Strategie: UPS will Inlandsgeschäft ausbauen

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Strategie: UPS will Inlandsgeschäft ausbauen

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Der Logistikkonzern UPS will seinen holländischen Konkurrenten TNT übernehmen und das Inlandsgeschäft weiter ausbauen

von Christian Schlesiger

Der Expresskonzern aus den USA will den holländischen Rivalen TNT Express für fünf Milliarden Euro übernehmen - und setzt auf eine Strategie, mit der die Deutsche Post schon mal gescheitert ist.

Die Europäische Kommission ist noch skeptisch. 5,2 Milliarden Euro will der Logistikkonzern UPS für den Konkurrenten TNT aus Holland zahlen. Doch die Brüsseler Bürokraten fürchten die Marktmacht des kombinierten Expressversenders. UPS und TNT würden zusammen etwa 40 Prozent Marktanteil in Europa innehaben und so die Deutsche Post auf Rang zwei verdrängen. Mit FedEx gebe es dann nur noch einen dritten Wettbewerber im Markt. Die Preise, so die Sorgen aus Brüssel, würden steigen.

Kommende Woche wird die EU-Kommission die Befürchtungen offiziell anmelden. Und UPS wird sie mit Argumenten zu wiederlegen versuchen. Der Markt sei deutlich wettbewerbsintensiver als die Kommission vermutet, ist aus dem Konzern zu hören. Die UPS-Flieger transportierten ja nicht nur Pakete und Dokumente durch die Luft, sondern auch große Fracht. Hier konkurriere UPS mit Cargo-Fliegern von Lufthansa und Qatar. Ohnehin sei die Marktentwicklung sehr dynamisch. „Als vor einigen Jahren Air France und KLM fusionierten, war die Befürchtung groß, die neue Gesellschaft, Lufthansa und British Airways würden den europäischen Markt unter sich aufteilen“, sagt ein hochrangiger UPS-Manager. „Keiner hatte damals Ryanair und Easyjet auf dem Radar.“ Und so könnte sich in Europa auch der Expressmarkt entwickeln.

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Gescheitertes Inlandsgeschäft

Spannender dürfte ohnehin die Frage sein, ob die Strategie von UPS überhaupt die richtige ist. Denn die Amerikaner wollen durch die Übernahme von TNT Express auch den Paket- und Dokumenten-Transport  innerhalb eines Landes stärken. In Europa, Australien, Brasilien und Chile transportieren TNT-Lastwagen Pakete auch dann, wenn Absender und Adressat aus dem gleichen Land kommen. Diese Strategie brachte der Deutschen Post in den USA einst Milliarden-Verluste ein. Fast acht Milliarden Euro versenkte der Bonner Konzern durch die Übernahme des US-Logistikers Airborne. 2009 zog sich die Post-Tochter DHL aus dem Inlandsgeschäft in den USA wieder zurück und konzentriert sich seit jeher auf den internationalen Expressversand, also etwa von Europa in die USA und umgekehrt.

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