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Tarifverhandlungen: Streiks bei Lufthansa vorerst abgewendet

Bei Lufthansa wird es zunächst keinen Streik geben. Zuvor hatte der Konzern den Flugbegleitern ein umfassendes Angebot gemacht. Die Gewerkschaft lehnte dieses jedoch ab.

1. Unternehmensorganisation

Während andere Fluglinien wie British Airways bereits massiv Personal abgebaut haben, leistet sich die Lufthansa in vielen Bereichen Doppelarbeiten. So haben nicht nur das Fluggeschäft, sondern auch die großen Töchter wie das Wartungsgeschäft eigene große Hauptverwaltungen. Dazu werkeln etwa die EDV-Abteilung des Fluggeschäfts parallel zu den Fachleuten der konzerneigene IT-Tochter Lufthansa Systems und legen einander nicht selten eher Steine in den Weg als die beste Lösung zu suchen.

Bild: Reuters

Bei der Lufthansa sind Streiks des Kabinenpersonals kurzfristig vom Tisch. Es werde in der kommenden Woche keine Streiks oder andere Aktionen geben, erklärte die Kabinengewerkschaft UFO am Freitag in Frankfurt. Gescheitert seien allerdings Gespräche über wichtige Strukturthemen beim Umbau von Europas größtem Luftfahrtkonzern.

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Das Unternehmen habe bis Mittwoch kommender Woche ein Angebot allein zu Vergütungsfragen angekündigt und einen neuen Verhandlungstermin für kommenden Freitag angeboten. Zu den Strukturfragen habe Lufthansa ein nicht akzeptables Angebot vorgelegt, sagte UFO-Chef Nicoley Baublies. Die Gespräche dazu seien beendet worden, obwohl die Konflikte etwa um Leiharbeit oder die Ausgliederung einer eigenen Billigfluglinie weiter bestünden. Lufthansa habe in einem „Paket der Grausamkeiten“ ausschließlich Lösungen zulasten der Beschäftigten vorgeschlagen.

UFO-Verhandlungsführer Dirk Vogelsang kündigte eine schnelle Prüfung des neuen Angebots an. „Das ist ja keine komplizierte Materie. Das können wir schnell entscheiden.“ Ein Streik wäre schnell möglich, da UFO bereits eine Urabstimmung durchgeführt und große Zustimmung erhalten hat. In den Streiks werde man empfindliche Nadelstiche setzen, kündigte Baublies an. Wenige Stunden Ausstand an einer Station hätten tagelange Auswirkungen auf das Netz. „Wir werden mit diesem Dominoeffekt und diesen Kaskaden operieren."

In dem Tarifkonflikt geht es nun nur noch um die Gehälter und Gewinnbeteiligungen von rund 18 000 Flugbegleitern. Er bedauere, dass nun nicht mehr über die entscheidenden Zukunftsfragen der Kabine gesprochen werden könne, sagte Baublies. „Das Wichtige ist gescheitert.“ Man müsse sich nun auf eine konzerneigene Billigfluglinie mit ungünstigen Tarifbedingungen einrichten, zu der mindestens 2000 Arbeitsplätze verlagert werden sollten.

Lufthansa habe in den Verhandlungen daran festgehalten, dass dort die Tarifbedingungen der Tochter Germanwings gelten sollten, die rund 40 Prozent unter denen von Lufthansa Classic lägen. Die Gewerkschaft will möglichst alle Flugbegleiter in der „gelben Klammer“ des Lufthansa-Konzerntarifvertrags halten.

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