Survival of the Smartest 2.0: Verschlafen deutsche Unternehmen die Digitalisierung?

Survival of the Smartest 2.0: Verschlafen deutsche Unternehmen die Digitalisierung?

Die Digitalisierung schreitet voran. Aber wie reagieren die deutschen Unternehmen auf die digitale Transformation? Wie steht es um die Innovationsfähigkeit und wie gehen sie mit ihren Kunden um? Eine Studie gibt Antwort.

Viele deutsche Unternehmen kopieren lieber neue Ideen, statt selbst innovativ zu sein. Dabei sind aber häufig nicht schnell genug und deshalb auch meist nicht erfolgreich. Das ist das ernüchternde Fazit einer aktuellen KPMG-Umfrage zum Thema Digitalisierung unter 500 Unternehmen aus zehn Branchen. Dabei wurde untersucht, wie Unternehmen auf die Digitalisierung reagieren und welche Branchen in diesem Prozess vergleichsweise weit fort geschritten sind.

Nur jedes dritte Unternehmen ist online

43 Prozent der Befragten haben Veränderungen an ihrem Geschäftsmodell angestoßen oder bereits umgesetzt. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Über die Hälfte der Unternehmen agiert diesbezüglich eher zurückhaltend. Am weitesten sind die Unternehmen, was ihre Produkte angeht: Zwei Drittel (64 Prozent) haben begonnen, diese an die digitale Welt anzupassen oder die Anpassung sogar schon umgesetzt.

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Rund 40 Prozent verändern ihre Position in den Wertschöpfungsnetzwerken oder entwickeln gänzlich neue Digitalprodukte. Auf Vertriebsseite sind die Unternehmen in Sachen Digitalisierung allerdings weniger fortgeschritten: Nur jedes Dritte hat einen eigenen Online-Vertrieb (38 Prozent) oder arbeitet an einem speziellen Vertrieb über mobile Endgeräte (33 Prozent). Veränderungen bei den Ertragsmodellen sind nur bei 31 Prozent der Befragten angestoßen oder bereits umgesetzt.

"Vielen Unternehmen fehlt damit schlicht die Voraussetzung, um digitale Angebote effektiv in den Markt tragen zu können", sagt Robert Gutsche, KPMG-Bereichsvorstand Consulting.

Stufen der industriellen Entwicklung

  • Erste industrielle Revolution

    Die erste industrielle Revolution datiert man auf das Ende des 18. Jahrhunderts. Gekennzeichnet war sie durch die Einführung mechanischer Produktionsanlagen, die durch Wasser- und Dampfkraft angetrieben wurden. In dieser Zeit wurde auch der erste mechanische Webstuhl entwickelt.

    Quelle: Deutsche Bank Research Industrie 4.0 - Upgrade des Industriestandorts Deutschland steht bevor, Stand: Februar 2014

  • Zweite industrielle Revolution

    Die Erfindung erster Fließbänder in Schlachthöfen in den USA ist Symptom der zweiten industriellen Revolution. Die Verfügbarkeit elektrischer Energie für Produktionszwecke bedingte ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Einführung arbeitsteiliger Massenproduktion.

  • Dritte industrielle Revolution

    In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts automatisierte sich die Produktion weiter. Von diesem Zeitraum an wurde nicht mehr nur Arbeitsteilung betrieben, sondern ganze Arbeitsschritte wurden von Maschinen übernommen. Die Grundlage für diese Entwicklung war der Einsatz von Elektronik und IT.

  • Vierte industrielle Revolution: Industrie 4.0

    Die Industrie 4.0 soll die vierte industrielle Revolution werden. In der "intelligenten Fabrik" sollen Menschen, Maschinen und Ressourcen miteinander kommunizieren. Das jeweilige Produkt soll, gefüttert mit Informationen über sich selbst, seinen eigenen Fertigungsprozess optimieren können.

Innovationsdruck steigt

Eine der großen Herausforderungen der digitalen Transformation ist der steigende Innovationsdruck. Einige Unternehmen haben bereits Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Innovationsfähigkeit eingeleitet. So nutzen rund 60 Prozent die Ideen und Anregungen ihrer Mitarbeiter. 55 Prozent übernehmen innovative Ansätze oder Erfolgsmodelle aus anderen Branchen. Und knapp 50 Prozent haben Kooperationen mit Forschungseinrichtungen angestoßen oder bereits umgesetzt. "Tendenziell sind deutsche Unternehmen eher Optimierer als Pioniere", sagt Marc Ennemann, Leiter des Bereichs Digitale Transformation bei KPMG. Bei den genutzten Maßnahmen zur Innovationsoptimierung handele es sich um eher klassische Ansätze. "Deutlich weniger verbreitet sind neuartige und gewissermaßen zeitgemäße Maßnahmen, die durch moderne Technologien ermöglicht werden."

So setzen bis dato nur 42 Prozent der befragten Unternehmen auf spezielle Social-Media-Analysen (Analysen externer Internet-Portale oder Konsumenten-Netzwerke) und nur 39 Prozent nutzen Big-Data-Auswertungen. Noch geringer verbreitet ist der Einsatz von Open Innovation Plattformen (28 Prozent) oder die Nutzung des kreativen Potenzials von Startups (22 Prozent).

Medien und Banken vergleichsweise fortschrittlich

Am weitesten fortgeschritten, was Änderungen an ihrem Geschäftsmodell angeht, ist die Medienbranche. Durchschnittlich fast 70 Prozent der befragten Medienunternehmen haben hier auf verschiedenen Ebenen Maßnahmen angestoßen oder bereits umgesetzt. Ebenfalls vergleichsweise weit ist der Bankensektor: Hier arbeitet über die Hälfte der Befragten an Anpassungen ihres Geschäftsmodells. Die niedrigsten Werte ergeben sich für Versicherungen, für die Automobilindustrie und den Gesundheitssektor.

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Vergleichsweise weit sind die Unternehmen bei der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen. Knapp 60 Prozent der Unternehmen haben diese überwiegend oder vollständig digitalisiert - etwa im Personalwesen oder Controlling. In rund 45 Prozent ist dies in den Bereichen Einkauf und Marketing der Fall.

Deutlich geringer ist der Digitalisierungsgrad bei Vertrieb und Produktion sowie Forschung und Entwicklung. Hier besteht laut KPMG bei vielen Unternehmen noch Optimierungspotenzial.

Erneut zeigen sich zum Teil deutliche Branchenunterschiede. Technologie-, Telekommunikations- und Medienunternehmen nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung und Vernetzung intensiver und umfangreicher als beispielsweise Automobilfirmen, Versicherungen, Banken und Lebensmitteleinzelhändler.

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