Ströer: Neue Vorwürfe von US-Hedgefonds

exklusivStröer: Neue Vorwürfe von US-Hedgefonds

, aktualisiert 29. April 2016, 10:41 Uhr
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Der Sitz des Medienunternehmens Ströer in Köln

Nachdem er in der vergangenen Woche mit einem umstrittenen Report die Aktie des Kölner Medienkonzerns Ströer zum Absturz gebracht hatte, legt Carson Block, Gründer und Chef des US-Hedgefonds Muddy Waters,  nach.

„Ströers Management verdient das Vertrauen der Investoren nicht“, sagte Block der WirtschaftsWoche zu der 16-seitigen Erwiderung von Ströer-Chef Udo Müller am vergangenen Freitag. In dieser hatte Müller per Telefonkonferenz die Anschuldigungen Blocks als „im Kern falsch“ zurückgewiesen und rechtliche Schritte angekündigt. Daraufhin verschärft Hedgefonds-Chef Block nun seine Vorwürfe: „Meiner Meinung nach fehlte es den Antworten an Klarheit, weil sie vielfach darauf angelegt waren, Investoren noch weiter in die Irre zu führen.“

So sei Ströers Behauptung „durchweg unzutreffend“, Block habe in seinem Report Wechselkurseffekte und den Umsatzanteil neuer Beteiligungsfirmen von Stöer nicht berücksichtigt. Muddy Waters habe bei seinen Berechnungen des organischen Wachstums Ströer sogar ein Wechselkursplus von 15 Millionen Euro zugebilligt. Trotzdem sei das Umsatzwachstum niedriger als von Ströer behauptet. Zudem hätten die Beteiligungsfirmen nur 1,5 Millionen Euro zum Wachstum beigetragen, gerade mal 0,2 Prozent des Gesamtumsatzes.

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Nach Informationen der WirtschaftsWoche ließ Hedgefonds-Chef Block die Ausführungen von Ströer-Chef Müller bei der Telefonkonferenz am vergangenen Freitag von einem Ex-Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA analysieren. Dabei sei dieser auf „Verhaltensweisen“ gestoßen, heißt es, „die man mit Täuschung verbindet“. Mit ähnlichen Methoden hatte Muddy Waters bereits den französischen Handelsriesen Casino und den Rohstoff-Konzern Noble Group aus Hongkong attackiert.

Blocks Vorgehen ist hoch umstritten, weil er sein Geld mit Leerverkäufen verdient; er wettet also auf fallende Kurse. Bei Ströer hatte er selbst mit seinem Bericht dafür gesorgt, dass die Aktie zeitweise von 54 Euro bis auf gut 36 Euro eingebrochen war. Wie viel Block damit verdient hat, ist nicht bekannt. Am Mittwoch vor Redaktionsschluss lag der Aktienkurs wieder bei gut 44 Euro, 13 Analysten empfahlen das Papier zum Kauf.

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