Tarifkonflikt: Piloten kommen Lufthansa entgegen

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Tarifkonflikt: Piloten kommen Lufthansa entgegen

, aktualisiert 24. Juli 2015, 16:33 Uhr
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Die Piloten legten die Lufthansa seit Frühjahr 2014 insgesamt zwölf Mal lahm.

Die Vereinigung Cockpit geht im Tarifkonflikt erneut auf die Lufthansa zu und bietet eine Einigung bis Anfang September an. Zudem zeigt sich die Piloten-Gewerkschaft offen für einen neuen Vergütungstarifvertrag.

Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa gehen die Piloten auf den Vorstand zu. "Die Vereinigung Cockpit bietet dem Lufthansa-Management ein umfassendes Gesamtpaket im Wert von über 400 Millionen Euro an und kommt so dem Arbeitgeber in vielen seiner Forderungen entgegen", erklärte die Pilotengewerkschaft am Freitag. Das Angebot umfasse unter anderem das Anheben des durchschnittlichen Ruhestandsalters.

Die Lufthansa begrüßte den Vorstoß und kündigte an, die Vorschläge zu prüfen. Dann werde man Gesprächstermine anbieten, sagte ein Konzernsprecher. Damit scheinen Streiks vorerst vom Tisch. Die Piloten legten die Lufthansa seit Frühjahr 2014 zwölf Mal lahm.

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In dem Tarifkonflikt geht es um die betriebsinterne Frührente für 5400 Piloten und die Konzernstrategie. Anfang Juli war eine Schlichtung bereits in der Vorbereitung gescheitert. Nun boten die Piloten an, ein vom Vorstand angebotenes Bündnis für Wachstum und Beschäftigung mitzutragen.

So sei die Vereinigung Cockpit (VC) bereit, für die Zeit einer gemeinsamen Marktanalyse die Forderungen zu einem neuen Vergütungstarifvertrag auszusetzen. "Im Gegenzug für diesen deutlichen Schritt fordert die VC, dass Lufthansa die Arbeitsplatzperspektiven für alle in Deutschland bei Lufthansa angestellten Piloten garantiert und umgehend die Vorbereitungen zum Ausflaggen der heutigen Cockpitarbeitsplätze stoppt", erklärte die Gewerkschaft.

Mit diesem Punkt jedoch macht VC gegen Pläne der Konzernspitze mobil, wonach Piloten der Lufthansa-Billigtochter Eurowings künftig geringer bezahlt werden sollen als Flugzeugführer der Kernmarke. "Das könnte ein Knackpunkt bei den Verhandlungen sein", sagte Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher. Aus Sicht der Lufthansa ist der rasche Ausbau von Eurowings überlebenswichtig, um den Vormarsch der Billigrivalen Ryanair und Easyjet zu stoppen. Eurowings soll zu etwa 40 Prozent niedrigeren Kosten fliegen als die Lufthansa selbst.

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Die Arbeitsniederlegungen der Piloten kommen die Lufthansa teuer zu stehen: Im ersten Halbjahr 2015 dürften sich die dadurch verursachten Gewinneinbußen auf 100 Millionen Euro summieren, hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr gesagt. Bereits 2014 beliefen sich die Belastungen auf 230 Millionen Euro.

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