Steuern zu hoch, Infrastruktur zu kaputt: Tourismus-Branche kritisiert die Politik

Steuern zu hoch, Infrastruktur zu kaputt: Tourismus-Branche kritisiert die Politik

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Langsam geht die Urlaubsplanung wieder los. Aber die Politik macht es der Tourismusbranche nicht leicht

von Hans-Jürgen Klesse

Trotz politischer Krisen und wirtschaftlicher Unsicherheit wächst der deutsche Reisemarkt. Aber die Tourismus-Branche hat Ärger mit der Politik.

Die Rahmendaten waren nicht unbedingt ideal: Die zum Jahresbeginn noch positiven Konjunkturaussichten haben sich eingetrübt, bewaffnete Konflikte und politische Krisen in der Urkaine und im Nahen Osten sowie in den letzten Monaten die Ebola-Epidemie in Westafrika haben die Reiselust gebremst, auch die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer hat viele Deutsche zumindest zeitweise davon abgehalten, die Urlaubskoffer zu packen. Und last-but-least hat das in diesem Jahr extrem enge Zeitfenster der Sommer-Schulferien die Situation zusätzlich verschärft.

"All diese Faktoren haben unser Geschäft in diesem Jahr belastet", sagte Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), zur Eröffnung der Jahreshauptversammlung des Verbandes in Abu Dhabi. Trotzdem sind die Umsätze der Reiseveranstalter 2014 um gut zwei Prozent auf 26 Milliarden Euro gewachsen.

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Besonders gut entwickelt hat sich der schon seit Jahren überdurchschnittlich wachsende Kreuzfahrtmarkt, wo wieder zweistellige Zuwachsraten erzielt wurden, und das obere Segment hochwertiger Reisen mit Ausgaben von mehr als 3000 Euro pro Person und Urlaub, das um zehn Prozent zulegte.

Ein weiterer Trend: Immer mehr Urlauber entscheiden sich viele Monate vor Urlaubsbeginn, wo es hingehen soll. "Der Anteil der Frühbucher hat sich um 14 Prozent erhöht und steht inzwischen damit mittlerweile für rund 30 Prozent der Gesamtumsätze", sagte Fiebig.

Das Reisejahr 2014

Wohin ging die Reise? "Zwei Drittel der mehr als 70 Millionen Urlaubsreisen führen ins Ausland, keine andere Nation - abgesehen von China - ist ähnlich reisefreudig was die Zahl der Auslandsreisen angeht", freute sich der DRV-Chef. Die höchsten Zuwachsraten erreichte 2014 das in den vergangenen Jahren von der Euro-Krise gebeutelte Griechenland. "Das ist ein fulminantes Comeback", sagte Fiebig.

Mittlerweile habe das Mittelmeerland wieder den Stand vor der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 erreicht und werde das Ergebnis vermutlich sogar leicht toppen.

Ebenfalls erholt hat sich Tunesien, das aufgrund des arabischen Frühlings schwer gelitten hatte. Dauerbrenner bleiben die Kanarischen Inseln, sowie Urlaubsziele in der Karibik und in Mexiko. Mit kleinen Zuwächsen behaupten konnte sich die Türkei, zu den Verlierern gehörten wieder Ägypten und das seit dem Frühjahr von einer Militärjunta regierte Thailand.

Reisebüros trotzen den Online-Portalen

Was in Anbetracht der wachsenden Marktanteile des Online-Vertriebs etwa im Einzelhandel überrascht: Das Reisebüro hat nach wie vor seinen festen Platz im deutschen Reisemarkt, "die Zahl der stationären Reisebüros ist gestiegen - und zwar um exakt 100", freute sich der DRV-Präsident.

Die Reisebüros mit überwiegend touristischem Angebot lagen mit einem Umsatzplus von knapp zwei Prozent im Branchentrend, auch die in den vergangenen Jahren von Umsatzrückgängen geplagten Anbieter von Geschäftsreiseleistungen konnten sich 2014 über ein Plus in gleicher Größenordnung freuen.

Das Reisejahr 2015

Und wohin geht die Reise 2015? Der DRV und die Marktforschungsgesellschaft GfK erwarten eine ähnliche Entwicklung wie im fast abgelaufenen Jahr. "Kreuzfahrten werden weiter überproportional stark nachgefragt, Ägypten zieht wieder an", sagte Fiebig. "Trotz sinkender Konjunkturerwartungen wollen die Verbraucher mehr für den Konsum ausgeben."

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