitglieder aus sechs Kontinental-Konföderationen angewachsen. Größte Einnahmequelle ist die alle vier Jahre ausgerichtete Fußball-WM mit einem Umsatz von rund fünf Milliarden Dollar. Höchstes Gremium ist der jährliche Kongress, die Vollversammlung aller Mitgliedsverbände. Der Kongress wählt alle vier Jahre den Präsidenten. Künftig bestimmt der Kongress auch den WM-Gastgeber - eine Folge der Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022. Bislang war das Exekutivkomitee dafür verantwortlich. Es ist die sogenannte Regierung der FIFA.

Der Verband wollte sich auf Nachfrage nicht äußern. So lange es keinen neuen Sachstand gebe, gebe der DFB „keine weiteren Statements“ ab. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte am Montag mitgeteilt, die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen Untreue, Korruption oder Betrug zu prüfen. Sprecherin Nadja Niesen bestätigte nun auf Anfrage, dass sich die Staatsanwaltschaft auch mit Steuerfragen befasst. „Das haben wir auch im Auge“, sagte Niesen der WirtschaftsWoche, „Steuerhinterziehung prüfen wir ebenfalls.“ Es handele sich aber weiter um reine Vorprüfungen, ein Ermittlungsverfahren sei bislang nicht eingeleitet. Ein Sprecher der Oberfinanzdirektion Frankfurt wollte sich auf Anfrage wegen des Steuergeheimnisses nicht äußern.

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