Streit zwischen Bahn und Lokführergewerkschaft : Endlich Einigung in Sicht

Streit zwischen Bahn und Lokführergewerkschaft : Endlich Einigung in Sicht

, aktualisiert 02. Februar 2015, 19:55 Uhr

Der jüngste Bahnstreik ist nun schon ein Vierteljahr her - aber der Tarifkonflikt ist noch nicht gelöst. Nun bewegen sich beide Seiten aber immerhin langsam aufeinander zu. Für Bahnkunden bleibt es trotzdem spannend.

Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL bewegen sich im monatelangen Tarifstreit aufeinander zu. "Ich fand' den heutigen Tage einen Schritt nach vorne", sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Montagabend nach Beratungen in Berlin. Der Konzern habe wie von der GDL gefordert einen Vorschlag für einen Flächentarifvertrag vorgelegt. GDL-Chef Claus Weselsky sagte, dies sei auf die Hartnäckigkeit der Arbeitnehmervertreter zurückzuführen. Der Entwurf sei aber noch nicht ausreichend, die GDL werde daher nächste Woche selbst einen Vorschlag vorlegen. Im Flächentarifvertrag, den es für Lokführer bereits gibt, sollen jetzt auch die Konditionen für das Zugbegleitpersonal geregelt werden. Er soll zugleich einen Rahmen für Privatbahnen setzen. Am 11. Februar wollen sich Bahn und GDL wieder treffen.

Die Tarif-Gespräche sind insgesamt als schwierig einzustufen, da die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG und die GDL teils für die gleichen Beschäftigtengruppen Abschlüsse erzielen wollen. Die Bahn hatte den Konflikt zuletzt etwas entschärft, indem sie allen Beschäftigen für die Dauer der seit Sommer laufenden Verhandlungen einen Vorschuss mit dem Februar-Gehalt zahlen will. Dieser soll dann mit dem Tarif-Abschluss verrechnet werden. Da die Bahn unterschiedliche Verträge für die gleiche Beschäftigtengruppe aber ablehnt, versucht sie mit beiden Gewerkschaften identische Abkommen auszuhandeln.

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GDL-Chef Claus Weselsky "Wer zurückrudert, macht sich unglaubwürdig"

Im Tarifstreit mit der Bahn will Claus Weselsky keine Milde zeigen. Im Interview kontert der Chef der Lokführergewerkschaft GDL die Angriffe auf seine Person, attackiert die Bahn - und droht mit neuen Streiks ab Februar.

Lokführer und Gewerkschaftsfunktionär Claus Weselsky Quelle: dpa Picture-Alliance

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) waren am Montag in Berlin zu einer weiteren Verhandlungsrunde in ihrem zähen Tarifkonflikt zusammengekommen. GDL-Chef Claus Weselsky sagte zum Auftakt der Gespräche, eine Lösung auf dem Verhandlungsweg sei möglich. Bahn-Personalchef Ulrich Weber sagte: „Wir sind bereit, heute zu einem Ergebnis zu kommen.“ Beide Seiten hatten vorab jedoch vorsorglich schon zwei weitere Verhandlungstermine in diesem Monat vereinbart.

Weselsky warnte die Bahn vor Veränderungen am bestehenden Flächentarifvertrag für Lokführer: „An dieser Stelle ist mit uns nicht gut Kirschen essen.“ Weber will nach eigenen Worten Vorschläge machen, um weitere Berufsgruppen in das Lokführer-Tarifwerk einzufügen. „Es geht darum, die existierenden Tarifverträge zu ergänzen. Die bisherigen beschränken sich auf Lokomotivführer.“

Die GDL will unter anderem auch für Zugbegleiter, Gastronomen, Zugplaner, Lokrangierführer und Trainer Ergebnisse erzielen. Ziel der Bahn ist es, dass diese nicht dem Abschluss mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) widersprechen, mit der die Verhandlungen ebenfalls noch nicht beendet sind.

Weselsky kritisierte, beim letzten Treffen im Januar sei man hier „keinen Millimeter“ weiter gekommen: „Die Deutsche Bahn versucht, den Flächentarifvertrag zu eliminieren, den wir bereits für die Lokführer haben.“ Die Bahn konterte diesen Vorwurf mit dem Wort „Märchenstunde“.

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Zur Frage möglicher neuer Streiks sagte Weselsky: „Am Ende dieses Tages werden wir entscheiden können, ob wir uns weiter mittels Arbeitskampf durchsetzen müssen oder ob wir auf dem Verhandlungswege den entscheidenden Schritt gemacht haben.“ Seit einem ersten Durchbruch Mitte Dezember sei man nicht viel weiter gekommen.

Zuvor hatte die GDL sechs Mal gestreikt. Die EVG hatte am vergangenen Freitag ihrerseits Streiks zunächst ausgeschlossen.

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