Stellenstreichung: 500 Stellen sollen wegfallen

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Stellenstreichung: 500 Stellen sollen wegfallen

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Bis zu 500 Stellen sollen gestrichen werden.

Nach Medienberichten will die Fluggesellschaft Air Berlin bis zu 500 Stellen streichen. Dies gehe aus einem internen Brief von Konzernchef Hartmut Mehdorn an die Mitarbeiter hervor.

Ein Sprecher von Air Berlin wollte den Bericht auf dpa-Anfrage nicht kommentieren. „Sobald die konkreten Maßnahmen und Details des Turnaround-Programms Turbine 2013 feststehen, werden wir darüber umfassend informieren“, hieß es. Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" soll die Flotte der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft im Rahmen des Sparprogramms um 20 auf 138 Flugzeuge schrumpfen. Dadurch seien mindestens 500 Vollzeit-Arbeitsplätze gefährdet. Ziel der Kürzung sei ein Kostenabbau um 15 Prozent in den nächsten zwei Jahren.

Air Berlin steckt unter anderem wegen der Folgen der Wirtschaftsflaute, der deutschen Flugsteuer und steigender Kerosinpreise in Turbulenzen. Vorstandschef Hartmut Mehdorn versucht, die Gesellschaft mit einem Schrumpf- und Sparkurs zurück in die Gewinnzone zu hieven. Ende November hatte Mehdorn betont, trotz Sparzwangs drohten keine Massenentlassungen. Einen Personalabbau schloss er jedoch nicht aus. Mit diesen Maßnahmen hat er alleine im dritten Quartal 70 Millionen Euro eingespart. Allerdings stiegen die Treibstoffkosten im gleichen Zeitraum um 35 Millionen Euro. Einen Gewinn von rund 67 Millionen Euro schreibt Air Berlin damit - das sind 120 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Allerdings geht gut die Hälfte davon auf Fremdwährungsgewinne zurück. Das operative Ergebnis sei um 4,5 Prozent auf 101,2 Millionen Euro gestiegen. Die Verschuldung des Unternehmens liegt dem Air-Berlin- Finanzchef Ulf Hüttmeyer zufolge bei 853 Millionen Euro. Im "Best-Case-Szenario" solle sie bis Jahresende auf 500 Millionen zurückgehen. Dazu müssten aber die geplanten Verkäufe von sieben der derzeit 158 Flugzeuge gelingen.

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Als Mehdorn 2009 Chef von Air Berlin wurde, trat er ein schweres Erbe an. Die Fluggesellschaft war unter seinem Vorgänger Joachim Hunold rapide gewachsen und hatte Konkurrenten wie DBA, LTU und Niki geschluckt. Das blieb auch nicht ohne Folgen für die Bilanz: Die Einkaufstour und die jahrelangen Verluste hinterließen Schulden von 850 Millionen Euro. Zunächst konnte Air Berlin die Kapitaldecke aufbessern. Sie stieg im September auf acht Prozent, Mitte des Jahres waren es noch vier Prozent. Allerdings arbeiten andere Fluggesellschaften mit 20 Prozent und mehr.Um über die Runden zu kommen, hat die Fluglinie Ende 2011 Etihad an Bord geholt. Die Airline aus der Golf-Metropole Abu Dhabi sicherte sich 30 Prozent der Aktien und stellte ein Darlehen über 255 Millionen Dollar zur Verfügung. Damals sagte Mehdorn, dass die Kooperation erste Erfolge zeige: „Wir profitieren sehr von der strategischen Partnerschaft.“ Mittlerweile ist der Kredit mit dem Großaktionär Etihad die Berlinern zu Beginn des Jahres aus der größten Not geholfen hatte, ist fast aufgebraucht. Und ein neues Darlehen ist nicht in Sicht.

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