Tarifkonflikt: Lufthansa prüft Berufung gegen Streik-Entscheid

Tarifkonflikt: Lufthansa prüft Berufung gegen Streik-Entscheid

Das Kräftemessen im Tarifstreit der Lufthansa mit ihren Flugbegleitern geht weiter. Die erbitterte Auseinandersetzung wird auch vor Gericht ausgetragen. Nachfolgend die wichtigsten Entwicklungen vom Mittwoch im Überblick.

Die Lufthansa prüft nach den Angaben eines Sprechers weiterhin, ob sie beim Landesarbeitsgericht Hessen Berufung gegen das Urteil des Arbeitsgerichtes Darmstadt einlegt. Die Vorinstanz hatte in der Nacht eine Eilklage der Lufthansa gegen den Ausstand der Flugbegleiter abgewiesen.

Welche Rechte Fluggäste bei Streik haben

  • Hinweise der Verbraucherschützer

    Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, welche Rechte betroffene Fluggäste haben.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (1)

    Die Airline muss laut EU-Verordnung einen Ersatzflug zum nächstmöglichen Zeitpunkt anbieten. Alternativ können Fluggäste bei Annullierung des Flugs vom Luftbeförderungsvertrag zurücktreten und sich den Flugpreis erstatten lassen.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (2)

    Bei Ausgleichszahlungen ist die Lage strittig. Nach bislang überwiegender Ansicht gelten Streiks als "außergewöhnliche Umstände", und dann braucht die Fluggesellschaft nicht zu zahlen.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (3)

    Findet der Flug verspätet statt, sichert die europäische Fluggastrechte-Verordnung folgende Rechte zu: Anspruch auf kostenlose Betreuung besteht ab zwei Stunden Verzögerung bei Kurzstrecken (bis 1500 km), ab drei Stunden bei Mittelstrecken (bis 3500 km) und ab vier Stunden bei Langstrecken. Die Airline muss dann für Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Telexe, Faxe oder E-Mails sowie eventuell notwendige Hotelübernachtungen (falls sich der Flug um einen Tag verschiebt) samt Transfer sorgen.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (4)

    Wollen die Fluggäste die Reise bei einer mehr als fünfstündigen Verspätung nicht mehr antreten, können sie ihr Geld zurückverlangen.

  • Ansprüche gegen den Reiseveranstalter (1)

    Der Reiseveranstalter ist der erste Ansprechpartner, wenn der ausfallende Flug Teil einer Pauschalreise ist. Auch der Veranstalter hat die Pflicht, schnellstmöglich für eine Ersatzbeförderung zu sorgen.

  • Ansprüche gegen den Reiseveranstalter (2)

    Erst, wenn der Flieger mehr als vier Stunden verspätet ist, kann je nach Flugstrecke ein Reisemangel vorliegen. Dann können für jede weitere Verspätungsstunde fünf Prozent des Tagesreisepreises vom Veranstalter zurückverlangt werden.

  • Ansprüche gegen den Reiseveranstalter (3)

    Wenn durch den Streik Reiseleistungen ausgefallen sind, haben Urlauber die Möglichkeit, nach ihrer Rückkehr den Preis der Reise zu mindern.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr will im Tarifstreit mit den Flugbegleitern nicht klein beigeben. "Wir müssen das durchstehen, um unsere Position zu sichern", sagt er bei einer Veranstaltung in Frankfurt. "Der Widerstand gegen Veränderungen im Unternehmen ist groß, insbesondere bei bestimmten Beschäftigtengruppen."

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Der Konzern habe aber keine Wahl als sich zu ändern. Vor allem Air Berlin profitiere von den Streiks der Flugbegleiter bei der Konkurrenz, sagt der Chef von Deutschlands zweitgrößter Fluglinie, Stefan Pichler, auf einer Pressekonferenz in Berlin.

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