Tarifkonflikt: Verdi erwägt erneute Warnstreiks bei Lufthansa

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Tarifkonflikt: Verdi erwägt erneute Warnstreiks bei Lufthansa

Im Tarifkonflikt mit der Lufthansa erwägt die Gewerkschaft Verdi erneute Warnstreiks: Die Fluggesellschaft habe am Mittwoch ein "inakzeptables Angebot" vorgelegt, erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle.

"Wir liegen meilenweit auseinander," betonte die Verdi-Verhandlungsführerin. Deshalb sei jetzt mit erneuten Arbeitsniederlegungen zu rechnen. Verdi wolle die Streiks allerdings aus Rücksicht auf die Passagiere frühzeitig bekanntgeben. Die Lufthansa biete an, die Löhne zum 1. Oktober 2013 um 1,2 Prozent und ab 1. Oktober 2014 um 0,5 Prozent anzuheben, die Laufzeit des Tarifvertrages solle 29 Monate betragen, erklärte Verdi. Die Lufthansa habe keinerlei Zusagen zur Beschäftigungssicherung gemacht, beklagte die Gewerkschaft.

Lufthansa-Personalvorstand Strefan Lauer verteidigte seine Offerte mit einer Laufzeit von 29 Monaten und abgestuften Gehaltserhöhungen für verschiedene Beschäftigtengruppen. „Mit diesem Angebot in einem Gesamtvolumen von bis zu 2,7 Prozent für die Deutsche Lufthansa AG und bis über 3 Prozent bei der Lufthansa Technik leisten wir einen konstruktiven und differenzierten Beitrag, der die wirtschaftliche Situation des Lufthansa-Konzerns sowie seiner Geschäftsfelder reflektiert“, erklärte Lauer. Lufthansa sei grundsätzlich auch bereit zur Beschäftigungssicherung. Dies sei aber abhängig von Beiträgen der Beschäftigten zum laufenden Sparprogramm.

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Vertreter von Deutschlands größter Fluggesellschaft und Verdi waren am Mittwoch in Mörfelden-Walldorf zur dritten Verhandlungsrunde zusammengekommen. Verdi fordert für rund 33.000 Lufthansa-Beschäftigte, vor allem aus den Technik- und Sicherheitseinheiten, Zusagen für sichere Jobs sowie 5,2 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Ende März hatte Verdi erstmals zu einem Warnstreik aufgerufen - 700 von 1800 Flügen fielen aus, darunter so gut wie alle Flüge innerhalb Deutschlands und ins europäische Ausland. Weitere Warnstreiks hat sich die Gewerkschaft vorbehalten, zunächst aber eine Pause eingelegt, um die Verhandlungen nicht zu belasten.

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