Tarifliche Verbesserungen: Fünf wichtige Neuerungen für Zeitarbeiter

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Tarifliche Verbesserungen: Fünf wichtige Neuerungen für Zeitarbeiter

von Harald Schumacher

Im Hype um die Anhebung des Mindestlohns in der Zeitarbeit geht unter, dass der gerade abgeschlossene Tarifvertrag den gut 800 000 Beschäftigten der Branche weitere wesentliche Neuerungen bringt – und die Zeitarbeit für die Industrie noch einmal verteuert.

8,50 Euro ab 2014 – das Erreichen der politischen Mindestlohn-Schallgrenze ausgerechnet in der viel gescholtenen Zeitarbeitsbranche macht zurecht Schlagzeilen in diesen Tagen. Dabei ist es nur ein Zwischenschritt: Im Juni 2016 wird der Mindestlohn für die gut 800 000 Zeitarbeits-Kräfte in Westdeutschland schon auf 9 Euro steigen - in Ostdeutschland sind dann mit zweieinhalb Jahren Verspätung die 8,50 Euro erreicht.

Zu Unrecht gehen aber andere Tarifvertrags-Highlights unter, die die Verhandlungsführer der beiden Zeitarbeits-Verbände IGZ und BAP mit dem DGB vereinbart haben. Mehr noch als der 2012 eingeführte Mindestlohn zeigen sie, wie weit sich die Branche inzwischen von ihren Wild-West-Zeiten entfernt hat. Die Unternehmen wollen das alte Skandal- und Seelenverkäufer-Image der Branche vergessen machen, das ihnen im scharfen Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte enorm schaden würde.

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Besonders fünf Neuerungen verdienen Aufmerksamkeit:

1. 57 Cent mehr in der Stunde für gering Qualifizierte

Künftig gehören nur noch Tätigkeiten, für die eine einfache „betriebliche Einweisung“ ausreicht, in die unterste Entgeltgruppe 1. Für Tätigkeiten, die hingegen eine anspruchsvollere „Anlernzeit erfordern“ gilt die Entgeltgruppe 2. Das zahlt sich für viele Zeitarbeiter ab 2014 aus, die fachlich angelernt werden müssen, bisher aber in der Lohngruppe 1 stecken blieben. 9,07 Euro brutto bekommen sie in der Stunde statt des Mindestlohns von demnächst 8,50 Euro. Die eindeutigeren Formulierungen im Tarifvertrag verstärken den Rechtsanspruch auf die korrekte Eingruppierung.

2. Aufstieg für Ungelernte nach einem Jahr

Die Schwelle zwischen der Entgeltgruppe 3 für ungelernte Kräfte und der Entgeltgruppe 4 für Fachkräfte wird abgesenkt – zugunsten zwar ungelernter, aber gut eingearbeiteter Mitarbeiter. Wer ein Jahr lang nach der Entgeltgruppe 3 bezahlt wurde, steigt künftig automatisch in die Entgeltgruppe 4 auf. Auswirken wird sich das erst ab 2015, weil die Betriebszugehörigkeit ab dem 1. Januar 2014 gezählt wird.

3. Monatslöhne drei Wochen früher

Bisher mussten Zeitarbeitskräfte maximal bis zum 20. des Folgemonats auf ihren Monatslohn warten. Künftig müssen die Arbeitgeber 80 Prozent des Lohns schon drei Wochen früher auszahlen: zum letzten Tag des Monats, in dem der Lohn verdient wurde. Die restlichen 20 Prozent fließen künftig zum 15. Bankarbeits- oder Kalendertag des Folgemonats. Zwar muss der Arbeitgeber die Abschlagzahlung nur auf Verlangen des Mitarbeiters so handhaben. Viele Zeitarbeitsunternehmen werden aber vermutlich die arbeitnehmerfreundliche Regelung freiwillig anwenden.

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