Streiks: Politiker schütteln den Kopf über Lufthansa-Piloten

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Streiks: Politiker schütteln den Kopf über Lufthansa-Piloten

von Christian Schlesiger

Angesichts der hohen Gehälter fehlt der Politik das Verständnis für das Verhalten der Piloten. CDU und SPD fordern Änderungen an den Arbeitnehmerrechten.

Die Welt der Lufthansa-Piloten ist irgendwie eine andere. Einsteiger im Cockpit verdienen rund 78 000 Euro pro Jahr, dienst-ältere Top-Verdiener kommen auf knapp 260 000 Euro Salär. Schon allein deshalb fällt es schwer, den dreitägigen Ausstand der Piloten nachzuvollziehen. Doch für Winfried Streicher, den ehemaligen Chef der Pilotengewerkschaft Cockpit, sei die Kritik am Verhalten der Lufthanseaten eine typisch deutsche Neid-Debatte. "Ich ignoriere sie einfach", sagte Schleicher dem ZDF. Streicher verdient 200 0000 Euro pro Jahr. 

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Dabei ist es genau jenes Neid-Argument, mit denen die Piloten ihren Streik begründen. Denn die Kapitäne anderer Airlines würden schließlich höhere Gehälter nach Hause fliegen als die Lufthansa-Piloten, heißt es bei Cockpit. Also könne es doch bitte auch bei Lufthansa eine Schippe von zehn Prozent mehr sein. Bei den Ruhestandsregelungen nimmt Lufthansa ohnehin eine beispiellose Rolle ein. Ab 55 Jahren können die Piloten selbstbestimmt aussteigen und kassieren 60 Prozent ihres Bruttogehalts weiter. Im Schnitt gehen sie mit 59 Jahren und einem Jahresgehalt von 124.000 Euro in den Vorruhestand. Die Frühverrentung kostet der Lufthansa 80 Millionen Euro pro Jahr.

Zweiter Streiktag der Piloten Lufthansa-Chef hofft auf Einigung

Der Ausstand der Lufthansa-Piloten geht weiter. Während es an den großen Drehkreuzen auch am Donnerstag spürbar leerer ist, hofft der Lufthansa-Chef auf eine schnelle Einigung mit der Gewerkschaft.

Der Ausstand der Lufthansa-Piloten geht weiter. Während es an den großen Drehkreuzen auch am Donnerstag spürbar leerer ist, hofft der Lufthansa-Chef auf eine schnelle Einigung mit der Gewerkschaft. Quelle: AP

Es scheint, als hätten die Piloten den Schuss nicht gehört, der ihnen entgegenfliegt. Billigflieger setzen die selbst ernannte Premium-Airline in Europa erheblich unter Druck. Aus den arabischen Emiraten jagen die Golf-Airlines der Lufthansa wichtige Langstreckenreisende ab. Zwar verdiente Lufthansa vergangenes Jahr gutes Geld, aber das kann sich schnell ändern. Der Streik der 5500 "Führungskräfte" der Lufthansa, wie sich die Piloten selbst gerne sehen, lässt eigentlich nur einen Schluss zu: So schlimm können die Wettbewerbsnachteile der Lufthansa offenbar nicht sein.

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