Tarifverhandlungen vertagt: Post kündigt neue Warnstreiks an

Tarifverhandlungen vertagt: Post kündigt neue Warnstreiks an

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Ein Pin der Gewerkschaft Verdi steckt an der Kappe einer Mitarbeiterin der Deutschen Post.

Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Post und der Gewerkschaft Verdi ist keine Einigung in Sicht. Auch die dritte Verhandlungsrunde verlief ergebnislos. Verdi droht nun mit neuen Warnstreiks.

Bei der Deutschen Post droht ein neue Welle von Warnstreiks: Die Gewerkschaft Verdi und das Management haben ihre Tarifverhandlungen über Arbeitszeitverkürzungen am Dienstagabend erneut vertagt. Nach zweitägigen Gesprächen in Siegburg bei Bonn gab es keine Annäherung zwischen den Tarifpartnern. Bislang lehne die Post ein Entgegenkommen ab, erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Ein Postsprecher ging nicht ins Detail und sagte lediglich: „Wir haben sondiert und wir werden weiter sondieren.“ Für den 8. und 9. Mai haben sich beide Seiten in Berlin zu weiteren Verhandlungen verabredet.

Für die 140.000 Beschäftigten verlangt Verdi eine Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeiten von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich. Das lehnt die Post ab. „Die Beschäftigten lassen sich nicht an der Nase herumführen. Jetzt müssen zusätzliche Warnstreiks für Bewegung sorgen“, sagt Kocsis weiter. Die Arbeitsniederlegungen könnten kurzfristig erfolgen. Zu ersten Warnstreiks war es bereits vor Ostern und in der vergangenen Woche gekommen. Nach Angaben der Post hielten sich die Auswirkungen für die Kunden bei der Paket- und Briefzustellung aber in Grenzen.

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Was die Post mit ihrer Strategie 2020 erreichen will

  • Bessere Umweltbilanz

    Auch der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß soll verringert werden: Bis 2020 will die Post ihre Energie-Effizenz um 30 Prozent verbessern. Vor kurzem kaufte der Dax-Konzern zum Beispiel den deutschen Elektroauto-Entwickler Streetscooter auf.

  • Erste Wahl für Aktionäre

    Die Aktie Gelb soll weiter steigen: Post-Chef Frank Appel möchte zur ersten Wahl für Anleger werden. Zwischen 40 und 60 Prozent des Nettogewinns sollen die Aktionäre jährlich als Dividende ausgeschüttet bekommen.

  • Glückliche Kunden

    Auch die Kundenzufriedenheit soll steigen - auf über 80 Prozent. Nach Recherchen der WirtschaftsWoche beschwerten sich allerdings vor allem deutsche Großkunden zuletzt über die Briefzustellung.

  • Mehr Gewinn

    Der Gewinn ist die wichtigste Ziellinie in der Strategie 2020: Bis zum Ablauf der Frist will Appel fünf Milliarden Euro Plus machen. Dazu müsste er pro Jahr den Gewinn um acht Prozent steigern. Die Brief- und Paketsparte, die ihren Umsatz vor allem in Deutschland macht, soll drei Prozent Gewinnsteigerung pro Jahr dazu beisteuern - das Expressgeschäft, die Logistik- und Speditionssparten müssen zehn Prozent mehr im Jahr verdienen.

    Kein anderer Dax-Konzern hat so konkrete und zugleich so ehrgeizige Ziele.

  • Wachstum in Schwellenländern

    In Deutschland hat der durch den Onlinehandel ausgelöste Paketboom die Deutsche Post weit nach vorne getrieben. Jetzt will der Bonner Konzern diesen Effekt auch in den Schwellenländern mitnehmen: Bis 2020 soll sich der Marktanteil in diesen Regionen von 22 auf 30 Prozent erhöhen. Der Fokus liegt dabei auf Brasilien, Indien, China, Russland und Mexiko.

  • Zufriedene Mitarbeiter

    Auch bei den Mitarbeitern möchte die Post die erste Wahl sein. Ziel des Vorstand ist es, in den Mitarbeiterbefragung eine Zustimmungsquote von über 80 Prozent zu erlangen. Zuletzt lag die Quote bei ungefähr 70 Prozent.

Als Knackpunkt in dem Streit gilt das Thema Lohnausgleich. Das Postmanagement lehnt Verhandlungen darüber ab und verweist auf den Entgelttarifvertrag, der Ende Mai abläuft und neu verhandelt werden muss. Verdi möchte die beiden Tarifkomplexe aber nicht miteinander vermischen und pocht auf getrennte Gespräche.

Hintergrund des Tarifstreits ist der Aufbau eines flächendeckenden Netzes in der Paketzustellung. Dazu wurden 49 regionale Gesellschaften unter dem Dach der Posttochter DHL Delivery gegründet. Dort werden die Beschäftigten schlechter bezahlt als in der Muttergesellschaft. Die Post spricht von der Schaffung vieler neuer Arbeitsplätze. Mehr als 5500 Menschen sollen bereits in den Unternehmen fest beschäftigt sein, darunter viele ehemals befristet Beschäftigte der Post.

Die Gewerkschaft sieht in dem Vorgehen des Konzerns eine Flucht aus dem Haustarifvertrag und einen Bruch tarifvertraglicher Vereinbarungen über das Verbot der Fremdvergabe im Bereich der Paketzustellung.

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